Aschermittwoch

NRW-SPD: "Nowabo" spottet über den "Hütchenspieler" Laschet

Norbert Walter-Borjans, SPD-Parteichef, spottete über Armin Laschet.

Norbert Walter-Borjans, SPD-Parteichef, spottete über Armin Laschet.

Schwerte  Bei ihrem politischen Aschermittwoch in Schwerte genoss die NRW-SPD am Abend die Wirren, in denen die CDU gerade steckt.

Für Armin Laschet, den Kandidaten für den CDU-Bundesvorsitz und möglichen Kanzlerkandidaten, hatte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans im Schwerter Freischütz nur beißenden Spott übrig. Der Aachener sei ein „zaudernder Hallodri“, der lieber die Welt kommentiere als Nordrhein-Westfalen ordentlich zu regieren, sagte Walter-Borjans beim Politischen Aschermittwoch im Schwerter „Freischütz“ über den NRW-Ministerpräsidenten. Laschet handele nach dem Motto „Wenn ich Ministerpräsident nicht kann, werde ich Bundeskanzler“. Deutschland müsse vor diesem „Hütchenspieler“ bewahrt werden, rief der SPD-Vorsitzende und frühere NRW-Finanzminister vor rund 600 Gästen.

Und weil das zum Ausklang der närrischen Zeit so üblich ist, bekamen auch Friedrich Merz („Der ist als Highlander unterwegs: Es kann nur einen geben“) und Norbert Röttgen, der „Verlierer der NRW-Wahl von 2012“, ihr Fett weg. Sebastian Hartmann, Chef der NRW-SPD, sprach von einem „traurigen Männerbund“ mit Laschet, Merz, Röttgen und Spahn. Für Armin Laschet sei NRW wohl nur ein „Sprungbrett“ auf dem Weg zu höheren Zielen, sagte Hartmann.

"Ich will schwedische Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt"

Parteichef Norbert Walter-Borjans, den im Schwerte alle "Nowabo" nennen, hielt eine weitgehend klassische sozialdemokratische Rede mit Arbeitnehmer-Bezug. 20 Prozent der Beschäftigten in Deutschland gehörten zum Niedriglohn-Sektor, in Schweden seien es nur drei Prozent. "Ich will schwedische Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt", rief Walter-Borjans. Die rechtspopulistische AfD ist aus seiner Sicht "ein Fall für den Verfassungsschutz": Die Kombination aus national und scheinsozial -- NS -- "hatten wir schon mal. Nie wieder!"

Inmitten der Wirren, die gerade die Union in NRW und im Bund heimsuchen, scheint die kriselnde SPD wieder etwas mehr mit sich im Reinen zu sein. Und so bekam Walter-Borjans, der ein solider, aber mitnichten brillanter Redner ist, zum Schluss stehende Ovationen vom Publikum. Die Sozialdemokraten wittern Morgenduft und zelebrierten ihr „Glück auf“ wie in guten Zeiten zum Steigerlied und frisch gezapftem Pils. (mk)​

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