Karriere

Warum sich Unternehmen von Studenten beraten lassen

Viele Unternehmen aus der Region lassen sich von Studenten beraten.

Foto: Thinkstock

Viele Unternehmen aus der Region lassen sich von Studenten beraten.

Dortmund/Bochum.  Unternehmen wie Thyssenkrupp und Siemens engagieren Studenten der regionalen Universitäten als Berater. Das hat für beide Seiten Vorteile.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Unternehmensberater von der Uni? Für viele Unternehmen nichts Ungewöhnliches mehr. Zwar haben die Studenten keine so langjährige Berufserfahrung wie renommierte Berater von McKinsey & Co, dafür sind sie deutlich günstiger. Florian Bruskolini von der in Dortmund ansässigen studentischen Unternehmensberatung „VIA“ sieht aber noch mehr Vorteile: „Wir sind jung und noch viel freier in unserem Denken. Bei der Beratung gehen wir kreativer und unbefangener vor als Berater von konventionellen Beratungshäusern.“

Seit 1992 gibt es den Verein, bei dem Studenten von Hochschulen aus Dortmund und Bochum neben ihrem Studium arbeiten können. Zu den Kunden zählen Unternehmen wie Thyssenkrupp, Siemens oder die Postbank Akademie. Für Letztere haben die Studenten die Prozesse an verschiedenen Standorten in Deutschland optimiert. Vereinzelt sind für Projekte bis zu 70 Beratertage notwendig.

Kuratoren unterstützen die Studenten

Aufträge bekommen die Studenten auch durch Eigeninitiative. „Wir treten natürlich auch selbst an die Unternehmen heran und stellen ihnen unsere Ideen vor, deutlich mehr Projekte resultieren allerdings aus Anfragen von Unternehmen“, erläutert der 25-jährige Bruskolini. Die studentischen Unternehmensberater seien für die Unternehmen manchmal günstiger als eigene Angestellte. Außerdem können die Unternehmen so potentielle Mitarbeiter kennenlernen und testen.

Aktuell arbeiten bei VIA ungefähr 50 Aktive aus den verschiedensten Fachbereichen. Die meisten von ihnen studieren Wirtschaftswissenschaften oder eine Ingenieurswissenschaft, aber auch beispielsweise Lehramtsstudenten beraten die Unternehmen. Derzeit suche der Verein besonders IT-Leute. Unterstützt werden die Berater zusätzlich von Kuratoren. Das können Professoren aber auch Unternehmen wie Deloitte sein.

Berater werden bei einem Assessment-Center ausgesucht

Doch mitmachen kann nicht jeder. Ausgesucht wird anhand eines Assessment-Centers, danach folgt eine circa fünfmonatige Ausbildungszeit. Ungefähr 80 Bewerber auf 15 Stellen gebe es in der Regel bei VIA, so Bruskolini. Ab dem 1. April beginnt der neue Bewerbungszeitraum bei dem Verein.

Vorteile biete so ein Posten besonders für die Karriere. Das zusätzliche Engagement mache sich gut im Lebenslauf, außerdem kennen die Studenten so potentielle Arbeitgeber direkt persönlich. „Man hat an vielen Stellen einen Fuß in der Tür. Oft reicht ein Anruf und schon wird ein Bewerbungsgespräch ausgemacht – ohne umfangreichen Bewerbungsprozess“, so der 25-Jährige. Dennoch bleibt für ihn das Studium seine Hauptaufgabe, die er nicht vernachlässigen will.

Studentische Unternehmensberatungen in der Region

An allen Universitäten in der Region gibt es solche studentischen Unternehmensberatungen. An der Ruhr-Universität Bochum gibt es noch „Campus for Company“. Die Universität Duisburg/Essen hat zwei solcher Angebote, am Campus Essen „Act“, in Duisburg „Wissenschaft in der Praxis“. Seit 2007 gibt es „Heinrich Heine Consulting“ in Düsseldorf. In Siegen heißt die studentische Unternehmensberatung „Study & Consult“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik