Auffanggesellschaft

Air-Berlin-Eklat: NRW-Minister Laumann attackiert Lufthansa

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Foto: dpa

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Foto: dpa

Düsseldorf.  NRW Arbeitsminister Laumann macht die Fluggesellschaft für das Scheitern der Auffanggesellschaft für die Air-Berlin-Mitarbeiter verantwortlich.

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat nach dem Scheitern der Verhandlungen über eine Auffanggesellschaft für Tausende Mitarbeiter der insolventen Fluglinie Air Berlin scharfe Kritik an der Lufthansa geäußert. „Das Verhalten von Air Berlin und Lufthansa macht mich regelrecht wütend“, sagte Laumann am Mittwoch. Die Lufthansa sichere sich mit Flugzeugen, Technik und Start- und Landeerlaubnissen „große Filetstücke“ von Air Berlin. „Doch die Beschäftigten lässt sie im Regen stehen. Das ist nicht das, was ich unter sozialer Verantwortung verstehe“, so der Arbeitsminister.

Die fehlende Bereitschaft, Verantwortung für bundesweit 4000 Air Berlin-Mitarbeiter ohne direkte Folgebeschäftigung zu übernehmen, untergrabe das Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft. Allein am Standort Düsseldorf sind über Tausend Beschäftigte der Fluglinie betroffen, die wohl nicht von der Lufthansa oder einem Konkurrenten übernommen werden. „Wir als Land waren dazu bereit, unseren Beitrag zu leisten“, stellte Laumann klar. Dagegen klagte das Land Berlin, Bayern habe kein Geld geben wollen, Nordrhein-Westfalen und der Bund nur in einem geringen Umfang.

NRW stellte fünf bis sieben Millionen Euro in Aussicht

Vertreter aus NRW hatten in mehreren Sitzungen mit dem Bund, der Arbeitsagentur, den Fluglinien und den weiteren „Air Berlin-Ländern“ Berlin und Bayern über eine Auffanggesellschaft verhandelt. Laumann stellte dabei fünf bis sieben Millionen Euro aus dem Landesetat für Verwaltung und Fortbildung der Beschäftigten in Aussicht. Während die Arbeitsagentur die Zahlung von Kurzarbeitergeld anbot, hätten Air Berlin und die Lufthansa als Hauptprofiteur der Insolvenz die Sozialversicherungskosten für die nicht übernommenen Mitarbeiter tragen sollen. Darüber war offenbar keine Verständigung zu erzielen.

Laumann machte deutlich, dass die Lasten einer Auffanggesellschaft nicht allein dem Steuerzahler aufgebürdet werden dürften, während das Millionen-Gehalt von Air Berlin-Chef Thomas Winkelmann rechtzeitig abgesichert worden sei. „Ich finde, dass der Staat sich nicht erpressen lassen darf“, sagte Laumann.

Während das Land Berlin nun eine „kleine Lösung“ für alle Berliner Air Berlin-Mitarbeiter ins Gespräch brachte, plant NRW wohl nur Hilfen bei der Stellen-Vermittlung: „Jetzt muss es darum gehen, den Beschäftigten von Air Berlin, die nicht übernommen werden, möglichst schnell neue Jobperspektiven zu eröffnen“, kündigte Laumann an.

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