Korruptionsskandal

Südafrikas Präsident Jacob Zuma ist zurückgetreten

Südafrikanischer Präsident Zuma tritt zurück

Der ANC hatte bereits am Dienstag die Absetzung Zumas beschlossen.

Der ANC hatte bereits am Dienstag die Absetzung Zumas beschlossen.

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Johannesburg  Er hatte sich lange gewehrt, doch nun gab Südafrikas Präsident Zuma seinen Rücktritt bekannt. Sein Stellvertreter Ramaphosa übernimmt.

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Südafrikas Präsident Jacob Zuma hat unter dem Druck der Regierungspartei ANC nach rund neun Jahren an der Macht seinen Rücktritt erklärt. Damit kam der von Korruptionsskandalen belastete Zuma (75) einem für Donnerstag geplanten Misstrauensvotum im Parlament zuvor . Zuma erklärte am Mittwochabend in einer Ansprache an die Nation, er sei stolz darauf, für den Afrikanischen Nationalkongress (ANC) gegen „Jahrhunderte Brutalität der weißen Minderheit“ gekämpft zu haben.

Zuma erklärte, er verstehe nicht, wieso die Partei am Dienstag seinen sofortigen Rücktritt gefordert habe, aber er füge sich dem Willen der Organisation. „Der ANC darf nie in meinem Namen gespalten werden“, sagte er. „Ich habe den Menschen Südafrikas so gut gedient, wie ich konnte.“ Es sei eine große Ehre für ihn gewesen.

Zuma war zur Zeit des rassistischen Minderheitsregimes in Südafrika Teil der ANC-Führung im Exil. Er saß für den Kampf gegen die weiße Regierung als junger Mann zehn Jahre im Gefängnis.

Stellvertreter Cyril Ramaphosa übernimmt

Zumas Rücktritt ebnet den Weg für den ANC-Vorsitzenden und bisherigen Vizepräsidenten Cyril Ramaphosa (65), der schon am Freitag als neuer Staatschef vereidigt werden soll. Ramaphosa, der als Unternehmer ein Millionenvermögen angehäuft hat, steht im Ruf, ein pragmatischer Managertyp zu sein.

Auf Ramaphosa warten große Herausforderungen: Als Präsident wird er Südafrika mit seinen rund 55 Millionen Einwohnern wieder auf Kurs bringen müssen. Südafrika ist der am meisten entwickelte Staat des Kontinents, doch die krasse Kluft zwischen Arm und Reich, eine Arbeitslosenquote von fast 28 Prozent und zahlreiche Korruptionsenthüllungen haben für große Unzufriedenheit gesorgt.

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Zuma: „Ich finde das unfair“

Die Abgeordneten des regierenden ANC wollten Zuma am Donnerstag zusammen mit der Opposition abwählen. Das wäre das erste Mal in der jungen Geschichte Südafrikas als Demokratie seit 1994 gewesen.

Noch am Mittwochnachmittag hatte sich Zuma in einem Interview gegen seine Absetzung gewehrt, weil er keine Gründe für einen Rücktritt sehe. „Niemand hat mir eine Erklärung gegeben, was ich getan haben soll. Ich finde das unfair, sehr unfair“, sagte Zuma. Seine zweite Amtszeit wäre eigentlich erst mit den nächsten Wahlen 2019 zu Ende gegangen.

Zuma bestreitet alle Vorwürfe

Zumas Präsidentschaft wird seit geraumer Zeit überschattet von Vorwürfen, er habe einer Unternehmerfamilie Geschäfte zugeschustert und ihnen unzulässig Einfluss auf die Politik gewährt – bis hin zur Ernennung von Ministern und Managern staatlicher Unternehmen. Trotz schwerer Vorwürfe der unabhängigen Antikorruptionsbehörde wurde Zuma bisher nicht angeklagt. Der Staatschef bestreitet alle Vorwürfe.

Ramaphosa war seit 2014 Vizepräsident, hat es jedoch geschafft, nicht von Zumas Skandalen belastet zu werden. Er war lange Jahre Anti-Apartheid-Aktivist und stieg in den 1980er Jahren zum wichtigsten Gewerkschaftsführer des Landes auf. Nach dem Ende der Apartheid galt er als Kronprinz von ANC-Chef Nelson Mandela, der 1994 Südafrikas erster demokratisch gewählter Präsident wurde. Als Mandela ihn bei der Nachfolge überging, zog Ramaphosa sich 1997 zurück. (dpa)

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