Interview

„Ich bin eingetreten, um gegen die Groko zu stimmen“

Die SPD gewinnt Mitglieder. Georg Schaub aus Hagen gehört dazu. Und er sagt auch klar den Grund: Er will die Große Koalition verhindern.

Er ist extra wegen des Mitgliederentscheids zur Großen Koalition in die SPD eingetreten. Für die Statistik der Hagener Sozialdemokraten zählt Georg Schaub (26) allerdings nicht. Denn der Lehramtsstudent (Deutsch und Religion) aus Hohenlimburg ist an seinem Studienort Siegen einem SPD-Ortsverein beigetreten.

1 Werden Sie für oder gegen die Große Koalition stimmen?

Ich werde dagegen stimmen. Und ich bin auch extra deswegen eingetreten. Freunde, die bei den Jusos aktiv sind, haben mich darauf gebracht. Am Anfang war ich sehr skeptisch, ob ich diesen Weg gehen soll. Eine Parteizugehörigkeit ist ja eigentlich auf ein langfristiges Engagement ausgelegt.

2 Warum haben Sie sich dann doch für den Schritt entschieden?

Weil ich mir dann gesagt habe, dass die SPD-Spitze mit ihrem Kurs so viel Vertrauen verspielt hat. Sie ist wie das Fähnchen im Wind. Ich halte aber die SPD für eine extrem wichtige Institution. Wir brauchen eine linke Volkspartei. Und es braucht offensichtlich diesen Druck, damit die SPD diese Rolle wieder einnimmt. Bislang wirkt es so, als seien die führenden SPD-Politiker die Pressesprecher eine Großen Koalition – und nicht mehr.

3 Werden Sie nach dem Mitgliederentscheid wieder aus der SPD austreten?

Das weiß ich noch nicht. Ich bin bislang kein SPD-Stammwähler gewesen, ich hab aber immer meine Stimme im Spektrum SPD/Grüne/Linkspartei abgegeben. Für mich kam vorher eine Parteimitgliedschaft eher nicht in Frage, da ich mit den Positionen von keiner der Parteien in so einem hohen Maße übereinstimmen konnte. Aber jetzt werde ich schauen, wie sich das Ganze entwickelt. Vielleicht bleibe ich aber auch nur Mitglied bei den Jusos – das ist ja auch bis zum 35. Lebensjahr möglich.

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