Bundeskanzlerwahl

Eine Frage des Gewissens: NRW-Abgeordneter Bülow wählte Merkel nicht

Angela Merkel ist zum vierten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt worden.

Foto: Soeren Stache / dpa

Angela Merkel ist zum vierten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt worden. Foto: Soeren Stache / dpa

Düsseldorf/Berlin.  Der SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow hat Angela Merkel bei der Bundeskanzlerwahl am Mittwoch nicht gewählt. Er schrieb eine zweiseitige Erklärung.

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Für den Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordneten Marco Bülow war es eine Gewissensfrage: Am Ende hat der ausgewiesene GroKo-Gegner bei der Kanzlerinnenwahl am Mittwoch im Bundestag Angela Merkel (CDU) nicht gewählt.

Mehr als eine Woche habe ihn die Entscheidung belastet - "und ja, es zerreißt mich", schrieb der direkt in den Bundestag gewählte Bülow in einer zweiseitigen Erklärung. Er habe immer darauf hingearbeitet, die große Koalition von Union und SPD zu überwinden.

Merkel hat 364 von 688 abgegebenen gültigen Stimmen erhalten

Die Glaubwürdigkeit der SPD habe durch ihre 180-Grad-Wende von einem Nein zur Neuauflage einer GroKo hin zum Ja gelitten. Er aber wolle seine Glaubwürdigkeit nicht aufgeben. "Mein Gewissen sagt mir weiter deutlich, ich kann Angela Merkel meine Stimme nicht geben."

Er wolle seine Entscheidung aber nicht wie eine Reihe von Abgeordneten aus beiden Fraktionen verschweigen. Merkel hatte am Mittwoch im Bundestag in geheimer Wahl 364 von 688 abgegebenen gültigen Stimmen erhalten - nur neun Stimmen mehr als die für die Kanzlermehrheit nötigen 355 Stimmen.

Zahlreiche Abgeordnete der Koalitionsfraktionen stimmten offensichtlich nicht für Merkel. Die Fraktionen von Union und SPD verfügen im Bundestag über 399 Sitze, insgesamt hat der Bundestag 709 Abgeordnete. In der NRW-SPD war der Widerstand gegen die Neuauflage der großen Koalition besonders groß. (dpa)

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