NRW-Unfallstatistik

Polizeigewerkschaft: „458 Verkehrstote sind inakzeptabel“

Die Zahl der Unfalltoten sinkt in NRW. Aber Polizeigewerkschafter sagen, die Bilanz könnte noch besser sein, wenn die Verkehrsüberwachung wieder mehr Bedeutung bekäme. Foto:

Die Zahl der Unfalltoten sinkt in NRW. Aber Polizeigewerkschafter sagen, die Bilanz könnte noch besser sein, wenn die Verkehrsüberwachung wieder mehr Bedeutung bekäme. Foto:

Foto: Sina Schuldt / dpa

Düsseldorf.  Historisches Tief bei der Zahl der Verkehrstoten in NRW. Polizisten sind dennoch extrem unzufrieden.

Die Zahl der Verkehrstoten war in NRW noch nie so niedrig wie im vergangenen Jahr. Dennoch zerreißt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die neueste Verkehrsunfallstatistik in der Luft. Es könnten viel weniger Verkehrstote sein, sagen die Gewerkschafter.

„458 Verkehrstote sind kein Grund zum Jubeln!“, steht über einer Pressemitteilung, die die GdP NRW am Dienstag verschickte. Der leichte Rückgang der Zahl der Verkehrstoten im vergangenen Jahr in NRW um 32 auf 458 getöteten Menschen sei kein Grund zur Entwarnung. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte zuvor noch von einem „historischen“ Tiefstand gesprochen und dies als Erfolg gefeiert.

„458 Verkehrstote heißt doch nichts anders, als dass in NRW kein Tag vergeht, an dem nicht mindestens ein Mensch im Straßenverkehr ums Leben kommt. Das ist angesichts der immer sicherer werdenden Autos vollkommen inakzeptabel“, sagte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Heiko Müller. „Es könnten viel weniger Tote und Schwerverletzte sein, wenn die Polizei der Verkehrsüberwachung endlich wieder die Bedeutung zukommen lässt, die sie braucht“, betonte Müller.

„Kaum noch Kontrollen nach Schützenfesten“

Weil die Polizei immer mehr zusätzliche Aufgaben wahrnehmen müsse, sei die Zahl der Verkehrskontrollen in den vergangenen Jahren stark gesunken. „Wer auf einem Schützenfest oder in einer Disco Alkohol getrunken hat, musste früher damit rechnen, dass er in eine Alkoholkontrolle gerät. Das gibt es heute so gut wie nicht mehr“, kritisierte der stellvertretende GdP-Vorsitzende.

Auch das Risiko, als Raser und Drängler aus dem Verkehr gezogen zu werden, sei in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, trotz der wachsenden Zahl der stationären Blitzer. Selbst überladene LKW fielen heute kaum noch auf, weil nicht genügend Polizisten auf der Straße seien.

Handlungsbedarf sieht die GdP auch bei der technischen Ausstattung der Verkehrsdirektion der Polizei. „Wir brauchen dringend Drohnen zur Verkehrsüberwachung, mehr bewegliche Blitzer und die Abschnittskontrolle, bei der nicht die Geschwindigkeit an einem bestimmten Punkt gemessen wird, sondern die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine längere Strecke. Die Konzepte dazu sind längst entwickelt, sie müssen endlich umgesetzt werden“, fordert die GdP.

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