NRW-Landtag

Neuer AfD-Fraktionschef in NRW - Pretzell soll Mandat zurückgeben

Düsseldorf.  Der 53-jährige Unternehmer Markus Wagner ist neuer Vorsitzender der AfD-Fraktion im NRW-Landtag. Sein Vorgänger Marcus Pretzell soll sein Mandat zurückgeben.

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Nach dem Parteiaustritt ihres früheren Chefs Marcus Pretzell hat die nordrhein-westfälische AfD-Landtagsfraktion am Freitag eine neue Spitze gewählt. Neuer Vorsitzender ist der Unternehmer Markus Wagner aus dem Kreis Minden-Lübbecke.

Zuvor war der 53-Jährige neben Helmut Seifen einer der Stellvertreter. Seifen kandidierte ebenfalls. Das konkrete Abstimmungsergebnis gab die Fraktion in Düsseldorf nicht bekannt.Seifen bleibt den Angaben zufolge Stellvertreter. Der 63 Jahre alte Oberstudiendirektor aus Gronau erwägt nun eine Kandidatur zum neuen AfD-Landeschef beim Parteitag am übernächsten Wochenende im oberbergischen Wiehl. Auch dieses Amt übte zuletzt Pretzell aus.

Ehrenerklärung der AfD-Abgeordneten

Pretzell hatte in der vergangenen Woche fast zeitgleich mit seiner Ehefrau, der bisherigen Bundesparteichefin Frauke Petry, den Austritt aus der AfD angekündigt. Wagner forderte Pretzell und einen weiteren ausgetretenen Abgeordneten auf, der AfD das Landtagsmandat zurückzugeben.

Zwar sei dies nicht zu erzwingen, räumte der neue Fraktionschef ein. Alle AfD-Landtagsabgeordneten hätten aber eine entsprechende Ehrenerklärung unterschrieben. Pretzell hatte hingegen in der vergangenen Woche erklärt, er wolle sein Mandat als fraktionsloser Abgeordneter behalten. Eine Zusammenarbeit strebe die Fraktion nicht an, sagte Wagner. "Herr Pretzell hat sich entschieden, seinen eigenen Weg zu gehen, den soll er jetzt auch bitte gehen."

Seit ihrem Einzug in den Düsseldorfer Landtag im vergangenen Mai ist die ursprünglich 16-köpfige AfD-Fraktion nun auf 14 Köpfe geschrumpft. Mit weiteren Austritten rechne er nicht, sagte Wagner.

AfD plant offenbar keine Kursänderung

Eine Kursänderung der AfD-Landtagsfraktion sei mit seiner Wahl nicht verbunden, betonte er. Anders als Pretzell äußerte er aber keine Vorbehalte gegen den immer wieder mit rechtspopulistischen Sprüchen provozierenden AfD-Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland. Pretzell, der am Freitag mit Petry und Kinderwagen durch die Landtagsflure flanierte, wollte sich nicht mehr zur Neuaufstellung der Fraktion äußern.

Seifen unterstrich, die Fraktion habe sich nie als Pretzells Gefolgsmannschaft verstanden, sondern stehe für das Parteiprogramm. Die Düsseldorfer Fraktion gilt innerhalb der Partei als relativ gemäßigt und hat nur zwei erklärte Anhänger des rechtsnationalen Thüringer AfD-Fraktionschefs Björn Höcke in ihren Reihen. Seifen bezeichnete eine Unterscheidung in Fundamentalopposition und Realpolitik als künstlich. "Das gab es nie.". (dpa)

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