Rhein

Rheinkonferenz beschließt Hilfsprogramm für den Rhein

Der Rhein aus der Vogelperspektive.

Der Rhein aus der Vogelperspektive.

Foto: Hans Blossey

Amsterdam.  Der Rhein soll sauberer und fischfreundlicher. Dafür haben sich Vertreter der Anrainerstaaten auf das Hilfsprogramm „Rhein 2040“ geeinigt.

Von der Nordsee bis nach Schaffhausen: Bis 2040 soll es Stör, Lachs und Aal wieder möglich sein, den kompletten Rhein entlang zu wandern. Bislang blockieren noch mehr als 300 Wanderhindernisse den Weg. Die sollen jetzt durchgängig gestaltet werden.

Das ist ein Ergebnis der 16. Rheinministerkonferenz von Amsterdam, zu der die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) eingeladen hatte. „Rhein 2040“ heißt das ambitionierte Projekt der Anrainerstaaten des Rheins, das die verschiedenen Nutzungen des 1230 Kilometer langen Stroms mit dem Schutz des Ökosystems in Einklang bringen soll. In den kommenden 20 Jahren sollen so gemeinsame Lösungen im Umgang mit Niedrigwasser gefunden, Mikroverunreinigungen eingedämmt und weitere Flussauen als Überschwemmungsgebiete reaktiviert werden.

„Rhein 2040“ ersetzt das Programm „Rhein 2020“

Das Programm „Rhein 2040“ ist die Fortführung des 2001 beschlossenen Programms „Rhein 2020“. Die Umsetzung der damals vereinbarten Ziele werden größtenteils als sehr positiv eingeschätzt, heißt es in dem abschließenden Papier der Konferenz, bei der für Deutschland Umweltministerin Svenja Schulze teilgenommen hat. So seien in den vergangenen 20 Jahren etwa bereits 600 Wanderhindernisse im Rhein und seinen Nebenflüssen beseitigt worden, die Wasserqualität habe sich seit der Jahrtausendwende weiter verbessert, die Artenvielfalt sei gewachsen und das Hochwasserrisiko sei minimiert worden.

Dass der Rhein dringend eine hohe Aufmerksamkeit benötigt, darauf pocht auch der Verband der Flusswasserwerke. „Trotz aller Bemühungen, die Wasserqualität zu verbessern, fällt den Wasserversorgungsunternehmen die Trinkwassergewinnung immer schwerer“, sagt etwa Gerard Stroomberg, Geschäftsführer des Verbands. Für die Unternehmen werde es zunehmend aufwendiger, Rheinwasser zu Trinkwasser aufzubereiten, so Stroomberg.

Flusswasserwerke haben Probleme Trinkwasser zu gewinnen

Zu den Zielen des Programms „Rhein 2040“ sagt Klaus Markgraf-Maué, Rheinexperte des Naturschutzbunds (Nabu) NRW: „Die Richtung stimmt, aber dazu gehört auch, mutiger die etablierten Nutzungs- und Entwicklungskonzepte für die Wasserstraße auf den Prüfstand zu stellen und dringend notwendige Anpassungen zu entwickeln.“ Die laufenden Planungen des Bundes für einen weiteren verkehrlichen Ausbau des Rheins sieht er kritisch.

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