Bildungs-Investitionen

Über dem Budget: Digitale Schulen kosten 2,8 Milliarden Euro

Laptops und iPads gehören in einigen Schulen längst zum Alltag – aber längst noch nicht überall.

Foto: Thomas Gödde

Laptops und iPads gehören in einigen Schulen längst zum Alltag – aber längst noch nicht überall. Foto: Thomas Gödde

Essen.   Die Schulen in Deutschland hinken bei der digitalen Ausstattung hinterher. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung weit hervor.

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Um die rund acht Millionen Schüler in Deutschland für den digitalen Wandel fit zu machen, sind Investitionen von jährlich rund 2,8 Milliarden Euro nötig. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

„Digitalisierung ist für junge Menschen längst Alltag. Auch Schule muss digitaler werden und die Kompetenzen vermitteln, die zukünftig für Teilhabe an der Gesellschaft und am Berufsleben notwendig sind“, sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung am Freitag bei der Vorstellung der Studie. Neben pädagogischen Konzepten und entsprechend ausgebildeten Lehrkräften sei dafür eine angemessene technische Ausstattung nötig, so Dräger. Einmalige Investitionen reichten nicht aus.

„Gesetzliche Hürden beseitigen“

Konkret halten die Studienautoren ein schnelles WLAN, Präsentationstechnik für die Klassenräume sowie Endgeräte für erforderlich. Zudem würden digitale Unterrichtsmaterialien wie beispielsweise Lernprogramme für die individuelle Förderung der Kinder gebraucht. Die jährlichen Kosten bezifferten die Forscher auf durchschnittlich 300.000 Euro (weiterführende Schule) und 45.500 Euro (Grundschule), das entspricht 400 beziehungsweise 260 Euro pro Schüler. Zu klären sei außerdem, wie Eltern an den Kosten für individuelle Endgeräte entsprechend ihren finanziellen Möglichkeiten beteiligt werden könnten. Smartphones oder Tablets für die Schüler machen in den Berechnungen allein rund 800 Millionen Euro aus.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bezeichnete die Digitalisierung der Schulen als zentrale Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen. „Alle gesetzlichen Hürden, die einer gesamtgesellschaftlichen Kraftanstrengung im Wege stehen, müssen beseitigt werden mit dem Ziel, im föderalen Aufbau unseres Landes wieder neue Kooperationsmöglichkeiten zu schaffen“, sagte Gebauer der WAZ. Die Gesamtsumme von 2,8 Milliarden Euro im Jahr liegen deutlich über dem Budget des Digitalpakts Schule, für den der Bund eine Milliarde Euro in Aussicht gestellt hat.

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