Hochschule

Land weist Kritik an schlechter Uni-Betreuung zurück

In NRW betreut laut Deutschem Hochschulverband ein Professor rechnerisch 91 Studierende. Damit ist das Land bundesweites Schlusslicht.

In NRW betreut laut Deutschem Hochschulverband ein Professor rechnerisch 91 Studierende. Damit ist das Land bundesweites Schlusslicht.

Foto: Uwe Anspach/dpa

Düsseldorf.   Viele Studenten, wenige Professoren – NRW schneidet laut Uni-Barometer bei der Betreuungsrelation schlecht ab. Das Ministerium hat Zweifel an den Daten.

Das NRW-Wissenschaftsministerium wehrt sich gegen die Ergebnisse des aktuellen „Uni-Barometers“, das den Universitäten an Rhein und Ruhr die bundesweit schlechteste Betreuung der Studenten zuschreibt. Die Rechnung, wie viele Lehrende sich um die Studierenden kümmern, fuße auf dafür ungeeigneten Daten des Statistischen Bundesamtes, erklärte das Ministerium und spricht von „erheblichen methodischen Mängeln“.

Auf der jüngsten Rangliste für die Betreuungsquote an den Unis, die jährlich von der Fachzeitschrift des Deutschen Hochschulverbandes veröffentlicht wird, landet NRW erneut auf dem letzten Platz. Während sich hier ein Professor um durchschnittlich 91 Studenten kümmert, ist es im bundesweiten Durchschnitt ein Professor für 66 Studenten, in Thüringen sogar für nur 44 Studierende.

Unterschiedliches Lernverhalten

„In NRW ist die Betreuungsrelation unter anderem durch die Einbeziehung der Fernuni Hagen verfälscht“, so das Ministerium. Außerdem würden alle Studenten unabhängig von ihrem Lernverhalten einbezogen, und der unterschiedliche Lehraufwand werde nicht berücksichtigt. Daher könne mit dieser Rechnung nicht die Qualität der Lehre an NRW-Hochschulen beurteilt werden.

Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte bei ihrem Amtsantritt im Jahr 2017 allerdings selbst festgestellt, dass es Probleme mit der Betreuungsquote gibt. Sie hatte daher im Koalitionsvertrag ein „Qualitätspakt für bessere Studienbedingungen“ verabredet.

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