Inklusion

Der Protest gegen Inklusion an Schulen weitet sich aus

Viele Eltern und Lehrer klagen über die Umsetzung der Inklusion an den Schulen in NRW. Sie fordern die Landesregierung auf, die Lage zu verbessern, sonst drohe das Projekt zu scheitern.

Viele Eltern und Lehrer klagen über die Umsetzung der Inklusion an den Schulen in NRW. Sie fordern die Landesregierung auf, die Lage zu verbessern, sonst drohe das Projekt zu scheitern.

Foto: Uwe Anspach/dpa

Düsseldorf.   Mittlerweile fordern neun Elternverbände Verbesserungen bei der Umsetzung des gemeinsamen Lernens von behinderten und nicht behinderten Schülern.

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Der Protest gegen die Umsetzung der schulischen Inklusion in NRW wächst. Dem kritischen Elternbündnis „Rettet die Inklusion“ sind vier weitere Elternverbände beigetreten. Damit unterstützen nun neun Eltern-Organisationen die Initiative, darunter die Landeselternschaften der Gymnasien und der Realschulen. Sie fordern, den gemeinsamen Unterricht zunächst auf wenige, über NRW verteilte „Inklusionsschulen“ zu begrenzen. „Wir wollen die schlechte Inklusion vor dem Scheitern bewahren“, sagte der Sprecher des Bündnisses, Dieter Cohnen.

Doppelbesetzung die Ausnahme

Unterstützt wird das Bündnis nun auch aktiv von der Lehrerseite. Der Philologenverband NRW erklärt sich mit den Eltern solidarisch. „Es geht uns nicht darum, die schulische Inklusion grundsätzlich in Frage zu stellen. Aber in NRW funktioniert sie nur in einigen Schulen gut“, erklärte Peter Silbernagel, Landesvorsitzender des Philologenverbandes. Die Unzufriedenheit sei fast überall groß. Die notwendige pädagogische Doppelbesetzung sei die große Ausnahme, so der Verband. Um das Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung in den Schulen erfolgreich zu gestalten, müsse, „viel mehr Geld in die Hand genommen werden“. Die eine Milliarde Euro, die die Landesregierung investiere, reiche nicht. „NRW hat die schulische Inklusion in eine Sackgasse manövriert. Aber man kann sie dort auch wieder rausholen“, so Silbernagel.

Das Elternbündnis „Rettet die Inklusion“ will im Landtagswahlkampf „auf die Politik zugehen“. Zudem ist ein Online-Auftritt geplant, wo Eltern, Lehrer und Schüler ihre Erfahrungen schildern können. Dem Bündnis gehören an: Landeselternschaften der Gymnasien und der Realschulen, Landesverband der Eltern sprachbehinderter Kinder, Elternverein NRW, Katholische Elternschaft, Landesverband Lernen Fördern, Verband Lernwege, Arbeitskreis Inklusion Münster, Elterninitiative Aachen.

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