Nachbergbauzeit

Umbau alter Zechenstandorte im Revier braucht viele Jahre

Der Sitz der RAG Montan Immobilien (rechts im Bild) auf der Kokerei Zollverein.

Der Sitz der RAG Montan Immobilien (rechts im Bild) auf der Kokerei Zollverein.

Foto: Hans Blossey

Essen.   Die RAG-Immobilien-Tochter steckt Millionen in die Flächenentwicklung. Allerdings dämpft das Unternehmen Hoffnungen auf eine schnelle Umwandlung.

Bei der Umwandlung ehemaliger Bergbauflächen im Ruhrgebiet und im Saarland kommt die Immobilientochter des RAG-Konzerns deutlich voran. Gleichzeitig dämpfte das Unternehmen Erwartungen, aufgegebene Zechenstandorte könnten den Mangel an Gewerbeflächen im Revier zeitnah lindern.

„Wir blicken auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück“, betonte Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien am Dienstag in Essen. Der Erfolg gehe unter anderem auf die gute Nachfrage nach Gewerbe- und Wohnbaugrundstücken auf den RAG-Flächen zurück, sagte Masuth. Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2017 um fast 20 Millionen auf knapp 72 Millionen Euro.

Rund 120 Millionen Euro steckte RAG Montan Immobilien aus eigenen und Mitteln der Konzern-Mutter RAG im vergangenen Jahr in die Sanierung ehemaliger Bergbaustandorte, 90 Millionen davon entfielen auf NRW. Mit derzeit über 70 Projekten auf alten Bergbauarealen gilt die RAG-Tochter, die im Konzernverbund auch Schacht-Management und Wasser-Haltung der Nachbergbauzeit steuert, als einer der größten Entwickler industriell vorbelasteter Flächen in Deutschland.

Allerdings dämpfte das Unternehmen Hoffnungen auf eine schnellere Aufbereitung von RAG-Flächen für Gewerbebetriebe. Einen aufgegebenen Zechenstandort aus dem Bergrecht herauszulösen, setze ein sechs bis acht Jahre dauerndes Verfahren in Gang, sagte Entwicklungschef Werner Scholz. Kurzfristig sei derzeit nur der Industriepark Große Heide in Dorsten verfügbar. Auf dem Gelände der Zeche Wulfen I/II sollen ab 2021 rund 300 Industriearbeitsplätze entstehen. Großprojekte wie „Freiheit Emscher“ (Bottrop/Essen) bräuchten dagegen viele Jahre bis zur Projektreife.

Verkaufsgespräch über Halden stockt

Vergleichsweise zügig könnte der Verkaufsprozess von 23 Bergbau-Halden an den Regionalverband Ruhr (RVR) über die Bühne gehen. Die Halden könnten noch in diesem Jahr den Besitzer wechseln, sagte Markus Masuth. Der RVR will die Halden als Freizeitareale für die Öffentlichkeit erschließen. Nach Informationen dieser Redaktion sind die Verhandlungen zwischen RVR und RAG Immobilien aber wegen Unstimmigkeiten über die Altlasten-Frage ins Stocken geraten.

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