Rhein-Ruhr-Express

Bahn baut für 330 Millionen Euro neues Stellwerk in Düsseldorf

Der RRX soll ab Sonntag erstmals durchs Ruhrgebiet fahren.Bereits im August war das Fahrzeug bei einer Testfahrt im  Hauptbahnhof Essen zu sehen.

Der RRX soll ab Sonntag erstmals durchs Ruhrgebiet fahren.Bereits im August war das Fahrzeug bei einer Testfahrt im Hauptbahnhof Essen zu sehen.

Foto: Gero Helm

Berlin/Düsseldorf.   Die neue elektronische Anlage in Düsseldorf ist ein zentrales Projekt für den Rhein-Ruhr-Express. Dichtere Taktzeiten machen Investition nötig.

Ein zentrales Projekt für den Rhein-Ruhr-Express (RRX), der auf der Achse Köln – Dortmund alle 15 Minuten fahren soll, nimmt Gestalt an: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla haben am Mittwoch die Finanzierungsvereinbarung für ein 330 Millionen Euro teures Elektronisches Stellwerk am Düsseldorfer Hauptbahnhof unterzeichnet. Es ersetzt neun alte Anlagen zwischen den Stadtgrenzen von Köln und Duisburg und ist Voraussetzung, um die Strecke für den dichten Takt des RRX fit zu machen.

Einen Ausbau der Strecke verhindert bislang die 40 bis 80 Jahre alte Stellwerkstechnik. Die Bahn darf sie nicht mehr verändern. Minister Scheuer: „Sie entspricht wahrlich nicht mehr dem aktuellen Stand.“ Für den RRX sollen die Züge zwischen Duisburg und Düsseldorf-Benrath auf sechs statt aktuell vier oder fünf Gleisen rollen: S-Bahn, Rhein-Ruhr-Express und Fernzüge erhalten getrennte Strecken.

Mehr Flexibilität und Pünktlichkeit

An Bildschirmen sollen die Mitarbeiter im elektronischen Stellwerk in Düsseldorf Weichen und Signale auf einer Streckenlänge von 43 Kilometern per Mausklick stellen. Mit dem Projekt, das mehr Flexibilität und Pünktlichkeit bringen soll, will die Deutsche Bahn 2021 beginnen. „Es wird eines der größten Stellwerke sein, die wir im deutschen Netz haben“, sagte Pofalla.

Die Strecke zwischen Köln und Dortmund gilt schon heute als eine der am dichtesten befahrenen in Deutschland. „Wir werden die kapazitativen Probleme nur durch eine digitale Infrastruktur lösen können“, sagte Pofalla. Welche Auswirkungen das Großprojekt auf den Zugverkehr haben wird, kann der Staatskonzern noch nicht sagen. Bei vergleichbaren Vorhaben kam es in der Vergangenheit zu Streckensperrungen und Ersatzverkehren – in Wuppertal ruhte der Bahnverkehr im Sommer 2017 für sechs Wochen.

Für das gesamte Projekt RRX rechnet die Deutsche Bahn bislang mit Kosten von rund 2,5 Milliarden Euro. Vor einigen Jahren seien Summen wie für das Düsseldorfer Stellwerk kaum aufzutreiben gewesen, sagte Verkehrsminister Scheuer. Heute habe sein Ressort deutlich mehr Mittel, um Eisenbahnprojekte voranzubringen. „Jetzt machen wir das einfach“, sagte er. Die Investition in die Infrastruktur der Bahn nannte er angesichts der Engpässe, unter denen die Pünktlichkeit der Züge leidet, „bitter notwendig“.

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