Gefährder

Al-Kaida-Terrorist aus NRW nach Marokko abgeschoben

Abdeladim El-K. (r) im Jahr 2012vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht.

Abdeladim El-K. (r) im Jahr 2012vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Düsseldorf.  Abdeladim El.-K. wollte mit anderen Islamisten ein Blutbad anrichten. 2014 wurde er veurteilt. Jetzt ist er nach Marokko abgeschoben worden.

Er hatte mit seinen Kumpanen den „Heiligen Krieg“ nach Deutschland tragen und ein Blutbad anrichten wollen. Vor fünf Jahren verurteilte das Düsseldorfer Oberlandesgericht den Marokkaner Abdeladim El.-K. wegen der Vorbereitung einer staatsgefährdeten Straftat zu einer neunjährigen Haftstrafe. Jetzt ist der Mann in sein Heimatland zurückgeführt worden. Er ist in diesem Jahr der siebte Gefährder, der aus NRW abgeschoben werden konnte.

Abeladim El.-K. (38) wurde in Marokko geboren und ist 2001 nach NRW gekommen, wo er in Bochum Mechatronik studierte. 2010 musste er nach seiner Exmatrikulation Deutschland verlassen. Er soll dann in Afghanistan in einem El Kaida-Lager ausgebildet worden sein, ehe er wieder nach Deutschland einreiste, diesmal illegal.

E-Mail an die El-Kaida-Führung: Schlachten der Hunde

Der amerikanische Geheimdienst NSA deckte auf, dass El-K. mit anderen Islamisten einen Anschlag in Deutschland plante, woraufhin die Gruppe engmaschig vom Bundeskriminalamt überwacht wurde. In einer E-Mail an die El-Kaida-Führung versprach El-K.: „Oh, unser Scheich, wir halten noch unser Versprechen. Wir werden mit dem Schlachten der Hunde anfangen.“

Im Frühjahr 2011 wurden Abdeladim El-K. und zwei weitere Islamisten in Düsseldorf bei dem Versuch festgenommen, in der Badewanne ihrer Wohngemeinschaft Sprengstoff herzustellen. Ein vierter Mittäter wurde später in Bochum verhaftet. Ein konkretes Anschlagsziel konnte den Männern zwar nicht nachgewiesen werden, wohl aber die Absicht zu einem großen Terroranschlag.

Verachtung für das Gericht

Die Verhandlung gegen ihn und seine Mitangeklagten wurde einer der spektakulärsten Terror-Prozesse in NRW, der zweieinhalb Jahre dauern sollte. El.-K. machte aus seiner Verachtung für das Gericht keinen Hehl: Er weigerte sich bei der Urteilsverkündung, für den Richter aufzustehen. 2014 wurde er zu neun Jahren Haft verurteilt, seine Mitangeklagten Jamil S. und Amid C. erhielten sieben beziehungsweise fünfeinhalb Jahre Haft. Der vierte Angeklagte, Halil S. musste für viereinhalb Jahre hinter Gitter.

Anders als seine drei Mitangeklagten, die deutsche Staatsbürger sind, konnte El.-K. nun aus der Haft heraus abgeschoben werden, nachdem er inklusive der Untersuchungshaft acht Jahre seiner Strafe verbüßt hat. „Die Landesregierung geht mit aller Härte gegen ausländische Intensivstraftäter, Straftäter und Gefährder vor. Dies zeigt auch die Rückführung dieses Top-Gefährders“, so Landesintegrationsminister Joachim Stamp (FDP).

Geräuschlose Abschiebung, anders als bei Sami A.

Nach den politischen und juristischen Querelen um die Abschiebung des Bochumer Gefährders Sami A. in sein Heimatland Tunesien im vergangenen Jahr dürfte die geräuschlos abgelaufene Abschiebung von Abdeladim El.-K. für Stamp eine Genugtuung gewesen sein. Wie das Integrationsministerium mitteilte, wurde der Mann bereits in der vergangenen Woche nach Marokko ausgeflogen.

Insgesamt seien nun in diesem Jahr sieben Gefährder abgeschoben worden und damit mehr als in jedem anderen Bundesland, so das Ministerium. „Ziel der Landesregierung ist es, alle aufenthaltsrechtlichen Maßnahmen auszuschöpfen, um ausländische Gefährder ausreisepflichtig zu machen und abzuschieben“, so Stamp.

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