Braunkohle

BUND will Moratorium für Hambacher Forst

Ein Braunkohlebagger frisst sich am Tagebau Hambach ins Gelände. Im Hintergrund: die FReste des Hambacher Forstes.

Ein Braunkohlebagger frisst sich am Tagebau Hambach ins Gelände. Im Hintergrund: die FReste des Hambacher Forstes.

Foto: Ralf Rottmann

Im Rheinland.   Umweltschützer fordern, dass die Rodungen ausgesetzt bleiben, solange über den Kohleausstieg verhandelt wird.

Am 26. Juni tritt die „Kohlekommission erstmals zusammen, die einen Fahrplan für den Kohleausstieg bundesweit diskutieren soll. Für die Umweltschützer vom BUND ist klar: „Während der Beratungen muss es ein Rodungs-Moratorium für den Hambacher Forst geben“, fordert Landesvize Thomas Krämerkämper.

BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen hielte es für „fatal“, wenn der Energiekonzern ab nächsten Oktober 100 der noch verbliebenen, wertvollen 200 Hektar Forst für den nahen Tagebau roden würde, während zeitgleich über den Kohleausstieg verhandelt werden. Auch das Genehmigungsverfahren für das von RWE geplante neue 1100-Megawatt-Braunkohlekraftwerk in der Region müsse solange ruhen. Der BUND befürchtet sonst neue Massenproteste. „Der von uns im vergangenen Herbst gerichtlich herbeigeführte Rodungsstopp hat die Situation vor Ort befriedet“, meint Jansen.

Weitere Klage eingereicht

Die Umweltschützer wollen in der Kommission eine politische Lösung erzielen, die den verbliebenen Wald erhält. BUND-Vize Krämerkämper ist überzeugt, dass RWE auch so noch drei bis vier Jahre Braunkohle fördern könnte. Der Konzern hinke mit dem Abbau den vorangegangenen Rodungen hinterher. Krämerkämper geht davon aus, dass im terrassenförmig angelegten Tagebau noch bis zu 120 Mio Tonnen Kohle gefördert werden können, ohne dass ein weiterer Baum weichen muss. RWE dürfte das anders sehen.

Unabhängig von einer etwaigen politischen Lösung will der BUND aber auch juristisch nichts unversucht lassen, um den Wald als Lebensraum für seltene Tiere wie die Bechsteinfledermaus zu erhalten. Aktuell haben die Umweltschützer Klage gegen die Enteignung ihres 500-qm-Grundstücks im Tagebaugebiet eingereicht („Widerstandsacker“). Zwei weitere Klageverfahren laufen bereits.

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