Altersarmut

Linke fordert sofortige Rentenerhöhung für den Osten

Linken-Chef Bernd Riexinger sieht Menschen in Ostdeutschland besonders von Altersarmut bedroht.

Linken-Chef Bernd Riexinger sieht Menschen in Ostdeutschland besonders von Altersarmut bedroht.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin.  Nach Ansicht der Linken müssen die Renten im Osten unverzüglich auf Westniveau angehoben werden. Der jetzige Zustand sei eine Schande.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Grundrente fordert die Partei Die Linke ein rentenpolitisches Sofortprogramm für Ostdeutschland. Die Renten dort müssten sofort auf das Niveau westdeutscher Renten angehoben werden. Außerdem müssten spezielle Zusatzrenten aus dem DDR-Rentensystem anerkannt werden.

„Für die Menschen im Osten ist Altersarmut ein besonders gravierendes Problem“, begründete Linken-Chef Bernd Riexinger die Forderungen gegenüber unserer Redaktion. Es sei „eine Schande“, dass nach fast 30 Jahren noch keine Angleichung der Renten in Ost und West erreicht sei. Die Ostdeutschen hätten besonders unter niedrigen Löhnen zu leiden.

Rente: Linke fordert sofortige Angleichung in Ost und West

Konkret fordert die Linke, den Rentenwert in Ost und West sofort anzugleichen – das ist die Euro-Summe, mit der sich die konkrete Rente aus den persönlichen Rentenansprüchen errechnet. Bisher ist diese Angleichung erst in fünf Jahren vorgesehen. Außerdem müssten die Rentenansprüche, die in der DDR und in Ostdeutschland erworben wurden, weiterhin höher bewertet werden als entsprechende Ansprüche im Westen.

Eine weitere Forderung betrifft die „Zusatz- und Sonderversorgungssysteme“, die es in der DDR in der Rente gab. Die Ansprüche daraus müssten „gerecht anerkannt“ werden. Außerdem müsse der Mindestlohn auf zwölf Euro steigen. Entsprechende Anträge will die Linke in dieser Woche in den Bundestag einbringen.

Doppelt so viele Niedriglöhner im Osten wie im Westen

Es gehe nicht nur um die symbolische Anerkennung der Lebensleistung der Ostdeutschen, „sondern um die ganze materielle Auswirkung der Wende auf ihre Rente“, sagte Parteichef Riexinger. Nach der Wende sei besonders im Osten der Niedriglohnsektor ausgebaut worden.

Die Linke verweist in diesem Zusammenhang auf aktuelle Studien, wonach im Osten doppelt so viele Menschen zu einem Niedriglohn arbeiten wie im Westen. Der Abstand der Bruttolöhne zwischen Ost und West habe sich sogar erhöht. Das werde auch durch niedrigere Lebenshaltungskosten im Osten ausgeglichen.

Wie man auch im Alter ausreichend finanziell abgesichert ist, ist eine politische Dauerfrage. Aktuell haben 80 Prozent der Deutschen Angst vor Altersarmut wegen zu geringer Rente. Ein großes Risiko hierbei sind die weiterhin vielen Teilzeit- und Minijobs.

Im Moment dürfen sich Rentner aber noch freuen – die Rentenbezüge sind im Juli für 21 Millionen Bürger gestiegen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (3) Kommentar schreiben