Zwischenfall

US-Medien: Iran wollte offenbar britischen Tanker kapern

Ein Öltanker in der Straße von Hormus (Symbolbild).

Ein Öltanker in der Straße von Hormus (Symbolbild).

Foto: HAMAD I MOHAMMED / Reuters

Washington.  Wieder ein Vorfall mit einem Tanker nahe der Straße von Hormus. Diesmal ist ein britischer Tanker betroffen. Viele Fragen sind offen.

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Erneuter Zwischenfall mit einem Öltanker in der Straße von Hormus: Der Iran hat offenbar versucht, im Persischen Golf einen britischen Tanker zu kapern. Das berichten die US-Fernsehsender CNN und Fox News übereinstimmend. Demnach hätten sich fünf bewaffnete Boote der iranischen Revolutionsgarden dem Tanker am Mittwoch nahe der Straße von Hormus genähert. Die US-Medien berufen sich in ihren Berichten auf nicht näher genannte Quellen aus der US-Administration.

CNN meldete, die Iraner hätten den britischen Tanker aufgefordert, seinen Kurs zu ändern und iranisches Gewässer anzusteuern. Ein britisches Begleitschiff sei jedoch eingeschritten und habe die iranischen Boote zurückgedrängt. Nach Angaben der Medien gibt es US-Luftaufnahmen des Zwischenfalls.

Eine offizielle Bestätigung des Weißen Hauses gibt es ebenso wenig wie Stellungnahmen aus Großbritannien oder dem Iran.

Iran will britischen Tanker kapern – Situation angespannt

Ein Sprecher des US Central Command, das die US-Truppen im Nahen Osten führt, erklärte auf Anfrage, man kenne die Berichte über den Versuch der iranischen Revolutionsgarden, den britischen Tanker zu drangsalieren. Der Sprecher verwies für weitere Informationen zu dem Vorfall an das britische Verteidigungsministerium. Er betonte, Bedrohungen für die internationale Schifffahrt bedürften einer internationalen Lösung.

Aus US-Regierungskreisen hieß es ebenfalls: „Uns sind Berichte bekannt, wonach iranische Boote versucht haben, einen britischen Öltanker zu beschlagnahmen.“ Die USA arbeiteten weiter mit Verbündeten und Partnern zusammen, um gegen die „bösartigen Aktivitäten“ der iranischen Führung anzugehen und den globalen Handel zu schützen.

Das US-Verteidigungsministerium hatte zuvor angekündigt, Pläne für eine internationale Koalition zum Schutz von Handelsschiffen vorantreiben zu wollen. Das Pentagon habe dazu einen konkreten Plan entworfen. In ein paar Wochen werde feststehen, welche Länder sich dem Bündnis anschließen wollten. Das Bundesaußenministerium hatte sich skeptisch zu den Plänen geäußert.

Die betroffene Meerenge, die Straße von Hormus, ist eine der wichtigsten Seestraßen überhaupt. Sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer. Über die Strecke läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff.

Vorfall im Golf von Oman – eine Reaktion des Iran?

Der Vorfall könnte eine Reaktion des Iran auf einen anderen Fall sein. Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte Großbritannien zuvor wegen des Stopps eines iranischen Öltankers an anderer Stelle – vor Gibraltar an der Südspitze Spaniens – mit Konsequenzen gedroht. Der iranische Supertanker „Grace 1“ war in der vergangenen Woche vor Gibraltar wegen des Verdachts illegaler Öllieferungen für Syrien gestoppt worden. Auch die britische Marine war an der Aktion beteiligt.

Im Juni hatte es im Golf von Oman bereits mysteriöse Zwischenfälle mit zwei Tankern gegeben. Die US-Regierung machte dafür den Iran verantwortlich, die Führung in Teheran bestritt die Vorwürfe. Die Vorfälle schürten international Ängste vor einer militärischen Eskalation zwischen beiden Staaten.

Eine Entspannung in dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist derzeit nicht in Sicht. US-Präsident Donald Trump hatte der Führung in Teheran am Mittwoch mit einer weiteren Verschärfung der Sanktionen gedroht und ihr vorgeworfen, sie reichere seit langem heimlich Uran an.

Das internationale Atomabkommen von 2015 sollte den Iran am Bau einer Atombombe hindern und zugleich dessen politische und wirtschaftliche Isolation beenden. Aus Sicht der Trump-Regierung wurde der Iran aber durch den Deal nicht dauerhaft an der Entwicklung von Nuklearwaffen gehindert.

Die USA scherten im Mai 2018 einseitig aus dem Abkommen aus und setzten scharfe Sanktionen gegen Teheran wieder in Kraft. Teheran hatte zuletzt höhere Uranvorräte als erlaubt. Auch die zulässige Obergrenze bei der Anreicherung des Urans wurde jüngst überschritten. Der Iran bestreitet allerdings, Atomwaffen bauen zu wollen.

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