Parteipolitik

Wegen Russland-Reise: AfD in NRW schließt Abgeordneten aus

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Weil er nach Russland gereist war, hat die AfD in NRW den Landtagsabgeordneten Christian Blex aus der Fraktion ausgeschlossen.

Weil er nach Russland gereist war, hat die AfD in NRW den Landtagsabgeordneten Christian Blex aus der Fraktion ausgeschlossen.

Foto: Swen Pförtner / dpa

Düsseldorf.  Die AfD in NRW hat ihren Landtagsabgeordneten Christian Blex aus der Fraktion ausgeschlossen. Der Grund: eine umstrittene Reise nach Russland.

Nach einer scharf kritisierten Russland-Reise wird der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Christian Blex aus der AfD-Fraktion ausgeschlossen. Das teilte die Düsseldorfer Landtagsfraktion am Dienstag mit. Ein entsprechender Antrag habe die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit bekommen. Blex selbst war bei der Sitzung nicht anwesend. Er ist laut AfD-Fraktion noch im Ausland, wo genau, sei unklar.

AfD-Landeschef spricht von „schwerwiegendem Vertrauensbruch“

„Die Fraktion bewertet das Verhalten von Herrn Dr. Blex als schwerwiegenden Vertrauensbruch und sieht angesichts dieser Tatsachen keine Grundlage mehr für eine weitere Zusammenarbeit“, sagte Fraktions- und Landesparteichef Martin Vincentz. Laut WDR sprachen sich neun Abgeordnete für den Ausschluss aus, zwei hätten dagegen gestimmt.

Blex war Anfang vergangener Woche mit zwei AfD-Landtagsabgeordneten aus Sachsen-Anhalt und zwei nordrhein-westfälischen AfD-Mitgliedern nach Russland gereist. Nach scharfer Kritik hatten die AfD-Politiker ihre Reise abgebrochen und auf den ursprünglich geplanten Besuch des von Russland besetzten Donbass im Osten der Ukraine verzichtet.

Bundesvorstand der AfD distanziert sich

Blex habe „zu keinem Zeitpunkt gegenüber der Fraktion entgegenkommend formuliert, dass sein Verhalten in der Planung und Durchführung seiner Reise ohne Absprache mit der Fraktion einen Verstoß gegen die Grundwerte der Fraktionsgemeinschaft darstellt“, sagte Vincentz. Tatsächlich habe Blex in einer Stellungnahme seine Position verteidigt, dass er „derartig gelagerte Reisen ohne Kenntnisnahme oder gar Absprache mit der Fraktion durchführen“ könne.

Die AfD-Bundesspitze war nach eigenen Angaben nicht in die Reise eingeweiht gewesen und hatte sich davon distanziert. Der Bundesvorstand hatte die drei Teilnehmer aufgefordert, die Organisation der Reise offenzulegen.

Blex hatte bereits 2018 mit einer Reise mit mehreren AfD-Politikern auf die von Russland annektierte ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim für Empörung gesorgt. Auch nach Syrien war er gereist. (dpa)

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