NRW-Landtagswahl

Experte fordert: Briefwahlbögen künftig direkt mitschicken

In Essen öffnen Wahlhelfer die eingesandten Briefwahlumschläge. Ein Experte schlägt vor, die Unterlagen direkt mitzuschicken statt sie extra beantragen zu müssen.

In Essen öffnen Wahlhelfer die eingesandten Briefwahlumschläge. Ein Experte schlägt vor, die Unterlagen direkt mitzuschicken statt sie extra beantragen zu müssen.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Düsseldorf.  Als Reaktion auf die niedrige Wahlbeteiligung in NRW macht ein Demokratieforscher Vorschläge: Auch das Wahlalter könnte gesenkt werden.

Angesichts einer historisch niedrigen Beteiligung an der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen fordert ein Experte, die Art und Weise des Wählens besser an die heutigen Lebensgewohnheiten der Menschen anzupassen. „Entweder digitalisiert oder indem man beispielsweise die Briefwahlunterlagen automatisch mit den Wahlbenachrichtigungen an alle Wahlberechtigten verschickt, also man sie nicht extra beantragen muss“, sagte Robert Vehrkamp, Demokratieforscher der Bertelsmann-Stiftung, am Dienstag im WDR. „Oder dass man auch in den Tagen vor einer Wahl ermöglicht, in bestimmten Wahllokalen seine Stimme abzugeben.“

Ein weiterer Vorschlag sei, das Wahlalter abzusenken und die Erstwahl damit in die Schulzeit zu verlegen, „weil das die Möglichkeit geben würde, auch Jugendliche aus wählerferneren Milieus an die Wahl heranzuführen, ihnen zu erklären, wie das geht, und wir wissen aus der Wahlforschung, dass derjenige, der bei seiner ersten Wahl teilgenommen hat, das auch in seinem weiteren Lebensverlauf sehr regelmäßig tut“.

Demokratieforscher Vehrkamp: Wahltermine in NRW bündeln

Es seien vor allem die sozial prekären Milieus, die einkommensschwächeren und bildungsferneren Milieus, die sich zunehmend von der aktiven Wahlteilnahme verabschiedeten. Vehrkamp empfahl außerdem eine Bündelung von Wahlterminen. Einzeln stattfindende Kommunal- und Landtagswahlen seien eigentlich aus der Zeit gefallen.

An der Landtagswahl in NRW hatten sich nur 55,5 Prozent beteiligt. Schlusslicht waren Bezirke in Duisburg, Gelsenkirchen und Wuppertal. (dpa)

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