Berater-Streit

Leidet die NRW-Landesregierung an „Gutachteritis“?

Viel Beratungsbedarf: Die Regierung von Ministerpräsident Armin Laschet hat offenbar teure Gutachten in Auftrag gegeben.

Viel Beratungsbedarf: Die Regierung von Ministerpräsident Armin Laschet hat offenbar teure Gutachten in Auftrag gegeben.

Düsseldorf  Trotz 500 neuer Ministerialstellen hat Schwarz-Gelb offenbar millionenschwere externe Beratung eingekauft. Daran entzündet sich nun Kritik.

Die schwarz-gelbe Landesregierung gibt offenbar trotz eines deutlich aufgestockten Ministerialapparats viel Geld für externe Beratungsdienstleistungen aus. Wie die „Rheinische Post“ am Samstag berichtet, hat die Regierung von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in den ersten 18 Monaten ihrer Amtszeit bereits 175 Gutachten für mindestens 16,5 Millionen Euro in Auftrag gegeben. Damit habe sie monatlich 200.000 Euro mehr ausgegeben als die rot-grüne Vorgängerregierung in deren Anfangsphase.

200.000 Euro monatlich mehr ausgegeben als Rot-Grün

Die meisten Beratungsdienstleistungen kauften dem Bericht zufolge Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und Integrationsminister Joachim Stamp (beide FDP) ein. Pikant: Vor allem die Liberalen hatten zu Oppositionszeiten dem Kabinett der früheren Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) eine grassierende „Gutachteritis“ attestiert.

Schwarz-Gelb schuf mehr als 500 neue Ministerialstellen

Die SPD kritisiert nun, dass Schwarz-Gelb mehr als 500 zusätzliche Ministerialstellen geschaffen habe und dennoch so viel Beratungsbedarf zeige. „Die Landesregierung hat in nur anderthalb Jahren den Personalapparat so aufgebläht, dass ich mir nicht erklären kann, warum man immer noch so viel Geld für externe Gutachten ausgeben muss. Was machen denn die vielen neuen Beamten?“, wird Oppositionsführer Thomas Kutschaty (SPD) in der „Rheinischen Post“ zitiert. Die Landesregierung wies einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Stellenplan der Ministerien und dem externen Beratungsbedarf zurück.

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