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Ukraine-Krieg: Erste Evakuierungen aus Städten angelaufen

| Lesedauer: 113 Minuten
Angriff auf die Ukraine - Flucht vor Putins Krieg

Angriff auf die Ukraine - Flucht vor Putins Krieg

FUNKE-Reporter Julian Würzer und FUNKE-Fotograf Reto Klar sind an der ukrainischen Grenze zu Polen. Dort treffen sie viele Frauen und Kinder, die emotionale Geschichten erzählen und Fotos von ihren Lieben in unsere Kamera halten, die sie in der Ukraine lassen mussten.

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Nach gescheiterten Versuchen soll die Bevölkerung aus mehreren ukrainischen Städten herausgebracht werden. Mehr dazu im Ukraine-Blog.

  • Die Evakuierungen aus mehreren ukrainischen Städten haben begonnen
  • Zuvor hatte das russische Militär nach eigenen Angaben eine Feuerpause in Kraft gesetzt
  • Russische Streitkräfte sollen jedoch eine Evakuierungsroute für die Stadt Mariupol beschossen und damit gegen die vereinbarte Feuerpause verstoßen haben
  • Die Preise für Diesel und Benzin sind wegen des Krieges auf einem Rekordhoch
  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will trotz der Kämpfe um Kiew die Hauptstadt nicht verlassen
  • Die Ukraine meldet "kleine positive Fortschritte" bei Verhandlungen mit Russland

Berlin/Kiew/Moskau. Im russischen Angriffskrieg in der Ukraine spitzt sich die Lage der Bevölkerung weiter zu. Immerhin hat das russische Militär am heutigen Dienstag nach eigenen Angaben eine neue Feuerpause in der Ukraine in Kraft gesetzt und "humanitäre Korridore" in fünf Städten geöffnet. In der Hauptstadt Kiew sowie den Großstädten Tschernihiw, Sumy, Charkiw und der besonders umkämpften Hafenstadt Mariupol sollten die Menschen die Möglichkeit haben, sich in Sicherheit zu bringen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will trotz der Kämpfe um Kiew die Hauptstadt nicht verlassen. "Ich bleibe in Kiew", sagte er in einer am Montagabend veröffentlichten Videobotschaft. Er verstecke sich nicht und habe vor niemandem Angst. Man werde weiter mit Russland sprechen, sagte Selenskyj. Jeder Tag des Kampfes schaffe "bessere Bedingungen" für die Ukraine. "Eine starke Position, um unsere Zukunft zu sichern. Nach diesem Krieg."

Bei Luftangriffen auf die nordostukrainische Großstadt Sumy wurden den örtlichen Behörden zufolge mindestens zehn Menschen getötet, darunter auch Kinder. Die Angaben waren nicht unabhängig zu prüfen.

Ukraine-Krieg – Alle News von Dienstag, 8. März: Newsblog schließt

13.30 Uhr: Dieses Blog schließt. Lesen Sie alle aktuellen News zum Krieg in der Ukraine in unserem neuen Newsblog.

Selenskjy zu Gesprächen über Donbass und Krim bereit

12.58 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich zu Gesprächen über den Status der Separatistengebiete im Osten des Landes und der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim bereit gezeigt.

Im US-Sender ABC machte Selenskyj zugleich deutlich, dass er nicht auf Forderungen aus Moskau eingehen werde, die Unabhängigkeit der selbst ernannten "Volksrepubliken" sowie die russische Herrschaft über die Krim anzuerkennen. "Ich bin bereit für einen Dialog. Aber wir sind nicht bereit für eine Kapitulation."

Weiter sagte der ukrainische Präsident: "Wir können diskutieren und einen Kompromiss finden, wie diese Gebiete weitermachen können." Wichtig sei, darauf zu achten, wie es den Menschen dort ergehe, die Teil der Ukraine sein wollten. Es handle sich um eine viel kompliziertere Frage als nur um eine Anerkennung. "Dies ist ein weiteres Ultimatum, und wir erkennen keine Ultimaten an."

Russland soll Evakuierungsroute für Mariupol beschossen haben

12.48 Uhr: Russische Streitkräfte haben nach Angaben der ukrainischen Regierung eine Evakuierungsroute für die belagerte Hafenstadt Mariupol unter Beschuss genommen und damit gegen eine vereinbarte Feuerpause verstoßen.

Acht Lastwagen und 30 Busse seien bereit, humanitäre Hilfe nach Mariupol zu liefern und Zivilisten nach Saporischschja in Sicherheit zu bringen, teilt der Sprecher des Außenministeriums, Oleg Nikolenko, auf Twitter zudem mit. Er forderte: "Der Druck auf Russland muss erhöht werden, damit es seine Verpflichtungen einhält."

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Erste Einwohner verlassen umkämpftes Sumy

12.20 Uhr: In der Ukraine ist die erste mit Russland abgestimmte Evakuierung von Zivilisten aus umkämpften Städten angelaufen. Im belagerten Sumy im Nordosten des Landes bestiegen Einwohner Busse, um nach Poltawa im Zentrum der Ukraine zu fliehen. Der Gouverneur von Sumy, Dmitro Schiwitskij, sagte, Behinderte, schwangere Frauen und Kinder aus Waisenhäusern hätten Vorrang.

In einem vom Präsidentenberater Kyrolo Tymoschenko veröffentlichten Video war ein roter Bus mit einigen Zivilisten an Bord zu sehen. "Dem Konvoi wird die örtliche Bevölkerung in Privatfahrzeugen folgen", kündigte die stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk in einer TV-Ansprache an.

Shell schließt alle Tankstellen in Russland

12.14 Uhr: Shell hat angekündigt den Verkauf von Kraftstoff in Russland komplett einzustellen. Man wolle sich "aus dem gesamten russischen Öl- und Gasgeschäft zurückziehen, kündigt das Unternehmen an.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Musiker nutzen ihre Reichweite in Russland

11.56 Uhr: Auch die Musikwelt reagiert auf den russischen Angriff auf die Ukraine. Zahlreiche internationale Musiker, Musikerinnen und Bands wie Green Day, Iggy Pop oder Nick Cave haben angesichts des Krieges in der Ukraine bereits ihre Konzerte in Russland abgesagt.

Und auch viele deutsche Musikstars zogen ähnliche Konsequenzen. Einige nutzen außerdem ihre Reichweite und richteten sich mit Statements in den sozialen Medien direkt an ihre Fans – und vor allem an ihre große Fanbase in Russland. Lesen Sie dazu: Rammstein und Co. – So nutzen sie ihre Reichweite in Russland

Evakuierung von Mariupol offenbar angelaufen

11.36 Uhr: Nach mehrfach gescheiterten Versuchen soll auch die Bevölkerung von Mariupol aus der seit Tagen umkämpften Hafenstadt herausgebracht werden. Angaben ukrainischer Behörden zufolge sollen sich 30 Busse auf dem Weg in die Stadt befinden, um die Menschen in Sicherheit zu bringen.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Thüringer Verfassungsschutzchef für Registrierung von Flüchtlingen

11.25 Uhr: Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer fordert, dass alle Flüchtlinge, die aus der Ukraine nach Deutschland kommen, registriert werden sollten. Das berichtet das "Handelsblatt". Hintergrund ist laut Kramer die Sorge, dass auch Extremisten und Kriminelle ins Land gelangen könnten.

"Bei aller Hilfe, Mitgefühl und Humanität in der gegenwärtigen Lage dürfen wir die Sicherheit unserer Bürger und unserer Nationen nicht aus dem Blick verlieren", mahnte Kramer und fügte hinzu: "Das bedeutet, dass wir wissen sollten, wer unsere Grenzen überschreitet, um Schutz, Unterstützung und Freizügigkeit zu erhalten und sich möglicherweise hier ein neues Leben aufbauen wird." Mehr zum Thema: Ukraine-Krieg – Wie viele Flüchtlinge wir aufnehmen können

Habeck glaubt nicht an Stopp von Nord Stream 1

10.50 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bezweifelt, dass Russland seine Drohung wahr macht, die Gaslieferungen über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 einzustellen. "Ich rechne nicht damit, weil Russland wissen muss: Wenn sie das tun, dann sind sie ein unzuverlässiger Lieferant", sagte der Grünen-Politiker im Gespräch mit RTL und ntv. Dann würde Europa auch nach einer späteren Deeskalation der Lage nicht wieder als Kunde zurückkommen.

Neue Feuerpause in Ukraine in Kraft

10.31 Uhr: Das russische Militär hat nach eigenen Angaben eine neue Feuerpause in der Ukraine in Kraft gesetzt und "humanitäre Korridore" in fünf Städten geöffnet. In der Hauptstadt Kiew sowie den Großstädten Tschernihiw, Sumy, Charkiw und der besonders umkämpften Hafenstadt Mariupol sollten die Menschen die Möglichkeit haben, sich in Sicherheit zu bringen. Die Feuerpause sei um 10.00 Uhr Moskauer Zeit (8.00 Uhr MEZ) in Kraft getreten, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk bestätigte, mit Russland und dem Roten Kreuz sei eine Vereinbarung für die Stadt Sumy getroffen worden, die bis 20.00 Uhr (MEZ) gelte. Die Evakuierung habe begonnen, meldete die ukrainische Agentur Unian in ihrem Telegram-Kanal und zeigte in einem Videoclip abfahrende Busse und Autos mit Zivilisten.

Die Einstellung der Kämpfe gilt als Voraussetzung für das Funktionieren von Fluchtkorridoren in den umkämpften Städten. Ein Schwerpunkt ist die von Russland belagerte Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer. Dort warten nach Angaben des Roten Kreuzes 200 000 Menschen darauf, über verschiedene Routen aus der Stadt zu kommen.

Ukraine-Krise: Spritpreise erreichen Rekordhöhen

10.13 Uhr: Die Spritpreise sind im bundesweiten Tagesdurchschnitt erstmals über zwei Euro pro Liter gestiegen. Am Montag kostete Superbenzin der Sorte E10 2,008 Euro je Liter, bei Diesel waren es 2,032 Euro, wie der ADAC mitteilte.

Viraler Clip: Mädchen singt Disneysong in Luftschutzraum

9.59 Uhr: Seit Russland Städte in der Ukraine bombardiert, sind viele gezwungen, in Kellern Schutz vor den Bomben zu suchen. Mehrere Videos aus Luftschutzräumen zeigen, wie die Menschen dort musizieren, während über ihnen Krieg herrscht.

Einer der Clips rührt nun Tausende im Netz zu Tränen: Ein kleines Mädchen singt vor der ukrainischen Nationalfahne das Titellied des Disney-Films "Die Eiskönigin" und erntet viel Applaus von den Anwesenden. Die Aufnahme konnte nicht verifiziert werden. Wann und wo das Video entstanden ist, ist unbekannt.

Moskau behauptet Biowaffen-Bau zur Rechtfertigung

9.44 Uhr: Russland wirft der Ukraine nach Angaben britischer Geheimdienste zunehmend vor, nukleare oder biologische Waffen zu entwickeln. Diese Erzählung sei zwar nicht neu, werde aber seit Ende Februar verstärkt verbreitet, um die russische Invasion in die Ukraine nachträglich zu rechtfertigen, hieß es in einem Geheimdienst-Update aus dem britischen Verteidigungsministerium.

Erst am Montag behauptete das russische Verteidigungsministerium, in der Ukraine gebe es ein Netzwerk von Bio-Laboren, die im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums arbeiteten. Internationale Faktenchecker haben diese Behauptung allerdings längst entkräftet. Zur Begründung seines Angriffskrieges gibt Kremlchef Wladimir Putin an, "nationalistische" Regierungstruppen verübten im ostukrainischen Donbass einen "Genozid" an Russen. Zudem arbeite die Ukraine an Atomwaffen. Für diese Vorwürfe gibt es keine Belege.

Medizinische Lage in Ukraine verschlechtert sich

9.15 Uhr: Der Krieg in der Ukraine macht aus Sicht der Organisation Ärzte ohne Grenzen die Hilfe für Verletzte zunehmend schwieriger. Die Versorgung der Krankenhäuser sei nicht mehr so gut gewährleistet wie vor Beginn der Kampfhandlungen, sagte der Geschäftsführer der Hilfsorganisation, Christian Katzer, am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". So sei zum Beispiel in Odessa die Versorgung mit Essen zusammengebrochen. "Auch können wichtige Medikamente nicht einfach mehr bestellt werden."

Ärzte ohne Grenzen hat demnach mehrere Teams in der Ukraine, etwa in der Hauptstadt Kiew sowie in Mariupol und Odessa. Eine effektive Hilfe sei aber noch schwierig, sagte Katzer. "Im Moment ist die Lage in vielen Gebieten der Ukraine noch so unübersichtlich, dass ein Arbeiten nicht wirklich möglich ist."

Ukraine-Krieg: Die Ölpreise steigen weiter

8.54 Uhr: Die Ölpreise sind im frühen Handel gestiegen. Die mehrjährigen Höchststände von Montag wurden aber nicht erreicht. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 127,88 US-Dollar. Das waren 4,67 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 3,73 Dollar auf 123,13 Dollar. Am Montag war der Brent-Preis bis auf rund 139 Dollar gestiegen, WTI hatte in der Spitze mehr als 130 Dollar gekostet. Es wurden jeweils die höchsten Niveaus seit dem Jahr 2008 erreicht.

"Hart aber fair"-Sendung zum Ukraine-Krieg

8.39 Uhr: Gut anderthalb Wochen führt Wladimir Putin mittlerweile Krieg in der Ukraine. Das große Leid beschäftigte am Montagabend auch die Runde bei "Hart aber fair": "Wohin führt dieser Krieg noch?", war die Sendung überschrieben. In der Diskussion gab es mehrere Kontroversen. Lesen Sie hier: "Hart aber fair" – Gast zeigt Verständnis für Putin

Was passiert, wenn Putin das Gas abdreht?

8.31 Uhr: Russland hat erstmals offen damit gedroht, kein Gas mehr durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 nach Deutschland zu liefern. "Wir haben das volle Recht, eine spiegelgerechte Entscheidung zu treffen und ein Embargo zu erlassen auf die Durchleitung des Gases durch die Pipeline Nord Stream 1, die heute maximal mit 100 Prozent ausgelastet ist", sagte der russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak in einer am Montagabend ausgestrahlten Rede im Staatsfernsehen. Lesen Sie hier, was passiert, wenn Putin das Gas abdreht.

Mariupol weiterhin ohne Strom

8.26 Uhr: In der von Russland belagerten Hafenstadt Mariupol gibt es nach Angaben des Stadtrats "keine Straße ohne kaputte Fenster, zerstörte Wohnungen oder Häuser."

Die Stadt sei ohne Strom, Wasser und Gas. Mariupol liegt nahe der sogenannten Kontaktlinie zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischer Armee im Verwaltungsbezirk Donezk und hat deshalb eine große strategische Bedeutung.

Biden dankt Südkorea für Russland-Sanktionen

7.54 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat Südkorea dafür gedankt, dass sich das Land den internationalen Sanktionen gegen Russland anschließt. Damit sende Südkorea ein starkes Zeichen der Unterstützung für die Ukraine, zitierte das Büro des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in den amerikanischen Präsidenten. Südkorea hat unter anderem die Geschäfte mit mehreren russischen Banken und den Export von Gütern wie etwa Computertechnologie nach Russland ausgesetzt.

Gazprom setzt Lieferungen laut Nachrichtenagentur fort

7.37 Uhr: Der russische Staatskonzern Gazprom setzt seine Lieferungen in die EU über die Ukraine uneingeschränkt fort, berichtet die russische Nachrichtenagentur RIA. Demnach sollen heute etwa 109 Millionen Kubikmeter nach Europa fließen.

Japan erneuert im Inselstreit mit Russland Gebietsansprüche

7.17 Uhr: Japans Regierung hat im Territorialstreit mit Russland um die Pazifik-Inselgruppe der Südkurilen seine Gebietsansprüche erneuert. Außenminister Yoshimasa Hayashi bezeichnete die vier Inseln als "festen Bestandteil" Japans, wie die japanische Tageszeitung "Sankei Shimbun" berichtete.

Zuvor hatte auch Ministerpräsident Fumio Kishida diese Formulierung benutzt. Damit kehrt seine Regierung angesichts des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine zu einem Sprachgebrauch zurück, den Kishidas Vorgänger Shinzo Abe zehn Jahre lang in der Hoffnung vermieden hatte, mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin eine Einigung zu erzielen.

Ukrainische Flüchtlinge "kein Risiko für innere Sicherheit"

6.51 Uhr: Die Flüchtlinge, die aus der Ukraine nach Deutschland kommen, stellen nach ersten Eindrücken der Grenzschützer keine Gefahr für die innere Sicherheit dar. Bei Kontrollen durch die Bundespolizei seien kaum Auffälligkeiten und "praktisch keine Personen mit unklarer Identität" gemeldet worden, sagte der Vorsitzende des Bezirks Bundespolizei bei der Gewerkschaft der Polizei, Andreas Roßkopf, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Das liege auch daran, dass die Geflohenen bereits an der Grenze zwischen Polen und der Ukraine kontrolliert und sie dann an der deutschen Grenze ein zweites Mal überprüft werden. Zudem handele es sich zumeist um Frauen und Kinder.

Milliardenschäden an Infrastruktur in der Ukraine

5.39 Uhr: Der ukrainische Infrastrukturminister Alexander Kubrakow hat die Schäden am Verkehrssystem im Land durch den russischen Einmarsch auf bisher mehr als zehn Milliarden US-Dollar (etwa 9,2 Mrd. Euro) geschätzt. Betroffen seien etwa Brücken, Eisenbahn und Flughäfen, sagte er der Onlinezeitung Ukrajinska Prawda zufolge.

Er sei überzeugt, dass die meisten Schäden in spätestens zwei Jahren beseitigt sein könnten. Dabei rechnet Kubrakow wohl auch mit ausländischer Hilfe. "Dieser Krieg ist nicht der unsere", sagte er. Die Ukraine verteidige die Interessen der gesamten zivilisierten Welt. "Wir werden das Land nicht auf eigene Faust wiederherstellen."

Ukraine meldet Tod von russischem General

4.37 Uhr: Bei Kämpfen um die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw ist nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes ein russischer General getötet worden. Demnach handelt es sich um Generalmajor Witali Gerassimow. Der 45-Jährige habe mit russischen Truppen in Syrien und Tschetschenien gekämpft und an der Besetzung der Krim 2014 teilgenommen, hieß es.

Der Tod Gerassimows konnte nicht unabhängig überprüft werden. Russland äußerte sich zunächst nicht. Bereits zuvor war bei den Kämpfen ein weiterer russischer General getötet worden. Eine örtliche Offiziersorganisation in Russland bestätigte den Tod von Generalmajor Andrej Suchowetzki, dem Kommandeur der 7. Luftlandedivision. Auch er nahm am russischen Feldzug in Syrien teil.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Ukrainischer Außenminister bestätigt Treffen mit russischem Kollegen Lawrow

2.26 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat die Absicht baldiger Gespräche mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow bekräftigt. "Derzeit ist der 10. (März) geplant. Mal sehen, ob er nach Antalya fliegt, dann fliege ich auch. Setzen wir uns, reden wir", teilte er am Abend in einer Videobotschaft mit. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte zuvor gesagt, beide Seiten würden am 10. März in Antalya erwartet. Die Gespräche sollten gemeinsam mit Cavusoglu im Dreier-Format stattfinden.

Russland bietet Feuerpause in fünf Städten an

1.34 Uhr: In fünf ukrainischen Städten soll es am heutigen Dienstag ab 10 Uhr Moskauer Zeit eine Feuerpause geben, um Zivilisten zu evakuieren.

Unicef-Chefin fordert mehr Schutz für Kinder in der Ukraine

1.11 Uhr: Die Leiterin des UN-Kinderhilfswerks Unicef hat den Weltsicherheitsrat aufgefordert, alle Konfliktparteien in der Ukraine an deren rechtliche Verpflichtung zum Schutz junger Menschen zu erinnern. Was den 7,5 Millionen Kindern der Ukraine aktuell zustoße, sei eine "moralische Gräueltat", sagte Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell bei einer Sitzung des Sicherheitsrats in New York.

Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine am 24. Februar seien nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros mindestens 27 Kinder getötet und 42 verletzt worden, sagte sie. "Zahllose weitere wurden schwer traumatisiert." Im Lauf der Kampfhandlungen seien Wohnhäuser, Schulen, Waisenhäuser, Krankenhäuser sowie Wasser- und Abwasseranlagen angegriffen worden - für Zivilisten wesentliche Einrichtungen.

Ukraine-Krieg – Alle News von Montag, 7. März: Keine Wehrpflichtigen oder Reservisten in die Ukraine?

22.58 Uhr: Russland will nach Angaben von Präsident Wladimir Putin keine Wehrpflichtigen oder Reservisten zum Kampf in die Ukraine schicken. "Wehrpflichtige Soldaten nehmen nicht an den Kämpfen teil und werden es auch nicht tun. Es wird auch keine zusätzliche Einberufung von Reservisten geben", sagte Putin am Montag in einer Fernsehansprache.

"Die festgelegten Ziele werden nur von professionellen Soldaten ausgeführt. Ich bin mir sicher, dass sie die Sicherheit und den Frieden für das russische Volk auf effektive Weise gewährleisten", fügte Putin hinzu.

Internationale Beobachter zweifeln an diesen Aussagen. Der Kreml habe für das Jahr 2022 die Einberufung der Wehrpflichtigen von April auf Februar vorverlegt. Das westliche System einer ausreichenden Zahl an kampffähigen Reservisten existiere in Russland nicht. Es mangele an Ersatz, um Verluste schnell auszugleichen, heißt es in einer Analyse des Institute for the Study of War (ISW). Obwohl es zwei Millionen ehemalige Wehrdienstleistende und Zeitsoldaten in Russland gibt, seien über die Jahre nicht genügend von ihnen auf dem aktuellen Stand gehalten worden.

Russland kündigt Einrichtung humanitärer Korridore in der Ukraine an

22.25 Uhr: Russland hat die Einrichtung mehrerer "humanitärer Korridore" in der Ukraine angekündigt. In den Städten Kiew, Charkiw, Mariupol, Tschernihiw und Sumy sollen am Dienstag ab 10.00 Uhr (08.00 Uhr MEZ) lokale Waffenruhen gelten, wie das Verteidigungsministerium in Moskau am Montagabend nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen ankündigte.

Zivilisten soll so die Flucht aus den umkämpften Städten ermöglicht werden. Alle fünf Städte standen in den vergangenen Tagen unter schwerem Beschuss durch die russische Armee.

Ukrainischer Botschafter fordert Entscheidung über Waffenlieferung "schon diese Woche"

21.49 Uhr: Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, hat eine baldige Entscheidung der Bundesregierung über Waffenlieferungen für sein Land gefordert. "Wir erwarten eine Entscheidung Berlins schon diese Woche, denn jeder Tag zählt, um das Leben von Zivilisten zu retten", sagte Melnyk unserer Redaktion.

In einer Verbalnote vom 3. März an Bundeskanzleramt, Außen- und Verteidigungsministerium hatte die ukrainische Botschaft unter anderem Mehrzweck-Kampfflugzeuge, U-Boote, Aufklärungs- und Kampfdrohnen sowie Kampfpanzer und Flugabwehrraketensysteme verlangt.

Russland droht mit Gas-Lieferstopp durch Nord Stream 1

21.38 Uhr: Russland hat nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine erstmals offen mit einem Gas-Lieferstopp durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 gedroht. "Wir haben das volle Recht, eine "spiegelgerechte" Entscheidung zu treffen und ein Embargo zu erlassen auf die Durchleitung des Gases durch die Pipeline Nord Stream 1, die heute maximal mit 100 Prozent ausgelastet ist", sagte Vize- Regierungschef Alexander Nowak am Montagabend im Staatsfernsehen.

EU-Staaten streben vorsichtigen Ausstieg aus russischer Energieversorgung an

20.36 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder werden sich bei ihrem Treffen am Donnerstag voraussichtlich für eine schrittweise Unabhängigkeit der EU von Russland bei der Energieversorgung aussprechen. Die 27 Mitgliedstaaten wollten die "Abhängigkeit von russischen Gas-, Öl- und Kohleimporten schrittweise abbauen", heißt es in einem Entwurf für die gemeinsame Erklärung, der am Montag der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

Die EU-Staats- und Regierungschefs kommen am Donnerstag zu einem zweitägigen informellen Gipfeltreffen in Versailles zusammen. In dem Entwurf ihrer gemeinsamen Erklärung bleiben sie hinter Forderungen Kiews und Washingtons zurück, sich rasch von Russland als Energie-Lieferanten zu trennen. Derzeit bezieht die EU 40 Prozent ihres Erdgases aus Russland. Besonders Deutschland ist von russischem Gas abhängig, aber auch Italien, Ungarn, Tschechien und die Slowakei sind auf russisches Gas und Öl angewiesen.

Auch dritte Verhandlungsrunde ohne Durchbruch

19.16 Uhr: Die dritte Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine und Moskau ist offenbar nur zu wenigen Fortschritten geführt. "Es gibt kleine positive Fortschritte bei der Verbesserung der Logistik der humanitären Korridore", schriebt Mykhailo Podolyak, der Chef-Unterhändler der Ukraine, auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Rotes Kreuz: Evakuierungsweg aus Mariupol am Sonntag war vermint

19.02 Uhr: Der für die zweite fehlgeschlagene Evakuierungsaktion aus der belagerten ukrainischen Stadt Mariupol am Sonntag vorgesehene Weg war nach Angaben von Helfern des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) vermint. Das IKRK-Team vor Ort sei bereit für die Evakuierung gewesen, sagte der IKRK-Vertreter Dominik Stillhart am Montag der BBC. "Aber als sie den ersten Kontrollposten erreichten, stellten sie fest, dass die Straße, die ihnen gezeigt wurde, in Wirklichkeit vermint war."

Die Schwierigkeit dabei, Tausende in Mariupol unter katastrophalen Umständen festsitzende Menschen in Sicherheit zu bringen, sei, dass es keine zuverlässigen Absprachen zwischen den russischen Belagerern der Stadt und den Streitkräften und Behörden der Ukraine gebe. Die Gefahr für die Zivilisten bei einer geplanten Evakuierung über eine verminte Straße zeige, "wie wichtig es ist, dass beide Seiten eine genaue Vereinbarung treffen".

EU rechnet mit bis zu fünf Millionen Flüchtlingen aus der Ukraine

18.29 Uhr: Die EU rechnet wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine mit bis zu fünf Millionen Kriegsflüchtlingen. Man sei bereits jetzt bei etwa 1,6 Millionen, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Montag nach einem Treffen der Entwicklungsminister der EU-Staaten in Montpellier.

Angesichts des schnellen Anstiegs sei stark zu befürchten, dass man die Zahl von fünf Millionen Personen erreichen könnte. "Das ist eine vernünftige Schätzung", erklärte Borrell. "Eine so große Flüchtlingsbewegung haben wir seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr erlebt."

EU leitet Prüfung von ukrainischem Beitrittsantrag ein

17.34 Uhr: Die Europäische Union hat die Prüfung des Beitrittsantrags der Ukraine eingeleitet. Die Botschafter der EU-Länder einigten sich in Brüssel darauf, von der EU-Kommission eine erste Stellungnahme zum Kandidatenstatus für die Ukraine einzuholen, wie die französische Ratspräsidentschaft am Montag auf Twitter mitteilte. Auch die Anträge Georgiens und Moldaus sollen demnach geprüft werden.

Mindestens 13 Tote bei Luftangriff auf Großbäckerei westlich von Kiew

17.06 Uhr: Bei einem russischen Luftangriff westlich von Kiew sind nach ukrainischen Angaben mindestens 13 Zivilisten getötet worden. Eine Granate habe das Gelände einer Großbäckerei im Ort Makariw getroffen, teilte das ukrainische Innenministerium am Montag mit.

Fünf Menschen seien aus den Trümmern gerettet worden. Insgesamt hätten sich etwa 30 Menschen auf dem Gelände aufgehalten. Die Bäckerei sei derzeit nicht in Betrieb. Russische Truppen stehen nordwestlich von Kiew und versuchen, auch von Westen auf die ukrainische Hauptstadt vorzurücken. Russland beharrt darauf, dass seine Truppen keine zivilen Ziele in der Ukraine angreifen.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine offenbar begonnen

16.27 Uhr: In Belarus hat am Montag russischen Medien zufolge die dritte Runde der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine begonnen. Die Agenturen Tass und Interfax beriefen sich dabei auf die russische Botschaft in Belarus. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung. Die belarussische Staatsagentur Belta veröffentlichte im Nachrichtenkanal Telegram ein Bild der Delegationen an einem Tisch.

Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak hatte kurz zuvor gesagt, die Gespräche würden „jeden Moment“ beginnen. Auch die belarussische Staatsagentur Belta meldete zunächst keinen Verhandlungsbeginn. Die Vertreter beider Länder wollten unter anderem über humanitäre Korridore zur Rettung von Menschen aus umkämpften Gebieten sprechen.

Deutschland will viele Ukraine-Flüchtlinge medizinisch versorgen

16.08 Uhr: Deutschland will laut Bundesregierung eine zentrale Rolle bei der Versorgung der vielen Kriegsverletzten und Kranken ohne Behandlungsmöglichkeit aus der Ukraine spielen. "Das Gesundheitswesen der Ukraine steht teilweise vor dem Zusammenbruch - darauf bereiten wir uns vor", sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Montag in Berlin. "Deutschland wird eine zentrale Rolle bei der medizinischen Versorgung der Bürger aus der Ukraine spielen", sagte Lauterbach.

Flüchtlinge in Berlin erhalten wohl unseriöse Schlafangebote – Polizei greift ein

15.31 Uhr: Am Berliner Hauptbahnhof soll ukrainischen Flüchtlingen, speziell Jugendlichen und jüngeren Frauen, unseriöse Schlafangebote gemacht worden sein. Solche Hinweise von Helfern auf unlautere, schmutzige Geschäfte mit Menschen in Not hat ein Sprecher der Bundespolizei Berlin unserer Redaktion bestätigt. "Wir haben diese Hinweise sehr ernstgenommen", sagte Behördensprecher Michael Spieß. Es seien aber nur "Einzelfälle" gewesen. Auch seien keine Strafanzeigen gestellt worden.

Die Beamten hätten auffällig gewordene Personen angesprochen und präventive Maßnahmen ergriffen. Im Klartext: Vom Bahnsteig verwiesen. Gerüchten zufolge wurden Kindern Süßigkeiten und jungen Frauen Geld angeboten, um eine Schlafgelegenheit wahrzunehmen.

IAEA: Ukrainisches Atomlabor zerstört - kein radioaktiver Austritt

14.46 Uhr: Eine nukleare Forschungseinrichtung in der Ukraine ist laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) offenbar zerstört worden. Das Physik- und Technologieinstitut in Charkiw und sein Neutronengenerator seien getroffen worden, berichtete IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag in Wien. „Es ist keine Strahlung ausgetreten“, sagte er bei einer Pressekonferenz. Zuvor hatte die ukrainische Atombehörde SNRIU berichtet, dass die russischen Streitkräfte das Institut am Sonntag beschossen hätten.

In der Einrichtung in der Millionenstadt Charkiw seien laut Grossi nur sehr geringe Mengen an Nuklearmaterial gelagert. Das zerstörte Gerät habe Neutronen für wissenschaftliche Zwecke erzeugt. Der Betrieb habe keine nuklearen Kettenreaktion umfasst.

Mindestens 1.207 zivile Opfer seit Russlands Einmarsch in Ukraine laut Vereinten Nationen

14.58 Uhr: Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine sind laut den UN mindestens 1.207 Zivilisten verletzt oder getötet worden. Durch Gewalt seien 406 Menschen um Leben gekommen, 801 hätten Verletzungen erlitten, teilte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte am Montag in Genf mit.

Unter den Getöteten befinden sich den Angaben zufolge 27 Kinder, 42 weitere Mädchen und Jungen seien verletzt worden. Die Angaben beziehen sich laut dem Hochkommissariat auf den Zeitraum vom Beginn der russischen Invasion am 24. Februar bis zum 6. März um Mitternacht. Die tatsächliche Zahl der getöteten und verletzten Zivilisten dürfte wesentlich höher liegen. Durch Gewalt seien 406 Menschen um Leben gekommen, 801 hätten Verletzungen erlitten, teilte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte am Montag in Genf mit.

Energieversorger Ørsted will Gasvertrag mit Gazprom nicht verlängern

14.45 Uhr: Der dänische Energieversorger Ørsted kommt aus seinem aktuellen Gasabnahmevertrag mit dem russischen Staatskonzern Gazprom nicht heraus, will ihn aber über das Enddatum 2030 hinaus nicht verlängern. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, ist es 2006 einen langfristigen, im Jahr 2030 auslaufenden Vertrag mit Gazprom Export eingegangen. "Der Vertrag kann zu diesem Zeitpunkt nicht gekündigt werden. Der Vertrag wird nicht verlängert", hieß es dazu in einer Konzernmitteilung. Bis dahin werde man die vertraglich vereinbarte Mindestmenge an Erdgas abnehmen.

Ørsted verurteile Russlands Angriff auf die Ukraine und habe bereits mehrere Schritte ergriffen, um die Zusammenarbeit mit russischen Unternehmen zu stoppen, betonte das Unternehmen. Jeglicher möglicher Nettogewinn in Verbindung mit dem Gazprom-Vertrag soll an humanitäre Hilfe in der Ukraine fließen, sofern diesem Schritt auf der Hauptversammlung des Konzerns im April zugestimmt wird.

Scholz setzt weiter auf Energieimporte aus Russland

14.39 Uhr: Deutschland setzt nach Angaben von Bundeskanzler Olaf Scholz weiterhin auf Energieimporte aus Russland. "Die Versorgung Europas mit Energie für die Wärmeerzeugung, für die Mobilität, die Stromversorgung und für die Industrie kann im Moment nicht anders gesichert werden", sagte der SPD-Politiker am Montag. Energie aus Russland sei von essenzieller Bedeutung für das tägliche Leben der Bürgerinnen und Bürger. Daher habe Europa Energielieferungen bei den Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs bewusst ausgenommen.

Zwar werde an Alternativen zu russischer Energie gearbeitet, das werde aber noch dauern, sagte Scholz. "Daher ist es eine bewusste Entscheidung von uns, auch weiterhin die Aktivitäten der Wirtschaftsunternehmen im Bereich der Energieversorgung mit Russland weiterzuführen."

Zugleich versicherte der Bundeskanzler, Deutschland begrüße alle internationalen Bestrebungen, mit tiefgreifenden und gezielten Sanktionen auf den russischen Überfall auf die Ukraine zu reagieren. Die Sanktionen gegen russische Finanzinstitute, die Zentralbank und mehr als 500 Einzelpersonen sprächen eine deutliche Sprache. "All unsere Schritte sind so gestaltet, dass sie Russland empfindlich treffen und dauerhaft durchhaltbar sind", betonte Scholz.

Macron wirft Putin bei Flüchtlingskorridoren "moralischen Zynismus" vor

14.35 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat dem russischen Staatschef Wladimir Putin mit Blick auf die geplanten "humanitären Korridore" in der Ukraine "moralischen und politischen Zynismus" vorgeworfen. Putin habe Korridore für Flüchtlinge in Richtung Russland angeboten, sagte Macron. "Ich kenne keine Ukrainer, die nach Russland fliehen wollten, dass ist reine Verlogenheit", sagte Macron am Montag dem Sender TF1.

"Das ist eine bloße PR-Nummer, die ich verachte", sagte Macron. Es gehe darum, dass Helfer Zugang zu den Konfliktzonen bekämen und dass es einen vollständigen Waffenstillstand geben müsse, um die Menschen in Sicherheit zu bringen. Sogenannte Korridore einzurichten, die gleich wieder angegriffen würden, sei "reine Heuchelei", meinte Macron.

USA kündigen Verlegung von weiteren Truppen nach Litauen an

14.31 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken hat eine Verlegung weiterer US-Truppen in das Baltikum angekündigt. In den kommenden Tagen sollen zusätzliche 400 Soldaten in Litauen ankommen, sagte er am Montag nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Gabrielius Landsbergis in Vilnius. Die USA hatten nach dem russischen Angriff auf die Ukraine rund 7000 weitere Soldaten nach Europa verlegt. Ein Teil des Kontingents soll nun in dem baltischen EU- und Nato-Land stationiert werden. Zugleich versicherte Blinken Litauen und den beiden anderen baltischen Staaten die Solidarität der USA zu. Die Nato-Verpflichtung zu gegenseitigem Beistand sei "unantastbar".

Die USA verlegen seit 2014 im Rotationsverfahren Einheiten für Manöver an die Nato-Ostgrenze. Nach litauischen Angaben sind derzeit etwa 500 US-Soldaten in Litauen stationiert. Auch deutsche Truppen sind präsent: Die Bundeswehr führt auf dem Stützpunkt Rukla einen Nato-Gefechtsverband, dessen Truppenstärke zuletzt erhöht wurde.

Lindner: Trotz Spritpreisschocks vorerst keine weitere Entlastung

14.24 Uhr: Die Bundesregierung plant trotz der explodierten Spritpreise derzeit keine weiteren Entlastungen der Bürger. "Ich schließe für die weitere Entwicklung dieses Jahres nichts aus. Zum jetzigen Zeitpunkt steht aber keine neue Entscheidung an", sagte Finanzminister Christian Lindner am Montag in Berlin. Der Staat könne steigende Kosten für Energieimporte nicht auf Dauer kompensieren, sondern allenfalls zeitweilig dämpfen und sozial ausbalancieren.

Bislang sind neben der Unterstützung besonders Bedürftiger vor allem steuerliche Entlastungen geplant, die sich allerdings erst im kommenden Jahr im Geldbeutel der Bürger auswirken werden. Die Mittel des Staates seien limitiert, betonte Lindner. Deshalb müssten weitere Maßnahmen genau abgewogen werden. "Wir müssen gemeinsam erkennen, dass es auch unser Beitrag zur Solidarität mit der Ukraine ist, negative wirtschaftliche Auswirkungen in Kauf zu nehmen", sagte er.

Biden berät mit Scholz und anderen Verbündeten über Ukraine-Krieg

14.14 Uhr: US-Präsident Joe Biden berät am Montag mit europäischen Verbündeten wie Deutschland über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. An der Videoschalte um 16.30 Uhr MEZ werden Bundeskanzler Olaf Scholz, der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson teilnehmen, wie aus Bidens aktualisiertem Tagesprogramm hervorging, das das Weiße Haus verbreitete. Thema seien "die neuesten Entwicklungen in Bezug auf Russland und die Ukraine". Auf dem ursprünglichen Programm Bidens für Montag war der Termin zunächst nicht vermerkt gewesen.

"Fake News" über russisches Militär: Erste Geldstrafen verhängt

14.10 Uhr: In Russland sind erste Geldstrafen nach dem Inkrafttreten neuer Gesetze zur weiteren Einschränkung der freien Meinungsäußerung im Zuge des Angriffs auf die Ukraine verhängt worden. Ein 26-Jähriger sei wegen Verunglimpfung der russischen Armee im Gebiet Iwanowo an der Wolga nordöstlich von Moskau von einem Gericht zu 30 000 Rubel (umgerechnet 198 Euro) verurteilt worden, teilten die Behörden am Montag mit. Der Mann war demnach in der Stadt Pljos mit einem Plakat aufgegriffen worden.

Es gibt in Russland trotz Verboten landesweit Proteste gegen den Krieg von Kremlchef Wladimir Putin gegen die Ukraine. In den vergangenen Tagen wurden Tausende Menschen festgenommen.

Nach einem am Freitag von Putin unterzeichneten Gesetz können Menschen zur Verantwortung gezogen werden, die öffentlich die russische Armee "verunglimpfen". Zudem drohen bis zu 15 Jahre Haft, wer in Medien "Falschinformation" über die aktuell im Krieg in der Ukraine kämpfenden russischen Streitkräfte verbreitet.

Behörden: 133 Zivilisten in Charkiw seit Beginn des Krieges getötet

14.04 Uhr: In der heftig umkämpften ostukrainischen Großstadt Charkiw sind nach ukrainischen Angaben seit Beginn des russischen Angriffs 133 Zivilisten getötet worden, unter ihnen fünf Kinder. Außerdem seien bei den Kämpfen 76 Angehörige verschiedener ukrainischer Streitkräfte ums Leben gekommen, meldete die ukrainische Agentur Unian am Montag unter Berufung auf die Nationalpolizei des Gebiets Charkiw. Weitere 443 Menschen seien verletzt worden, davon 319 Zivilisten. Unabhängige Angaben aus dem Kriegsgebiet lagen nicht vor.

Charkiw ist seit Tagen schweren Angriffen der russischen Truppen ausgesetzt. Das Portal "Strana.news" berichtete unter Berufung auf einen Sprecher des Charkiwer Stadtrats, dass Hunderte Objekte in der Millionenstadt getroffen und beschädigt worden seien. Darunter seien der zentrale Platz der Stadt, Wohnhäuser und Verwaltungsgebäude.

Auch der Fernsehturm von Charkiw war nach ukrainischen Angaben bei einem russischen Angriff beschädigt worden. Nach Angaben des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU wurde in Charkiw zudem ein Forschungszentrum mit Atommaterial mit Raketenwerfern beschossen. Moskau beharrt darauf, dass nur militärische Ziele angegriffen würden.

Zwei Kardinäle des Vatikans sind auf dem Weg in die Ukraine

13.57 Uhr: Zwei vom Vatikan entsandte Kurienkardinäle wollen in den nächsten Tagen zur Unterstützung der humanitären Lage in die Ukraine einreisen. Der Pole Konrad Krajewski war am Montag bereits auf dem Weg zur Grenze zwischen seinem Heimatland und der Ukraine, um dort mit Geflüchteten und Helfern zu sprechen. Das teilte der Heilige Stuhl mit. Der Kanadier Michael Czerny soll am Dienstag in Ungarn eintreffen und ebenfalls Flüchtlingsunterkünfte besuchen. Die Geistlichen wollen danach über die Grenze in die Ukraine reisen.

Krajewski (58) ist der Verantwortliche für die Almosenverwaltung der römischen Kurie, Czerny (75) ist Interimspräfekt des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen.

Nato-Land Ungarn regelt Nato-Präsenz im Schatten des Ukraine-Krieges

13.50 Uhr: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat angesichts des Krieges in der benachbarten Ukraine die Truppenpräsenz der Nato innerhalb seines Landes per Verordnung geregelt. Demnach können Nato-Reaktionskräfte ("Nato Response Force") in den westlich der Donau gelegenen Landesteilen stationiert werden und das Territorium und den Luftraum Ungarns für ihren eigenen Transitverkehr nutzen. Ungarn ist Mitgliedsland des Bündnisse, Orban hatte sich aber ursprünglich gegen die Anwesenheit von Nato-Truppen ausgesprochen. Sein Land brauche eine solche nicht, hatte Orban damals erklärt.

Die Genehmigung gilt mit der Einschränkung, dass keine Nato-Truppenteile von Ungarn in die Ukraine verlegt werden und dass keine Waffentransporte über Ungarn direkt in die Ukraine erfolgen. Für die Ukraine bestimmte Waffenlieferungen können nur dann durch Ungarn geleitet werden, wenn sie nach dem Transport durch Ungarn zunächst ein anderes Bündnisland erreichen. Die Verordnung erschien am Montag im Ungarischen Amtsblatt.

Bahn: Zusätzliche Containerzüge mit Hilfsgütern für Ukraine

13.47 Uhr: Die Deutsche Bahn liefert Hilfsgüter per Schiene und Straße in die Ukraine - schon seit Mittwoch sind Lastwagen mit Trockennahrung und Hygieneartikeln Richtung Ukraine unterwegs, wie die Bahn am Montag in Berlin mitteilte. "Wir sammeln alles ein, was wir bekommen. Am besten palettenweise", sagte ein Sprecher.

Wegen der vollen Straßen und Grenzübergänge zwischen Polen und der Ukraine sowie fehlender Lkw-Fahrer sollen zusätzlich Containerzüge Hilfsgüter in die Ukraine bringen. Der erste Containerzug solle im Laufe der Woche aus Brandenburg über Polen in die Ukraine fahren, sagte der Sprecher: "Ein Zug kann bis zu 52 Lkw ersetzen."

Neben Spenden etwa von Großhändlern will die Bahn auch Spenden von einzelnen Menschen annehmen. Dafür sollen an den Messezentren in Köln, Hannover und München Sammelstellen eingerichtet werden. "Wichtig ist, dass die Spenden zielgerichtet sind: Medizinartikel, Verbandsmaterial, Lebensmittel in Konserven und dicke Winterkleidung werden gebraucht", sagte der Sprecher.

US-Außenminister: Sanktionen treffen Russlands Wirtschaft spürbar

13.31 Uhr: Die westlichen Sanktionen gegen Russland wegen dessen Einmarschs in die Ukraine zeigen nach Auffassung von US-Außenminister Antony Blinken schon deutlich ihre Kraft. "Sie haben bereits dramatische Auswirkungen", sagte Blinken am Montag in Litauen.

Der Rubel befinde sich im freien Fall, die Kreditwürdigkeit Russlands sei praktisch auf null gesunken und die Börse sei nicht mehr geöffnet. Zudem zeige sich ein "Exodus praktisch aller führenden Unternehmen aus Russland", sagte Blinken nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Gabrielius Landsbergis in Vilnius. All dies vollziehe sich "in Echtzeit".

Zahl der ukrainischen Flüchtlinge in Deutschland auf über 50.000 gestiegen

13.27 Uhr: Die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland ist auf über 50.000 gestiegen. Bei Kontrollen und an Bahnhöfen wurden bis Montagvormittag 50.294 Menschen aus dem Kriegsgebiet registriert, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin sagte. Allein der Bund wolle deshalb kurzfristig 5000 zusätzliche Unterkunftsplätze schaffen. Der Großteil wird über die Länder untergebracht.

"Alle Bundesländer haben Unterstützung angeboten, und das wirklich sozusagen von der ersten Minute an", sagte der Sprecher weiter. Die Verteilung der Flüchtlinge, von denen ein großer Teil in Berlin ankommt, müsse nun bestmöglich koordiniert werden. Angesichts der gefährlichen und dynamischen Lage in der Ukraine lasse sich nur schwer vorhersagen, wieviele Flüchtlinge noch nach Deutschland kommen könnten.

Außenminister Russlands und der Ukraine treffen sich am Donnerstag in der Türkei

13.22 Uhr: Die Außenminister Russlands und der Ukraine kommen nach Angaben aus Moskau und Ankara am Wochenende für Gespräche in der Türkei zusammen. Das Treffen von Sergej Lawrow und Dmytro Kuleba werde am Rande einer Konferenz in Antalya stattfinden, erklärte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Montag auf Twitter. Die Regierung in Moskau bestätigte dies.

Die Gespräche seien "gemäß einer telefonischen Vereinbarung zwischen dem russischen und dem türkischen Präsidenten" geplant, teilte die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, auf Telegram mit. Der russischen Nachrichtenagentur TASS sagte sie, das Treffen gehe auf Initiative der türkischen Seite zurück. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite blieb zunächst aus.

König bereitet Schweden auf Folgen des Ukraine-Kriegs vor

13.08 Uhr: Schwedens König Carl XVI. Gustaf hat seine Landsleute auf weit reichende Auswirkungen des russische Angriffs auf die Ukraine eingestimmt. Europa befinde sich in einer außerordentlich schwierigen Situation, sagte der Monarch am Montag in einer Rede vor einem Regiment in Karlsborg, die er mit Worten an die gesamte Bevölkerung in Schweden einleitete.

Russlands Einmarsch in die Ukraine verstoße gegen das Völkerrecht und setze grundlegende Freiheiten und Rechte außer Kraft. "Das, was jetzt in unserer unmittelbaren Umgebung passiert, hat auch für Schweden greifbare Konsequenzen", sagte der König. Die Lage unterstreiche die Bedeutung der schwedischen Streitkräfte.

Die humanitäre Katastrophe in der Ukraine sei eine Tatsache, sagte der 75 Jahre alte König, der seit 1973 auf dem schwedischen Thron sitzt. "Menschen fliehen aus ihrem Zuhause und ihrem Land. Familien werden entzweit. Unschuldige sterben."

Türkei erwartet Außenminister von Ukraine und Russland zu Gesprächen

13.05 Uhr: Die Außenminister der Ukraine und Russlands wollen sich zu Gesprächen in der Türkei treffen. Beide Seiten hätten zugestimmt und würden am 10. März in Antalya erwartet, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Montag. Die Gespräche sollten gemeinsam mit Cavusoglu im Dreier-Format stattfinden. Das russische Außenministerium in Moskau bestätigte Agenturen zufolge, ein Treffen von Ressortchef Sergej Lawrow und seinem ukrainischen Kollegen Dmytro Kuleba sei am Rande des Diplomatie-Forums in Antalya geplant. Von ukrainischer Seite wurde das Treffen bisher noch nicht bestätigt.

Ukraine: Neue Verhandlungen mit Russland am Montagnachmittag

12.44 Uhr: Die dritte Verhandlungsrunde zwischen Russland und der Ukraine soll nach Angaben aus Kiew am Montagnachmittag um 15.00 Uhr MEZ beginnen. Das schrieb der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak am Mittag auf Twitter. Podoljak twitterte dazu ein Selfie vor einem Militärhubschrauber. Die russische Delegation war zuvor laut Staatsagentur Tass nach Belarus geflogen. Wo genau sich beide Seiten treffen, war zunächst nicht bekannt. Lesen Sie dazu: Ukraine-Krieg – Wann endet Putins Angriff? Fünf Szenarien

Bürgermeister von Kiewer Vorstadt Hostomel durch russischen Angriff getötet

12.36 Uhr: Der Bürgermeister der ukrainischen Kleinstadt Hostomel, Juri Illitsch Prylipko, ist bei einem russischen Angriff getötet worden. Er sei gestorben, "als er Brot und Medikamente an Kranke verteilte", erklärte die Stadtverwaltung am Montag auf Facebook. Nähere Angaben zu den Umständen machte sie nicht.

"Er hätte sich, wie Hunderte andere, in einem Keller verstecken können", fügte die Stadtverwaltung hinzu. "Aber er hatte seine Entscheidung getroffen" und sei "für die Gemeinde, für Hostomel und als Held gestorben". Zur Trauerfeier könne "angesichts der Situation" nicht eingeladen werden.

**Die Angaben stammen von einer der beiden Kriegparteien. Sie lassen sich nicht unabhängig überprüfen**

Deutsche Bahn beginnt mit Transport von Hilfsgütern für "Schienenbrücke" in Ukraine

12.22 Uhr: Die Deutsche Bahn (DB) hat nach eigenen Angaben ein Logistiknetzwerk für den Transport von Hilfsgütern in die Ukraine aufgebaut. "Wir werden die notleidenden Menschen in der Ukraine nicht allein lassen", erklärte am Montag Sigrid Nikutta, im Bahn-Vorstand verantwortlich für die Gütersparte des Konzerns. In Zusammenarbeit mit der polnischen Tochter der DB Cargo und der ukrainischen Eisenbahn werden demnach Spenden per Güterzug in die Ukraine gebracht.

Tausende Tonnen Lebensmittel, Trinkwasser und Sanitärartikel würden direkt in die Ukraine transportiert, erklärte der Konzern. Zu diesem Zweck würden in Deutschland Spenden von Großhändlern und Lebensmittelfirmen per Lkw gesammelt, anschließend in Container gepackt und auf Güterzüge verladen. Diese "Schienenbrücke" verfüge noch über Kapazitäten, erklärte die DB. Firmen und Großspender können sich demnach über eine eigens eingerichtete Hotline (030/720220640) an die Deutsche Bahn wenden.

Verhandlungen mit Ukraine: Russische Delegation fliegt nach Belarus

11.48 Uhr: Zur geplanten dritten Verhandlungsrunde zwischen Russland und der Ukraine ist die russische Delegation am Montag ins Nachbarland Belarus geflogen. Das meldete die Staatsagentur Tass. Offen war zunächst der Beginn der Gespräche. In ukrainischen Medien hieß es zuvor unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, dass neue Verhandlungen um 14.00 Uhr MEZ beginnen könnten, in russischen Medien war von einem Beginn um 13.00 Uhr MEZ die Rede. Bei den vorherigen Runden hatte es immer mehrere Stunden von der Ankunft der Vertreter bis zum Beginn der Gespräche gedauert.

Russland befürwortet Gespräche zu Atom-Sicherheit in der Ukraine

11.40 Uhr: Aus russischer Sicht könnten schon bald Gespräche mit der Ukraine und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zur Sicherheit der ukrainischen Nuklearanlagen beginnen. Moskau unterstütze den entspreche nden Vorschlag von IAEA-Chef Rafael Grossi, sagte der russische Botschafter Michail Uljanow am Montag in Wien.

Der Generaldirektor der IAEA hatte am Freitag rasche Verhandlungen für Sicherheitsgarantien unter der Schirmherrschaft der IAEA angeregt, um zu vermeiden, dass es im Zuge der russischen Invasion in die Ukraine zu einem Atomunfall kommt.

Die Gespräche würden wahrscheinlich von ranghöchsten Behördenvertretern der nuklearen Sicherheit geführt werden, sagte Uljanow vor einer Sitzung des IAEA-Gouverneursrates zu Journalisten. Jetzt müsse nur noch Kiew dem Treffen zustimmen. Grossi hatte das ukrainische Unfallkraftwerk Tschernobyl als Verhandlungsort vorgeschlagen. "Ich denke nicht, dass Tschernobyl der beste Ort für so ein Treffen ist", sagte Uljanow. Viele Hauptstädte seien besser geeignet.

Vitali Klitschko ruft Kiewer Bürger zum Durchhalten auf

11.38 Uhr: Angesichts der heranrückenden russischen Truppen hat Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko die Einwohner der ukrainischen Hauptstadt erneut mit Nachdruck zum Durchhalten aufgerufen. "Die Hauptstadt bereitet sich auf die Verteidigung vor", sagte Klitschko in einer am Montag verbreiteten neuen Videobotschaft. Er bitte alle Kiewer darum, die Ruhe zu bewahren, zu Hause zu bleiben oder bei Alarmsignalen in die Schutzräume zu laufen.

"Kiew hält stand! Wird sich verteidigen!", sagte Klitschko. "Gemeinsam halten wir durch! Ruhm der Ukraine!" Kiew versuche auch, humanitäre Hilfe in die umkämpften Städte Butscha und Hostomel nordwestlich der Hauptstadt sowie in andere Orte zu schicken, sagte Klitschko.

Zuvor war ein Video in sozialen Medien aufgetaucht, das zeigt, wie Klitschko eine Feldhochzeit an einem Checkpoint an einer Zufahrt Kiews besucht. Der frühere Box-Weltmeister in Schutzweste überreichte dem ebenfalls in Kampfmontur gekleideten Brautpaar bei der Zeremonie einen Blumenstrauß.

Ukraine fordert UN-Gericht: Stoppt Gewalt Russlands

11.25 Uhr: Vor dem Hintergrund heftiger russischer Angriffe hat die Ukraine den Internationalen Gerichtshof dringend aufgerufen, alles zu tun, um die Gewalt zu stoppen. "Russland verübt Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit", sagte der Vertreter der Ukraine, Anton Korynevych, am Montag in Den Haag. "Russland muss gestoppt werden."

Zum ersten Mal seit der Invasion in die Ukraine muss sich Russland vor dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen wegen der Verletzung der Völkermord-Konvention von 1948 verantworten. Doch Russland verweigert die Teilnahme an der Anhörung, wie die Vorsitzende Richterin Joan Donoghue zu Beginn der Sitzung mitteilte. Der Vertreter der Ukraine sprach von einer Missachtung des internationalen Rechts. "Sie sind nicht hier im Gerichtssaal, sie sind auf den Schlachtfeldern. ... So lösen sie Konflikte."

Baumarktkette Obi stellt Russland-Geschäft ein

11.08 Uhr: Die Baumarkt-Kette Obi stellt ihr Geschäft in Russland ein. Wegen des Krieges in der Ukraine gebe es keine andere Möglichkeit, teilte das Unternehmen am Montag in Wermelskirchen mit. Obi hat in Russland nach eigenen Angaben 27 Baumärkte und 4900 Mitarbeiter, die Firma gehört zur Tengelmann-Gruppe. Gemessen an der Gesamt-Belegschaft macht Russland etwa ein Zehntel aus: Obi hat insgesamt 48 000 Beschäftigte und 670 Märkte in elf Staaten, Schwerpunkt ist Deutschland. Zuvor hatten sich bereits andere Handelskonzerne bis auf Weiteres aus Russland zurückgezogen, darunter der schwedische Möbelhändler Ikea.

Innenministerium: Mehr als 50 000 Ukraine-Flüchtlinge eingereist

10.44 Uhr: Das Bundesinnenministeriums weiß nach eigenen Angaben bislang von 50.294 eingereisten Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Das teilte ein Sprecher am Montagmorgen in Berlin mit. "Da keine Grenzkontrollen stattfinden, kann die Zahl der nach Deutschland eingereisten Kriegsflüchtlinge tatsächlich bereits wesentlich höher sein", erklärte er weiter.

Preis für Erdgas in Europa schnellt um 60 Prozent in die Höhe

10.27 Uhr: Der Preis für Erdgas in Europa hat angesichts des fortgesetzten russischen Angriffs auf die Ukraine und der Wirtschaftssanktionen gegen Moskau neue Höchststände erreicht. Am Montag wurde am wichtigen niederländischen Handelspunkt TTF eine Megawattstunde zeitweilig für 345 Euro gehandelt - ein Plus von rund 60 Prozent. Zuvor war wegen zunehmender Befürchtungen vor den negativen Folgen auf die Energieversorgung bereits der Ölpreis in die Höhe geschnellt.

Kiew lehnt humanitäre Korridore nach Russland und Belarus ab – "Keine akzeptable Option"

10.20 Uhr: Die Regierung in Kiew hat das russische Angebot einer Feuerpause zur Evakuierung von Zivilisten laut eines Bericht der Nachrichtenagentur AFP abgelehnt. Die Korridore hätten auf russisches und belarussisches Gebiet führen sollen und nicht nach Westen. "Das ist keine akzeptable Option", erklärte die stellvertretende ukrainische Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Montag. Die Zivilisten würden "nicht nach Belarus gehen, um dann nach Russland zu fliegen", betonte sie.

Die russische Armee erklärte, sie werde einen Korridor zwischen der ukrainischen Hauptstadt Kiew und der belarussischen Stadt Gomel öffnen, die nahe der Grenze zur Ukraine liegt. Zwei weitere Korridore sollen demnach von Mariupol entweder in Richtung Russland nach Rostow-am-Don oder nach Westen in die ukrainische Stadt Saporischschja führen. Einen vierten Korridor solle es zwischen Charkiw und der russischen Stadt Belgorod geben. Schließlich sollten von Sumy zwei Korridore entweder nach Belgorod oder ins ukrainische Poltawa führen.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert einen Sprecher des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der das Angebot der russischen Seite "vollkommen unmoralisch" nannte und sagte, Russland "nutze das Leid der Menschen um Fernsehbilder zu erzeugen". "Dies sind ukrainische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger und sie sollten das Recht haben, auf das Gebiet der Ukraine zu flüchten", so der Sprecher.

Von der Leyen: Sanktionen beißen – und "treffen Putin ins Mark"

10.10 Uhr: Die gegen Russland verhängten Sanktionen zeigen nach Auffassung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bereits erhebliche Wirkung. "Die Sanktion beißen ganz hart, das merkt man", sagte von der Leyen am Montag im Deutschlandfunk. "Die russische Wirtschaft wankt." Die Inflationsrate in Russland explodiere, die Zinsen stiegen dramatisch, der Rubel befinde sich im freien Fall und die Börse sei nicht mehr geöffnet. "Diese Sanktionen treffen Präsident Putin ins Mark."

Die Sanktionen setzten am schwächsten Punkt Russlands an, nämlich an seiner Wirtschaft, die vollständig auf den Export von Öl, Gas und Kohle ausgerichtet sei. Diese Wirtschaft müsste dringend modernisiert werden, sagte von der Leyen. Die Möglichkeit hierfür werde aber mit den Sanktionen zunichte gemacht.

"Das ist nicht das Ende. Wir bereiten weitere Schritte vor", sagte die EU-Kommissionspräsidentin. "Der nächste Schritt ist, dass wir Schlupflöcher füllen werden, um maximale Wirkung zu erzielen, Umgehungsmöglichkeiten zu beenden." Das weitere Vorgehen hänge dann von der Entwicklung in der Ukraine ab.

Chinas Außenminister gibt Russland Rückendeckung

9.35 Uhr: Chinas Außenminister Wang Yi hat Russland im Konflikt um dessen Invasion in die Ukraine den Rücken gestärkt. Auf eine Frage nach den internationalen Sanktionen als Reaktion auf den Krieg sagte Wang Yi am Montag auf einer Pressekonferenz aus Anlass der Jahrestagung des chinesischen Volkskongresses in Peking: "Egal, wie tückisch der internationale Sturm ist, China und Russland werden ihre strategische Entschlossenheit aufrechterhalten und die umfassende kooperative Partnerschaft in der neuen Ära vorantreiben."

Beide Länder seien enge Nachbarn und strategische Partner. Ihr Verhältnis zähle "zu den wichtigsten bilateralen Beziehungen in der Welt". Die Kooperation sei nicht nur von Nutzen für die Völker beider Länder, "sondern trägt auch zu Frieden, Stabilität und Entwicklung in der Welt bei". Beide Länder lehnten eine Wiederbelebung einer Mentalität des Kalten Krieges ab, ebenso wie ideologische Konfrontation und setzten sich für die Demokratisierung internationaler Beziehungen ein, sagte Wang Yi auf der sorgfältig orchestrierten Pressekonferenz.

Dax sackt auf Tief seit November 2020 ab

9.40 Uhr: Die Dax-Talfahrt geht zu Beginn der neuen Woche ungebremst weiter. Angesichts des eskalierenden Ukraine-Kriegs und kräftig steigender Ölpreise büßte der deutsche Leitindex am Montag in den ersten Handelsminuten 3,91 Prozent auf 12 582,31 Punkte ein. Damit erreichte er den tiefsten Stand seit November 2020.

Berlin erwartet auch am Montag 10.000 ukrainische Flüchtlinge

9.30 Uhr: Auf der Flucht vor dem Krieg in der Ukraine werden nach Erwartung des Berliner Senats auch in der neuen Woche Tausende Menschen in die Hauptstadt kommen. "Wir rechnen heute wieder - wie schon in den letzten Tagen - mit schätzungsweise 10.000 Menschen", sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) dem "Tagesspiegel" (Montag). Berlin könne das nicht alles abfangen, die Hilfe der Bundesregierung sei notwendig. "Es geht jetzt um Stunden - damit wir den Menschen weiter vernünftig helfen können."

Berlin hatte schon in den vergangenen Tagen Zehntausende Flüchtlinge empfangen. Allein am Samstag waren es mehr als 11 000. "Es kommen zurzeit so viele Menschen hier an, dass es nicht einmal genügend Busse und Busfahrer gibt, um sie in andere Bundesländer zu verteilen", sagte Giffey. Nach ihren Angaben sollen Ukraine-Flüchtlinge auch in Hotels unterkommen. Viele Hoteliers böten ihre Betten freiwillig an. "Das wollen wir nutzen."

Chinas Außenminister bietet Vermittlung im Ukraine-Krieg an

8.55 Uhr: Im Ukraine-Krieg hat China sich als Vermittler zwischen Russland und der Ukraine angeboten. Peking sei bereit, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um die notwendige Vermittlung" zu gewährleisten, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Montag vor Journalisten. "Was gebraucht wird, um komplexe Fragen zu lösen, ist ein kühler Kopf und rationaler Verstand", sagte er.

Zugleich betonte er, die Freundschaft seines Landes zu Russland sei "felsenfest". "Die Aussichten für die künftige Zusammenarbeit beider Seiten sind sehr groß", fügte Wang hinzu.

Peking vollzieht im Umgang mit dem Ukraine-Krieg eine Gratwanderung: Zum einen steht es an der Seite Russlands und hat den Krieg nicht verurteilt. Zum anderen betont China auch die Unantastbarkeit der staatlichen Souveränität und hat Moskau keine direkte Unterstützung zugesagt. Die chinesische Regierung dementierte kürzlich einen US-Bericht, wonach sie Russland um eine Aufschiebung des Einmarsches in die Ukraine bis nach den Olympischen Winterspielen gebeten habe.

Großbritannien stellt weitere 100 Millionen Dollar für die Ukraine bereit

8.24 Uhr: Angesichts des Ukraine-Kriegs will Großbritannien weitere 100 Millionen Dollar (rund 92 Millionen Euro) für die Ukraine zur Verfügung stellen. Der britische Premierminister Boris Johnson kündigte am Sonntag zudem weitere diplomatische Gespräche an, um angesichts der russischen "Aggression" die internationale Gemeinschaft weiter zu mobilisieren.

Die 100 Millionen Dollar, die über die Weltbank bereitgestellt werden, kämen zu den umgerechnet rund 270 Millionen Euro hinzu, mit denen Großbritannien die Ukraine bereits unterstütze, hieß es aus der Downing Street.

Mit den neuen Mitteln sollten wichtige staatliche Funktionen in der Ukraine aufrecht erhalten werden, hieß es. "Während nur (der russische Präsident Wladimir) Putin das Leiden in der Ukraine vollständig beenden kann, werden die heute bereitgestellten neuen Mittel denjenigen helfen, die mit der sich verschlechternden humanitären Situation konfrontiert sind", sagte Johnson.

Buchhaltungs-Firmen KPMG und PwC trennen Russland-Geschäft ab

8.12 Uhr: Die großen Wirtschaftsprüfer KPMG und PwC trennen sich von ihrem Russland-Geschäft. Die bisherigen russischen Mitgliedsunternehmen werden aus ihren globalen Verbünden ausscheiden, teilten die Buchhaltungsriesen in der Nacht zum Montag mit. "Als Folge der Invasion der russischen Regierung in die Ukraine haben wir entscheiden, dass PwC unter diesen Umständen keine Mitgliedsfirma in Russland haben sollte", erklärte das zuvor als PricewaterhouseCoopers bekannte Unternehmen. Zu den PwC-Kunden in Russland gehörten bisher unter anderem die Sberbank und der Ölkonzern Gasprom.

KPMG und PwC zählen neben Deloitte und EY zu den vier großen Buchhaltungsunternehmen. Die großen Wirtschaftsprüfer agieren als globale Netzwerke aus örtlichen Firmen, die den dortigen Partnern gehören. Die bisherige Mitgliedsfirma von PwC in Russland - sowie in Belarus, das den russischen Angriffskrieg unterstützt - werde unter einem neuen Namen weiterhin für lokale Kunden arbeiten können, schrieb die "Financial Times" unter Berufung auf eine informierte Person.

Verteidigungsministerin: Weitere Rüstungshilfe wird geprüft

8 Uhr: Die Bundesregierung untersucht die Möglichkeit, der von Russland angegriffenen Ukraine mit weiteren Waffenlieferungen zu helfen. "Alles, was möglich ist, ist in der Prüfung", sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". "Aber es muss auch immer klar sein, dass wir unsere Bundeswehr dabei nicht schwächen dürfen. Es ist unser Auftrag, die Landes- und Bündnisverteidigung zu gewährleisten."

Die SPD-Politikerin betonte, bei dem geplanten Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr handele es sich nicht um Aufrüstung, sondern um Ausrüstung. Es gehe um moderne Funkgeräte, Schutzwesten für die Soldatinnen und Soldaten, aber auch um die Nachfolge für den Tornado-Jet oder um Hubschrauber und Panzer. Mit den 100 Milliarden Euro könnten jetzt endlich die Anschaffungen vorgenommen werden, zu denen sich Deutschland auch verpflichtet habe. "Es geht also nicht darum, jetzt ein Wunschkonzert auszulösen, beileibe nicht. Sondern es geht darum, das, was dringend notwendig ist, jetzt auch anschaffen zu können."

Ex-Justizministerin: Generalbundesanwalt soll gegen Putin ermitteln

7.30 Uhr: Wegen des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine fordert Ex-Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Ermittlungen des Generalbundesanwalts gegen Kreml-Chef Wladimir Putin. "Es geht um die Durchsetzung des Völkerstrafrechts. Das gilt in Deutschland", sagte die FDP-Politikerin am Montag im "Morgenmagazin" des ZDF. "Es ist wichtig, dass jetzt schon angefangen wird zu ermitteln, Beweise zu sichern, wenn Flüchtlinge kommen, um deutlich zu machen: Die Verantwortlichen für diesen Aggressionskrieg, die werden nicht ungestraft davonkommen. Das ist die Hoffnung und das ist die Botschaft."

Eine Anklage soll der Juristin zufolge nach dem "Weltrechtsprinzip" erfolgen, wie es in Deutschland auch schon in Verfahren gegen Verantwortliche des Kriegs in Syrien zur Anwendung kam. Es gehe darum, Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie gezielte Angriffe auf die Zivilbevölkerung zu verfolgen - "und zwar überall auf der Welt, nicht nur durch den internationalen Strafgerichtshof, sondern ergänzend, also komplementär auch national". Ob es zu einer Verurteilung Putins kommen werde, sei "absolut ungewiss", räumte Leutheusser-Schnarrenberger ein.

Russland will mehrere humanitäre Korridore öffnen

6.55 Uhr: Am Montag sollen offenbar mehrere humanitäre Korridore geöffnet werden, um Zivilisten aus den Kriegsgebieten in der Ukraine zu evakuieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Angaben der russischen Armee. Die Korridore sollen unter anderem in Kiew, Mariupol, Charkiw und Sumy enstehen, hieß es aus dem russischen Verteidigungsministerium. Dazu will die Armee angeblich ab 10.00 Uhr (8.00 Uhr MEZ) das Feuer vorübergehend einstellen. Die Agentur Reuters berichtet außerdem, der französische Präsident Emmanuel Macron solle um die Einrichtung der Korridore gebeten haben.

Es wäre der dritte Versuch, Zivilisten aus den von Russland beschossenen Städten in Sicherheit zu bringen. Zuletzt war am Sonntag eine Evakuierung von Mariupol gescheitert, weil die dazu vereinbarte Feuerpause nicht eingehalten worden war. Beide Seiten hatten sich gegenseitige Verletzungen der Waffenruhe vorgeworfen.

6.49 Uhr: Wird sich Putin mit der Ukraine zufrieden geben? Außenministerin Baerbock gab bei "Anne Will" eine finstere Prognose ab. Mehr dazu lesen Sie in der TV-Kritik.

Neuseeland weitet Sanktionen gegen Russland aus - neues Gesetz

6.45 Uhr: Neuseelands Regierung will in dieser Woche im Eilverfahren ein neues Gesetz verabschieden, um weitere und möglichst zielgerichtete Sanktionen gegen die Verantwortlichen für den russischen Angriff auf die Ukraine verhängen zu können. "Ein Gesetzentwurf dieser Art wurde unserem Parlament noch nie vorgelegt", sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern am Montag. "Aber da Russland sein Veto gegen UN-Sanktionen einlegt, müssen wir selbst handeln, um die Ukraine und unsere Partner im Widerstand gegen diese Invasion zu unterstützen."

Sanktionen können dem Entwurf der "Russia Sanctions Bill" zufolge gegen Personen, Unternehmen und Vermögenswerte in Russland verhängt werden, die für die Invasion verantwortlich sind oder mit ihr in Verbindung stehen. Aber auch Personen und Firmen, die für Russland von wirtschaftlicher oder strategischer Bedeutung sind, können mit Sanktionen belegt werden, darunter Oligarchen.

Russische Vermögenswerte in Neuseeland könnten dann nicht nur eingefroren werden - die sanktionierten Personen würden zudem daran gehindert, Vermögenswerte nach Neuseeland zu verschieben oder das Finanzsystem des Landes als "Hintertür" zu nutzen, um von anderen Ländern verhängte Sanktionen zu umgehen, betonte Ardern. Auch sollen russische Superjachten, Schiffe und Flugzeuge dann von neuseeländischen Gewässern oder dem Luftraum ferngehalten werden.

US-Medienbericht: Russland rekrutiert syrische Kämpfer

6.31 Uhr: Einem US-Medienbericht zufolge hat Russland für seinen Angriff auf die Ukraine syrische Kämpfer rekrutiert. Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf vier US-Beamte am Sonntag, dass sich bereits einige der Kämpfer in Russland befinden und sich auf den Einsatz in der Ukraine vorbereiten. Die Kämpfer hätten Erfahrung im Häuserkampf und könnten den russischen Truppen demnach bei der Einnahme Kiews helfen.

Die russischen Streitkräfte erhalten bei ihrem Angriffskrieg in der Ukraine bereits Unterstützung von Kämpfern aus der autonomen Republik Tschetschenien. Der mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verbündete Machthaber Ramsan Kadyrow hatte vergangene Woche den Tod zweier seiner Soldaten im Ukraine-Krieg gemeldet.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba behauptete indessen, dass rund 20.000 ausländische Freiwillige eingereist seien, um sich den ukrainischen Streitkräften anzuschließen.

Ukrainischer Generalstab erwartet Angriff auf Kiew

5.44 Uhr: Nach Angaben der ukrainischen Armee hat Russland begonnen, Ressourcen für den Sturm auf die ukrainische Hauptstadt Kiew zusammenzuziehen. Das geht aus dem Bericht des Generalstabs hervor, der auf Facebook veröffentlicht wurde. Russische Truppen versuchten gleichzeitig, die volle Kontrolle über die kurz vor Kiew liegenden Städte Irpin und Butscha zu erlangen. Von dort sind es nur mehr wenige Kilometer zur nordwestlichen Stadtgrenze.

Russische Einheiten wollten sich zudem einen taktischen Vorteil verschaffen, indem sie die östlichen Außenbezirke Kiews über die Bezirke Browary und Boryspil erreichten, hieß es weiter. Der Berater des ukrainischen Innenministers, Wadym Denysenko, sagte laut der ukrainischen Internetzeitung "Ukrajinska Prawda" in einer Live-Fernsehsendung am Sonntagabend, auf Anfahrtswegen nach Kiew habe sich eine recht große Menge an russischer Ausrüstung und Truppen angesammelt. "Wir gehen davon aus, dass der Kampf um Kiew die Schlüsselschlacht der nächsten Tage ist."

Deutscher Journalistenverband fordert Evakuierung deutscher Journalisten aus Russland

4.23 Uhr: Der Deutsche Journalisten Verband (DJV) fordert alle deutschen Auslandsreporter in Russland auf, aus Sicherheitsgründen schnellstmöglich das Land zu verlassen. "Die internationalen Korrespondenten müssen sofort das Land verlassen", sagt der DJV-Vorsitzende Frank Überall der Zeitung "Augsburger Allgemeinen". Angesichts des unter Präsident Wladimir Putin erlassenen neuen Mediengesetzes sei die freie Arbeit von Journalisten in Russland nicht mehr sicher. "Es ist Aufgabe des Auswärtigen Amts, den deutschen Journalisten in Russland dabei alle nur erdenkliche Hilfe zuteilwerden zu lassen."

Als Reaktion auf die Verschärfung des Mediengesetzes in Russland stellten dort bereits zahlreiche internationale Medien ihre Arbeit vorläufig ein, darunter CNN und BBC sowie ARD und ZDF. Zugleich wurde der Flug- und Zahlungsverkehr zwischen Deutschland und Russland durch Sanktionen erheblich eingeschränkt, was auch ausländischen Journalisten die Arbeit in Russland sowie eine Ausreise erschwert.

Ölpreis steigt auf fast 140 Dollar

2.27 Uhr: Wegen der zunehmenden Angst vor den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die weltweite Energieversorgung schnellt der Ölpreis weiter in die Höhe: In der Nacht zum Montag stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent auf einen Höchststand von 139,13 Dollar (127,86 Euro), bevor er auf 130,45 Dollar zurückging. Dies entsprach immer noch einem Anstieg um mehr als zehn Prozent. Seit 2008 waren die Ölpreise nicht mehr so hoch. Der historische Rekordpreis für ein Barrel Brent liegt bei 147,50 Dollar. Russland ist der weltweit drittgrößte Ölproduzent.

Schon vor dem Ukraine-Konflikt waren die Preise hoch, da die sich nach der Corona-Krise erholenden Länder weltweit ihre Wirtschaft hochfuhren und große Mengen Öl nachfragten. Nun ziehen sich allerdings immer mehr westliche Ölkonzerne wegen der westlichen Sanktionen gegen Moskau aus russischen Projekten zurück. Wegen der russischen Angriffe in der Ukraine werden Forderungen nach einem Rohstoff-Embargo gegen Moskau laut.

Ukraine meldet Intensivierung des russischen Angriffs auf Städte

1.34 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben nach ukrainischen Angaben den Beschuss ukrainischer Städte in der Mitte, dem Norden und dem Süden des Landes am späten Sonntagabend verstärkt. "Die jüngste Welle von Raketenangriffen kam bei Einbruch der Dunkelheit", sagte Präsidentenberater Oleksiy Arestowitsch im ukrainischen Fernsehen. Zu den unter schweren Beschuss geratenen Gebieten zählten laut Arestowitsch die Außenbezirke der Hauptstadt Kiew, Tschernihiw im Norden, Mykolajiw im Süden und Charkiw, die zweitgrößte Stadt der Ukraine.

Aus Charkiw hieß es, der Fernsehturm sei beschädigt worden, und schwere Artillerie treffe Wohngebiete. Aus Tschernihiw war zu hören, alle Bereiche der Stadt seien Raketenangriffen ausgesetzt. Die Lage in den Kiewer Vorstädten Butscha, Hostomel und Irpin sei katastrophal, sagte Arestowitsch. Versuche, Einwohner am Sonntag von dort in Sicherheit zu bringen, waren weitgehend gescheitert. Die Regierung versuche alles in ihrer Macht Stehende, die Evakuierungen wieder aufzunehmen, sagte er. Ähnliche Aktionen waren auch in Mariupol im Süden und Wolnowacha im Osten wegen fortdauernden Beschusses gescheitert.

Lindner erwägt Wirtschaftshilfen für durch Sanktionen belastete Unternehmen

1.13 Uhr: Bundesfinanzminister Christian Lindner signalisiert staatliche Unterstützung für deutsche Unternehmen, die aufgrund der Russland-Sanktionen von der Pleite bedroht sind. "Denkbar sind gezielte Hilfen für Unternehmen, die in ihrer Existenz gefährdet sind", sagt Lindner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Entgangene Gewinne werden wir aber nicht ausgleichen könnten." Russland hatte im vergangenen Jahr einen Anteil von 2,3 Prozent am gesamten deutschen Außenhandel und gehört damit zu den 15 wichtigsten Handelspartnern, wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen.

Ukraine-Krieg – Alle News von Sonntag, 6 März: Dehoga: Kiew: Hunderttausende Menschen brauchen sofortige Evakuierung

22.59 Uhr: Mit der Fortdauer des Kriegs müssten nach Angaben des ukrainischen Präsidialamtes mehrere Hunderttausend Ukrainerinnen und Ukrainer sofort aus ihren Städten evakuiert werden. Es gebe bereits mehrere Dutzend Städte in acht Regionen im Land, in denen die humanitäre Situation katastrophal sei, berichtete die ukrainische Internetzeitung "Ukrajinska Prawda" am Sonntag in Berufung auf Kommentare aus dem Präsidialamt.

Das Präsidialamt hat laut "Ukrajinska Prawda" Russland zudem vorgeworfen, die humanitären Korridore als Vorwand zu benutzen, um die eigenen militärischen Positionen zu stärken und die Ukraine vollständig zu erobern. Laut Berichten des US-Nachrichtensenders "CNN" und der "Bild"-Zeitung hat die russische Armee die Fluchtwege aus der Stadt Irpin beschossen. Drei Zivilisten, die aus der Stadt fliehen wollten, seien bei den Angriffen getötet und eine unbekannte Anzahl verletzt worden.

Gastgewerbe kann ukrainischen Flüchtlingen Jobchancen bieten

22.33 Uhr: Das Gastgewerbe bietet nach Einschätzung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) gute Chancen bei der Eingliederung von ukrainischen Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges sagte dieser Redaktion, mittelfristig könne das Gastgewerbe einen Beitrag leisten, die Kriegsflüchtlinge bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt zu unterstützen. "Unsere Branche bietet dafür gute Möglichkeiten", sagte Hartges.

Durch zwei Jahre Corona-Pandemie mit neun Monaten Lockdown haben das Gastgewerbe "zehntausende Mitarbeiter an andere Branchen verloren". Da jetzt die Pandemie abebbe und es viele freie Stellen in der Branche gebe, "können sich daraus für geflohene Menschen aus der Ukraine Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben".

Bürgerrechtler: Über 4400 Festnahmen bei russischen Anti-Kriegs-Demos

22.13 Uhr: Bei neuen Demonstrationen gegen den Krieg in der Ukraine sind in Russland nach Angaben von Bürgerrechtlern mehr als 4400 Menschen festgenommen worden. 2035 von ihnen seien in der Hauptstadt Moskau festgesetzt worden, 1150 weitere in der Ostsee-Metropole St. Petersburg, teilte die Organisation Owd-Info am späten Sonntagabend mit. Insgesamt habe es Proteste in mehr als 60 russischen Städten gegeben. Das Innenministerium hatte zuvor von landesweit rund 5200 Teilnehmern und mehr als 3500 Festnahmen bei den nicht genehmigten Kundgebungen gesprochen.

Das Team des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny veröffentlichte auf Youtube Videos - darunter eines von einer Gruppe älterer Frauen, die "Nein zum Krieg!" rufen.

EKD-Ratsvorsitzende Kurschus signalisiert Zustimmung zu Waffenlieferungen an die Ukraine

22.08 Uhr: Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Annette Kurschus, hat in der aktuellen Lage Zustimmung zu Waffenlieferungen an die Ukraine signalisiert: Die Ukrainer erwarteten Unterstützung von Deutschland, sagte die EKD-Vorsitzende dieser Redaktion. "Sie brauchen mehr als unser Mitgefühl und unsere Gebete. Ihr Land wurde willkürlich und bösartig überfallen, sie haben das Recht, sich zu verteidigen. Wer bin ich, ihnen ins Gesicht zu sagen, sie sollten dazu Pflugscharen benutzen", so Kurschus.

Dennoch sei sie nach wie vor der Überzeugung, dass Waffen grundsätzlich kein Mittel seien, das den Frieden bringe. "Ich setze weiterhin auf Diplomatie und möglichst wenig Waffen."

Integration von Flüchtlingen am Arbeitsmarkt: Verdi-Chef Werneke warnt vor Fehlern aus 2015

22.00 Uhr: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der CDU-Sozialflügel mahnen dazu, bei der zukünftigen Integration von ukrainischen Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt die Erfahrungen aus dem Jahr 2015 zu berücksichtigen "Während der zurückliegenden Flüchtlingswellen hat sich gezeigt, dass Geflüchtete häufig in prekäre Arbeitsverhältnisse abgedrängt worden sind – zumeist wegen der Sprachbarriere oder auch wegen fehlender Qualifikationen und dergleichen", sagte der Verdi-Bundesvorsitzende, Frank Werneke, dieser Redaktion.

Werneke betonte, die beschlossene Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf zwölf Euro komme daher zum richtigen Zeitpunkt. Dadurch werde eine "Abwärtsspirale" bei den Löhnen verhindert. Als "ein großes Risiko" bezeichnete der Verdi-Chef dagegen die Ausweitung der Hinzuverdienstgrenze bei Minijobs auf 520 Euro. "Damit werden prekäre Teilzeittätigkeiten ausgeweitet – mit allen Nachteilen bis hin zur späteren Altersarmut für die Betroffenen. Und das werden häufig auch Geflüchtete sein", sagte Werneke.

Lindner: Keine Senkung der Benzinsteuer wegen Preissteigerungen

21.43 Uhr: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat Steuersenkungen für Treibstoff angesichts der stark gestiegenen Preise an den Tankstellen ausgeschlossen. "Das kann der Staat nur abfedern, umverteilen, aber er kann es nicht aufheben", sagte Lindner am Sonntag bei Bild TV. Denn die einzige Möglichkeit der Finanzierung derartiger Steuersenkungen wäre über neue Schulden, aber "ich bin nicht dafür, dass wir für die gegenwärtig gestiegenen Spritpreise gewissermaßen bei unseren Enkeln einen Kredit nehmen".

Schulze warnt vor humanitärer Katastrophe in der Ukraine