Luftverkehr

Grüne sehen Flughäfen wie Dortmund vor dem Aus

Der Flughafen Dortmund, hier mit Empfangs- und Abfertigungsgebäude.

Der Flughafen Dortmund, hier mit Empfangs- und Abfertigungsgebäude.

Foto: Hans Blossey

Dortmund.  Ein grüner Politiker übt Kritik an Subventionen für Flughäfen: In Dortmund hätte dafür fünf Jahre lang kostenloser ÖPNV finanziert werden können.

Bei einer Regierungsbeteiligung der Grünen im Bund droht vielen hochsubventionierten Regionalflughäfen das Aus. Betroffen wäre auch der Dortmunder Flughafen. Das deutete der Grünen-Bundestagsfraktionsvize Oliver Krischer bei einem Besuch in der Stadt an.

„Für Dortmund sehe ich keine gute Perspektive“

„Wir würden auf strikte Einhaltung von EU-Subventionsverfahren pochen. Das wäre für Dortmund keine gute Perspektive“, sagte Krischer. Hintergrund: Der nach Passagierzahlen drittgrößte NRW-Airport (2018: rund 2,3 Millionen) fährt seit Jahren Verluste in zweistelliger Millionenhöhe ein und kann derzeit nur mit öffentlichen Mitteln überleben. Nach EU-Beihilferichtlinie müssen Regionalflughäfen – etwa auch Paderborn/Lippstadt – jedoch bis 2024 ein ausgeglichenes Betriebsergebnis erzielen. „Diese Perspektive kann ich im Fall Dortmunds nicht erkennen“, sagte Krischer der WAZ.

Flughafen Dortmund wächst mit Wizz Air weiter Der Aachener Bundestagabgeordnete betonte, es sei aus ökonomischer wie aus ökologischer Sicht schlicht nicht nachvollziehbar, dass Dortmund seit 20 Jahren rund 400 Millionen Euro in seinen Flughafen gesteckt habe, nur um Verluste auszugleichen oder Kredite zu übernehmen. Die Grünen rechnen spitz vor, man hätte mit derselben Summe Dortmunds Nahverkehrskunden fast fünf Jahre lang kostenlos fahren lassen können.

Die Verluste des Flughafens (2018: rund 13 Millionen Euro) werden regelmäßig aus den Energie-Erträgen der Dortmunder Stadtwerke finanziert. Gleichzeitig steht das kommunale Unternehmen, das neben dem Flughafen auch den Nahverkehr in der Stadt betreibt, unter massivem Modernisierungsdruck. Fahrzeugpark und Infrastruktur müssen mit Millionensummen saniert werden. Das Land bewilligte dafür jüngst insgesamt 96 Millionen Euro an Fördermitteln.

Dortmunder Stadtwerke widersprechen

Krischer warb in Dortmund auch für das aktuelle Verkehrskonzept der Grünen. Die Umweltpartei fordert massive Investitionen ins Bahn-Netz, finanziert durch eine Einführung der Kerosinsteuer für Inlandsflüge. Das soll Kurzstreckenflüge und Zubringerdienste zu Großflughäfen überflüssig machen.

Dortmunds Stadtwerke reagierten gelassen auf den Grünen-Vorstoß. Der Flughafen befinde sich auf einem sehr guten Weg, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Finanzplanung sei „konsequent darauf ausgerichtet, bis zum Jahr 2023 operativ mindestens eine schwarze Null zu erreichen“.

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