Kommentar

SPD: Manuela Schwesig wird vom Partei-Star zum Problem

Das ist Ministerpräsidentin Manuela Schwesig

Das ist Ministerpräsidentin Manuela Schwesig

Manuela Schwesig ist Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern. Privat hat sie eine schwere Krebserkrankung hinter sich. Ein Portrait.

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Berlin  Die Kontakte zwischen Schwesigs Regierung und Nordstream 2 machen sprachlos. Schnelle Aufklärung ist gefordert, kommentiert Jörg Quoos.

Die Mutation vom Hoffnungsträger zum Problembären dauert in der Politik manchmal nur einen Wimpernschlag. Das erlebt gerade Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die im vergangenen Jahr bei einigen Einflussreichen in der Partei als ideale Spitzenkandidatin und Nachfolgerin von Angela Merkel gesehen wurde.

Schwesig hat sich bekanntlich anders entschieden. Aus SPD-Sicht zum Glück, muss man heute sagen. Denn was bislang zum Thema russischer Lobbyismus aus Schwerin ans Tageslicht drang, macht sprachlos und bringt Schwesig in schwere Bedrängnis.

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Nordstream 2: Schwesig suchte die Nähe zu Putins Lobbyisten

Mit Millionen aus Moskau wurde eine Umweltstiftung gegründet, deren oberstes Ziel nicht die Rettung von Flora und Fauna, sondern politischer Einfluss und plumpes Greenwashing des umstrittenen Pipeline-Projektes Nordstream 2 war.

Mittendrin: Manuela Schwesig, die sich detailverliebt über viele Schritte unterrichten ließ und auffallend oft die Nähe von Putins Energie-Lobbyisten Matthias Warnig und Gerhard Schröder suchte.

Klimaschutzstiftung: Manuela Schwesig muss Aufklärung betreiben

PR-Künstler von Gazprom fühlten sich bei ihren Partnern in der Landesregierung sogar so sicher, dass man den Wunsch formulierte, ob man denn nicht Fragen und Wortbeiträge von Journalisten auf einer Pressekonferenz mitschneiden könne.

Manuela Schwesig täte gut daran, mit Nachdruck offenzulegen, wie die Kooperation mit Gazprom wirklich lief und wer dabei die roten Linien überschritt. Sie sollte es auch bald tun, denn der beschlossene Untersuchungsausschuss wird die Akten bekommen, die man Journalisten bislang hartnäckig verweigert hatte.

Und das Letzte, was die Sozialdemokraten jetzt gebrauchen könnten, wäre das öffentliche Zerpflücken einer Regierungschefin, die womöglich nachweislich auf die falschen Freunde gesetzt hat.

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Dieser Artikel ist zuerst auf waz.de erschienen.

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