Antrag der Landtagsfraktion

SPD will kostenloses Kinder-Ticket für Bus und Bahn

Alle einsteigen: Die SPD-Opposition im Landtag fordert ein landesweites, kostenloses ÖPNV-Ticket für alle Kinder und Jugendlichen. Für das Land könnte das teuer werden.

Alle einsteigen: Die SPD-Opposition im Landtag fordert ein landesweites, kostenloses ÖPNV-Ticket für alle Kinder und Jugendlichen. Für das Land könnte das teuer werden.

Foto: Felix Kästle / dpa

Düsseldorf  Die Opposition fordert: Die Jugend soll klimafreundlich mobiler werden. Für das Land würde es teuer.

Kinder und Jugendliche in NRW sollen nach dem Willen der SPD-Opposition im Landtag schon bald Bus und Bahn landesweit umsonst nutzen dürfen. „Die Kosten der An- und Abfahrt zur Schule, in der Freizeit und insgesamt die Nutzung des ÖPNV sollen für diese Zielgruppe entfallen“, heißt es in einem aktuellen Antrag der Fraktion.

„Wir wollen jungen Menschen mehr Spielraum in ihrer Mobilität geben“, erklärte SPD-Fraktionsvize Jochen Ott. Gerade Kinder und Jugendliche seien es, die mit gutem Beispiel vorangehen wollen, um zu einer gelingenden Verkehrswende beizutragen. „Deshalb sollten sie besonders gefördert werden – aus sozialen und aus ökologischen Gründen“, so Ott.

Konkret fordern die Sozialdemokraten die schwarz-gelbe Landesregierung auf, in einem ersten Schritt NRW-weit Monatstickets für Kinder bis 14 Jahre und später für Jugendliche bis 18 Jahre komplett kostenfrei zu stellen. Dafür solle man „unverzüglich“ in Verhandlungen mit den drei Verkehrsverbünden eintreten, um deren Einnahmeausfälle auszugleichen.

Der Landesregierung dürfte das Geld für ein solches Millionen-Projekt fehlen

Selbst wenn man die ohnehin gezahlten Zuschüsse für Schülertickets einrechnet, dürfte der SPD-Vorschlag im Landeshaushalt mit einem dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr zu Buche schlagen. Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU), der bis 2020 ein Steuerloch von 1,7 Milliarden Euro stopfen muss, fehlen wohl die finanziellen Spielräume für Kinder-Tickets zum Nulltarif.

Die SPD spricht dagegen von einem „Einstieg in einen preiswerteren ÖPNV“, der für Klimaschutz und Verkehrswende notwendig sei. Zudem würden die Kommunen von aufwendiger Bürokratie entlastet, da keine individuellen Fallprüfungen mehr für Schülertickets anfielen. Bislang bekommen nur Kinder eine geförderte Monatskarte für den ÖPNV, deren Weg zur nächstgelegenen Schule mindestens 3,5 Kilometer beträgt.

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