Zuwanderung

Über die Hälfte der Asylbewerber legt keinen Ausweis vor

Eine Aufenthaltsgestattung zu bekommen, kann kompliziert werden, wenn der Asylbewerber keinen Ausweis vorlegt.

Eine Aufenthaltsgestattung zu bekommen, kann kompliziert werden, wenn der Asylbewerber keinen Ausweis vorlegt.

Foto: Arne Dedert / dpa

Berlin  Laut aktuellen Daten reisen viele Asylbewerber ohne Ausweis an. Doch von der Linken kommen Zweifel an den aktuellen Statistiken auf.

In Deutschland sind nach Informationen unserer Redaktion fast 300.000 Asylklagen anhängig. In der Folge ist die durchschnittliche Dauer dieser Gerichtsverfahren von 12,5 Monate im Jahr 2018 auf 15,9 Monate im ersten Quartal 2019 gestiegen.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor. 47,3 Prozent der Asylsuchenden sind Minderjährige. In knapp 20 Prozent der Fälle gehen die Asylanträge auf Kinder zurück, die bereits in Deutschland geboren wurden. Das so genannte Familienasyl nimmt eine immer größer werdende Bedeutung an.

Im ersten Quartal dieses Jahres betrafen 78 Prozent aller Anerkennungen durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Angehörige von bereits anerkannten Flüchtlingen.

Asyl: Über die Hälfte der Asylbewerber ohne Ausweise

Über 55 Prozent der Asylsuchenden legt keine Ausweise vor. Das gilt vor allem für Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern wie Eritrea, Somalia, Sudan oder Kenia. Linken-Politikerin Ulla Jelpke warf dem BAMF-Chef Hans-Eckhard Sommer eine „Falschaussage“ vor. Sommer hatte in einem Interview behauptet, dass Asylsuchende mit geringen Anerkennungsquoten „fast nie“ Dokumente vorlägen.

Das lässt sich mit den offiziellen Zahlen der Bundesregierung nicht erhärten. Asylsuchende mit besonders geringen Anerkennungsquoten legten im Gegenteil überdurchschnittlich oft Identitätspapiere vor, sagte Jelpke unserer Redaktion.

Das Interview ihres Behördenchefs stufte die Bundesregierung selbst als eine „generalisierende Aussage“ ein. Sie sei nicht auf die vorliegenden Zahlen, „sondern auf eine in der Fragestellung nicht näher ausgeführte Interviewsituation bezogen“ gewesen.

Zuletzt mehr Asylanträge innerhalb der EU

Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte zuletzt mit Aussagen über das Kirchenasyl für Diskussionen gesorgt. Das BAMF untersteht dem Innenministerium und Seehofer hatte erwähnt, dass das Bamf nicht vor Kirchenasyl zurückschrecke. Der Bundestag hat zudem Anfang Juni den Migrationspakt beschlossen – Das sind die wichtigsten Punkte. Beobachter sagten danach: Seehofers Asylwende kommt kurz vor Torschluss.

Neben aktuellen Zahlen zu Asylbewerbern in Deutschland sind Mitte Juni auch Daten zu den Fallzahlen innerhalb der Europäischen Union bekannt geworden: Mehr Asylbewerber in der EU – wegen einer Besonderheit. (FMG)

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