Verdacht

Schwarzgeld-Vorwurf gegen Sportartikel-Hersteller Kettler

Design bei der Firma Kettler aus Ense. Das deutsche Unternehmen Heinz Kettler GmbH & Co. KG ist einer der weltweit führenden Hersteller von Freizeitmöbeln, Fitnessgeräten, Fahrrädern und Kinderartikeln mit dem Sitz in Ense-Parsit. Das  wurde 1949 gegründet und hat derzeit ca. 2000 Mitarbeiter. Geschäfstführerin ist Dr. Karin Kettler. (Dienstag, 05.03.2013).
Foto: Thomas Nitsche

Design bei der Firma Kettler aus Ense. Das deutsche Unternehmen Heinz Kettler GmbH & Co. KG ist einer der weltweit führenden Hersteller von Freizeitmöbeln, Fitnessgeräten, Fahrrädern und Kinderartikeln mit dem Sitz in Ense-Parsit. Das wurde 1949 gegründet und hat derzeit ca. 2000 Mitarbeiter. Geschäfstführerin ist Dr. Karin Kettler. (Dienstag, 05.03.2013). Foto: Thomas Nitsche

Foto: Thomas Nitsche

Ense/Bochum.   Der Sportartikel- und Freizeitmöbel-Produzent Kettler kommt nicht zur Ruhe. Nach Verkaufsgerüchten kamen nun auch noch Schwarzgeld-Vorwürfe auf.

Der Sportartikel- und Freizeitmöbel-Produzent Kettler aus Ense im Kreis Soest kommt nicht zur Ruhe. Der Finanzberater Clearwater International suche einen Käufer für Kettler, meldet das Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ in seiner kommenden Ausgabe (Freitag). Angeblicher Kaufpreis: 100 Millionen Euro.

Zudem soll der im Jahr 2005 verstorbene Firmengründer Heinz Kettler in eine Schwarzgeld-Affäre verwickelt sein. Der Bochumer Steuerfahndung liegen, so berichtet es „Bilanz“, Belege dafür vor, dass der Unternehmer in den 90er Jahren 35 bis 50 Millionen Euro am Finanzamt vorbei in die Schweiz geschafft habe.

Geld soll aus Auslands-Geschäften stammen

Das Geld soll demnach aus Kettler-Geschäften im Ausland stammen, schreibt das Magazin. Von dort soll es direkt in bar in der Schweiz deponiert worden sein. So soll Heinz Kettler etwa einen Mitarbeiter nach Barcelona zur spanischen Niederlassung geschickt haben, um dort Bargeld abzuholen und dieses dann als Tourist getarnt per Wohnmobil in die sichere Schweiz zu transferieren.

Die Steuerfahndung in Bochum wollte sich mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht äußern. Clearwater International lehnte eine Stellungnahme ebenfalls ab, verwies jedoch auf Anfrage dieser Zeitung darauf, Kettler bereits Ende 2015 beim Verkauf der Fahrradsparte an die Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG) beraten zu haben.

Kettler geriet vor drei Jahren in Schieflage

Kettler war erst vor drei Jahren in eine wirtschaftliche Schieflage geraten und musste am 1. Juni 2015 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung einleiten, das im März 2016, auch mit Hilfe einer Landesbürgschaft in Höhe von 30 Millionen Euro, erfolgreich beendet wurde. Im November 2016 ging dann offiziell die neugegründete Kettler GmbH an den Start.

Gegenüber der WESTFALENPOST erklärte das Unternehmen, dass es sich auf der Suche nach strategischen Partnern in Gesprächen befinde, die Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen. Vom Vorwurf der Steuerhinterziehung sei die neu gegründete Kettler GmbH nicht betroffen.

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