Geburtsstationen

Neues Leben nicht rentabel

Foto: Waltraud Grubitzsch

Werdende Eltern werden bei der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus für die Geburt ihres Kindes vor geografische Probleme gestellt.

Willkommen in Deutschland, einer schwer reichen, hoch entwickelten Industrienation. Alles da, was man braucht. Ach so, Sie wollen ein Baby zur Welt bringen? Nee, das ist hier mal ganz schlecht. Wenn es nicht so traurig und nachweislich Realität wäre, dann könnte man das für einen Witz halten.

Aber so ist es: Mütter und Väter werden bei der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus für die Geburt ihres Kindes vor geografische Probleme gestellt. Die nächste Entbindungsstation? Hat geschlossen. 40 Minuten Fahrtweg sind zumutbar, wie ein Gesundheitsgremium unlängst verfügte. 40 Minuten!

Jede Frau hat mindestens großen Respekt vor den Stunden der Geburt. Die Angst vor der Anreise hilft da nicht. Frauen wollen sie sich in den besten Händen wissen, wollen sich gut und unaufgeregt umsorgt fühlen. Und nicht als Nebendarstellerin in einem Stück aus Hektik und Mangelverwaltung.

Viele Geburtsstationen schließen, nicht nur in Südwestfalen, sondern überall im Land. Natürlich hat das liebe Geld damit zu tun. Neues Leben ist nicht so richtig rentabel. Und alles, was nicht rentabel ist, verliert in den streng auf Profit ausgelegten Kliniken schnell seine Daseinsberechtigung. Es gibt viel in diesem Land. Viel. über das es sich nachzudenken lohnt.

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