Hundefotograf

Christian Vielers Hunde-Schnappschüsse sind weltberühmt

Annäherung an die schwierige Dogge Lotti. Die hat nämlich Angst!

Annäherung an die schwierige Dogge Lotti. Die hat nämlich Angst!

Foto: Matthias Graben

Waltrop.   Hunde, die nach Leckerchen schnappen – diese Fotos gehen um die Welt. Tierfotograf Christian Vieler aus Waltrop braucht für Aufnahmen viel Geduld.

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Der Tierfotograf Christian Vieler-Kircher aus Waltrop am Nordrand des Ruhrgebiets ist jetzt weltberühmt: Seine witzigen „Schnapp-Bilder“, auf denen Hunde nach Leckerchen schnappen, waren weltweit in der Presse: in der britischen „Daily Mail“ und in „The Sun“, in der „Huffington Post“, der „Krone Zeitung“ in Österreich und vielen mehr.

Auch im Internet gingen die Bilder „viral“ – verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Auf einer Internetseite sind seine Fotos als Video zu sehen, alleine das wurde bisher mehr als 36 Millionen Mal (!) angeklickt und über 700 000 Mal geteilt.

Der richtige Zeitpunkt also, um meine zweijährige Hündin Lotti von Vieler-Kircher fotografieren zu lassen! Doch das ist ein Auftrag unter erschwerten Bedingungen: Lotti ist eine ängstliche Hündin, fremde Umgebung und fremde Menschen, insbesondere fremde Männer, sind ihr suspekt. Ob das überhaupt klappt?

Als erstes pinkelt Lotti eine Decke in Vieler-Kirchers Studio voll. Das ist mir natürlich furchtbar peinlich. „Das passiert hier immer wieder, das ist nicht schlimm“, meint Vieler-Kircher. Solange seine menschlichen Kunden nicht ins Studio machten, wäre alles in Ordnung, sagt er lachend.

Die Bilder entzücken Hundefreunde sogar in Brasilien

War der Erfolg der Bilder für ihn absehbar? „Dass die Fotos so durch die Decke gehen, ist ein Wahnsinns-Erfolg, vom Wohnzimmer-Fotograf in die Weltöffentlichkeit geschubst zu werden, ist total surreal“, gibt der 46-Jährige zu. Die Bilder waren in den USA, Kanada, Brasilien, Mexiko, Japan, Russland und vielen weiteren Ländern in der Presse.

Überraschend: Vieler-Kircher hat sein Hobby zum Beruf gemacht, eigentlich studierte er nämlich Germanistik und Philosophie an der Universität Duisburg-Essen und arbeitete anschließend als Journalist in Duisburg. Damals interessierte er sich immer mehr für Fotografie und kaufte sich 2011 das richtige technische Equipment.

Als erstes nahm er seine Hündin, die zufällig Lotte heißt, als Model. „Meine Lotte ist ein unaufgeregter Hund und macht alles ohne Probleme mit“, erzählt er über die jetzt 11-jährige Labrador-Hündin.

Zum testen brauchte der Fotograf Action

Was bei seinen fotografischen ersten Geh-Versuchen von Vorteil war, habe sich später als schwierig gestaltet.

Nämlich als er sich für die Tierfotografie ein Blitzgerät zulegte, dass sich für Action-Aufnahmen eignet.

„Lotte hielt still, ich brauchte sie aber in Bewegung, um das Blitzgerät zu testen“, erklärt der Waltroper.

Deshalb habe er angefangen, ihr Leckerchen zuzuwerfen. Als er Tage später die Bilder löschen wollte, habe er laut lachen müssen und ab da habe er diesen spaßigen Abschluss bei jedem Hundeshooting durchgeführt.

Vertrag mit New Yorker Buchverlag

„Dadurch ist mit der Zeit eine ‘Schnapp-Serie’ entstanden, die ich in Online-Fotogalerien hochgeladen habe.“ Dort sei dann die internationale Presse auf die Bilder aufmerksam geworden, sie wurden quasi zum Selbstläufer.

Dass er jetzt einen Buchvertrag mit einem New Yorker Verlag habe, sei für ihn kaum zu glauben: „Ich bin völlig überwältigt, denn ich mache einfach nur mein Ding, aus Liebe zur Sache!“

Sein größter Traum sei, dass er weiterhin mit Hunden arbeiten-, und davon leben kann. „Auch wenn es nicht immer einfach ist, aber jedes Shooting ist etwas Besonderes und den Erfolg muss man sich erarbeiten.“

So wie bei Lotti, die sich mehr als bitten lässt. Christian lockt, Christian wartet, Christian lockt. Obwohl Lotti eine 33 Kilo schwere Doggenmix-Dame mit imponierenden Schultern ist, hat sie Angst –- vor der Kamera, vor dem Blitzgerät, dem Klacken und Klicken der Kamera und überhaupt.

Manchmal klappt so ein Shooting schon nach zehn Minuten. Bei Lotti dauerte es zwei Stunden.

Doch dann – oh Wunder – klappt es ebenfalls. Nach gefühlten Tausend in die Luft geworfenen Leckerlis sind die Bilder im Kasten.

Manchmal muss man eben geduldig sein. Im
Falle von Lotti sehr geduldig.

>>>Christian Vieler-Kircher bietet Hunde- und Tiershootings in Waltrop an. Infos unter: www.fotosfreischnauze.de. Sein Buch „Treats“ mit ausgesuchten „Schnapp“-Fotos erscheint am 26. September 2017 im Handel. Der Kalender „Treats“ ist bereits in diesem Jahr ab 23. November zu haben (19,95 Euro, zu bestellen über die Website). „Treats“ ist das englische Wort für Leckerbissen

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