Formula Student

Formula Student: HRW-Studenten haben einen neuen Rennwagen

Der Rennbolide schwebt zu dramatischen Klängen ein. Das Handy gehört übrigens zu HRW-Vizepräsident Oliver Koch, den die Studenten begeistern. Foto:Herbert Höltgen

Der Rennbolide schwebt zu dramatischen Klängen ein. Das Handy gehört übrigens zu HRW-Vizepräsident Oliver Koch, den die Studenten begeistern. Foto:Herbert Höltgen

Mülheim.   Das eMotion-Racing-Team hat einen neuen Boliden mit Elektroantrieb gebaut. Im Juli startet das Team in Italien und im August am Hockenheimring.

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Die Inszenierung stimmt schon mal: begleitet von dramatischer Musik und einer bunt-flackernden Light-Show, schwebt der von den Studenten entwickelte und bis auf einige wenige Komponenten selbst gebaute Rennwagen im Technikum der Hochschule am Kran auf die Präsentationsfläche vor dem staunenden Publikum, das applaudiert und den magischen Moment auf dem Handy bannt. Zum dritten Mal beteiligen sich die Studenten an dem „Formula Student“ genannten Rennwettbewerb, bei dem es aber nicht nur um Schnelligkeit geht, wie Teamleiter Max Gaidetzka betont.

„Eine ganz tolle Leistung“

„Eine ganz tolle Leistung“, schwärmt Oliver Koch, Vizepräsident der Hochschule, „das ist Wissenstransfer, wie ich ihn mir wünsche.“ Inzwischen sind rund 40 Studenten in das Projekt involviert, die in fünf Arbeitsgruppen neben dem normalen Studium zu Teilaspekten arbeiten. Erstsemester gehören ebenso dazu wie erfahrene Masterstudenten, die über ein extremes Know-How verfügen, und fachübergreifend ist das Projekt ohnehin angelegt. Da geht es auch um Finanzierung, einen Business-Plan, der eingehalten werden muss, außerdem um ein zielorientiertes Projekt-Management. Nachtschichten gehören auch dazu. Die Motivation bei solchen Projekten ist eben auch extrem hoch.

Vom 11. bis 15. Juli geht das eMotion-Racing-Team wieder in Varano de’ Melegari bei Parma in Italien mit 20 anderen Teams an den Start, vom 6. bis 12. August wollen sie unter 40 Teams am Hockenheimring möglichst weit nach vorne kommen. Und im Dezember haben sie den ernsten und seriösen Wunsch, in Australien zu starten. Logistisch ist das aber noch nicht geklärt. Inzwischen ist der Wert eines Mittelklassewagen in Emo 3 geflossen - etwa 40 000 Euro, schätzt der Teamleiter. Ohne die Unterstützung zahlreicher Sponsoren, der Hochschule und des Fördervereins nicht denkbar. In dem neun Monate währenden Prozess trafen sich die kleinen Teams wöchentlich, die große Runde 14-tägig, in der heißen Phase freilich öfter.

Der neue Wagen ist deutlich leichter als sein Vorgänger

Der offenkundigste Unterschied: Der Wagen ist deutlich leichter geworden. Wog das letzte Modell 338 Kilo ohne Fahrer, wird er nun etwa so viel inklusive Fahrer wiegen. Gaidetzka spricht von einer Gewichteinsparung von rund 20 Prozent, das wären knapp 68 Kilo. Das geschieht schon beim Bau des Fahrgestells, für das weniger Material als beim Vorgängermodell eingesetzt wurde, Rohre eingespart und mit unterschiedlichen Durchmessern gearbeitet wurde. Die Rohre haben sie in der zentralen Werkstatt selbst zurecht gesägt, gefräst und punktgeschweißt. Die restlichen Schweißarbeiten haben sie in professionelle Hände gegeben. Für andere Teile konnte auch der 3-D-Drucker im neuen Labor „Internet of Things“ genutzt werden.

Ganz wichtig war die Verbesserung der Akkus. „Die Effizienz konnte um den Faktor 3 verbessert werden“, sagt Benedikt Lammermann, der mit Philip Terhorst für die Elektronik zuständig ist. Weil ihr Bezugspunkt immer das Vorgängermodell ist, hatte Gaidetzka schon befürchtet, dass der Eindruck entsteht, es handele sich um ein ganz schlechtes Fahrzeug, was keinesfalls der Fall war. Aber das Vorgehen habe sich gelohnt. Zu schauen, was hat sich beim letzten Modell als Nachteil erwiesen und wie lässt es sich besser lösen.

>>> Die Rennklasse der Studenten
Bei der Formula Student zählt das Paket aus Geschwindigkeit, Rennperformance, Konstruktion, Effizienz, Finanzplanung und Marketing. Der Parcours ist eine liegende Acht, auf dem sich dann Fahreigenschaften unter schwierigen Bedingungen zeigen.

Vor zwei Jahren war das Team in Italien ausgeschieden, weil beim Transport ein Teil der Hauptplatine gebrochen war, im Vorjahr erwies sich der Akku als Schwachpunkt. Auch die Sitzposition war nicht gerade bequem. Die Schwachpunkte wurden korrigiert.

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