Männervereine

Laschet wirft Olaf Scholz „Frontalangriff aufs Ehrenamt“ vor

Armin Laschet (CDU, r), NRW-Ministerpräsident, lässt kein gutes Haar am Gemeinnützigkeits-Vorstoß von Olaf Scholz. Laschets Stellvertreter Joachim Stamp (FDP, li.) spricht von „völligem Quatsch“.   Foto:

Armin Laschet (CDU, r), NRW-Ministerpräsident, lässt kein gutes Haar am Gemeinnützigkeits-Vorstoß von Olaf Scholz. Laschets Stellvertreter Joachim Stamp (FDP, li.) spricht von „völligem Quatsch“. Foto:

Foto: Oliver Berg / dpa

Düsseldorf.  Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will Vereine, die Frauen ablehnen, steuerlich bestrafen. Armin Laschet (CDU) findet das „absurd“.

Der Vorstoß von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), Vereinen, die keine Frauen aufnehmen, die Gemeinnützigkeit und damit steuerliche Privilegien entziehen zu wollen, ist aus Sicht von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ein „Frontalangriff auf das Ehrenamt“. Wie ein Minister, der als möglicher Vorsitzender eine Volkspartei vertreten möchte, auf diese Idee komme, sei ihm rätselhaft, sagte Laschet am Dienstag bei einer Halbzeitbilanz seiner Landesregierung.

NRW werde dem nicht zustimmen. „Das passt nicht zu den Traditionen hier“, so Laschet. Gegen Diskriminierungen müsse man zwar vorgehen. Aber Vereine, die über lange Zeit gewachsen seien und Gesellschaften zusammenhielten, dürfe man nicht bestrafen. „Muss der katholische Frauenbund demnächst Männer aufnehmen, damit er noch gemeinnützig ist? Das ist absurd“, wetterte der Ministerpräsident.

FDP-Politiker Jochim Stamp: Scholz’ Idee ist „völliger Quatsch“

In NRW gebe es zum Beispiel Bergmannschöre, in denen nur Männer aktiv seien oder Männer-Schützenvereine mit uralten Traditionen und Frauenorganisationen, die keine Männer aufnehmen. Laschet: „Von Scholz kommen sonst nur wenige Steuerinitiativen Warum er sich jetzt ausgerechnet diese Gruppen vornimmt, um sie schlechter zu stellen, erschließt sich mir nicht.“ Laschets Stellvertreter Joachim Stamp (FDP) nannte Scholz’ Pläne „völligen Quatsch“. Der Bonner Stamp empfahl Scholz einen Besuch der dortigen Weiberfastnacht.

Der Bundesfinanzminister, der sich mit Klara Geywitz für den SPD-Vorsitz bewirbt, hat mit seiner Idee, Vereinen, die Frauen nicht akzeptieren, die Gemeinnützigkeit zu entziehen, viel Staub aufgewirbelt. Er will nur eine Ausnahme zulassen: Vereine, die „geschlechtsbezogene Nachteile“ beseitigen, sollen weiter nur Frauen oder nur Männer aufnehmen dürfen. Zum Beispiel Frauen-Selbsthilfegruppen.

Weiter Gerüchte um Kanzlerkandidatur von Armin Laschet

Armin Laschet, dem Ambitionen auf eine Kanzlerkandidatur nachgesagt werden, schloss diesen Karrieresprung am Dienstag nicht aus. Diese Frage stehe aber derzeit nicht an, und in seiner täglichen Arbeit spiele das keine Rolle. Er sei voll mit Landespolitik beschäftigt. „Darum muss ich mich im Moment kümmern“, sagt er. Friedrich Merz, einem anderen möglichen Unions-Kanzlerkandidaten, habe Laschet jüngst zum Geburtstag Glück gewünscht. „Wenn einer 64 wird, dann sollte man ihm gratulieren.“

Eine Rebellion gegen die angeschlagene CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer beim Bundesparteitag in Leipzig erwartet Laschet übrigens nicht. Er rechne mit einem „normaler Parteitag“, der sich vor allem mit Sachthemen beschäftige.

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