Aberglaube

Neues Sozialgesetzbuch: Warum Heil die Nummer 13 überspringt

Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil (SPD).

Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil (SPD).

Foto: Britta Pedersen / dpa

Zahlenmystik im Arbeitsministerium? Auf das Sozialgesetzbuch 12 folgt nun das Sozialgesetzbuch 14. Der zuständige Minister klärt auf.

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Bei der Benennung der Sozialgesetzbücher (SGB) geht es eigentlich chronologisch zu: Auf das SGB I folgt das SGB II und so weiter. Zwölf Sozialgesetzbücher gibt es bislang, das nun erscheinende Sozialgesetzbuch zur Opferentschädigung müsste also SGB XIII (13) heißen.

Müsste, denn tatsächlich hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die als Unglückszahl geltende „13“ einfach übersprungen. Als der Entwurf im November bekannt wurde, fiel die römische Zahl XIV (14) im Titel zunächst niemandem auf – bis nun die „Augsburger Allgemeine“ darüber berichtet hat.

Heil: „Ich bin kein abergläubischer Mensch“

Zur Erklärung sagte Minister Heil der „Bild“-Zeitung (Bezahlangebot): „Ich bin kein abergläubischer Mensch und habe auch keine Angst vor Zahlen.“ Er sei gläubiger Christ, so Heil. „Aber in diesem Fall geht es um ein Opferentschädigungsgesetz für Opfer von Gewalttaten.“

Dabei habe eine Reihe von Opferverbänden darauf hingewiesen, dass es viele Betroffene gebe, die bei so einer Zahl ein ungutes Gefühl hätten. „Ich finde, wir Politiker brechen uns nichts ab, wenn wir auf solche Empfindungen Rücksicht nehmen.“

Weiter sagte Heil: „Die Bahn hat keinen Sitzplatz 13, bei vielen Fluglinien gibt es keine 13. Reihe, und in den Hotels fährt man auch oft von der 12. zur 14. Etage.“ Es sei nicht Aufgabe von Politik, Gefühle von Menschen zu verletzen. „Es ist eine Frage von Sensibilität.“ Bei den Sozialgesetzbüchern verstünden ohnehin nur noch Experten, welches SGB für welche Themen steht.

Neues Regelwerk soll Gewaltopfern helfen

Mit dem neuen Regelwerk sollen Gewaltopfer künftig unkomplizierter und passgenauer unterstützt werden. Entschädigungszahlungen sollen erhöht werden. Nachdem in der vergangenen Legislaturperiode eine geplante Reform gescheitert war, hatte die schwarz-rote Koalition sich nun eine umfassende Modernisierung vorgenommen.

Der Gesetzentwurf war auch unter dem Eindruck des Terroranschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz Ende 2016 zustande gekommen.

(dpa/küp)

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