Insekten

Umweltministerin würdigt Projekte gegen das Insektensterben

„Das muss man würdigen“: Ursula Heinen-Esser  mit Vertrtern der Rheinischen Bauern an einem Blühstreifen.

„Das muss man würdigen“: Ursula Heinen-Esser mit Vertrtern der Rheinischen Bauern an einem Blühstreifen.

Foto: RLV

Im Rheinland.   Die Rheinischen Bauern legen für die Insektenwelt verstärkt Blühstreifen an. NRW-Umweltministerin Heinen-Esser wirbt für den Vertragsnaturschutz.

Kornblumen, unzählige – und dazwischen blüht in vollem Rot der Mohn: An drei Seiten eines Getreidefeldes von Bauer Peter Prinz in Hürth zieht sich drei Meter breit ein Blühstreifen entlang. Insekten finden hier Nahrung und Versteck. Ursula Heinen-Esser (CDU), NRWs neue Umwelt- und Agrarministerin war beeindruckt.

„Die Landwirtschaft sorgt nicht nur dafür, dass wir gut und genug zu essen und zu trinken haben“, sagte Heinen-Esser gestern. Die Bauern erbrächten auch Leistungen für die Natur, auch auf freiwilliger Basis – „das muss man würdigen!“ Die Rheinischen Bauern (15 000 Mitglieder) sind da mit ihrer Stiftung Rheinische Kulturlandschaft sehr rege. Seit 15 Jahren setzt die Stiftung kooperative Naturschutzmaßnahmen um. Ein Projekt heißt „summendes Rheinland“: „Bis Ende 2018 werden wir Blühstreifen mit einer Länge 50 Kilometern und blühende Zwischenfrüchte auf über 450 Hektar umgesetzt haben“, sagte Thomas Muchow, der Geschäftsführer der Stiftung. Bauernpräsident Bernhard Conzen betonte: „Biologische Vielfalt ist uns Landwirten wichtig.“

Eigene Verordnung zum Grundwasserschutz

Die Ministerin warb bei ihrem ersten Besuch bei den Rheinischen Bauern gestern dafür, dass sich noch mehr Bauern an Vertragsnaturschutzmaßnahmen beteiligen: „Die Frist für die neuen Anträge läuft noch bis zum 2. Juli.“ An Agrarumweltmaßnahmen insgesamt beteiligten im vergangenen Jahr nrw-weit rund 10 000 Betriebe, die Fördersumme lag bei 43 Millionen Euro.

Heinen-Esser machte gleichwohl deutlich, dass der massive Rückgang der Insekten eine zeitnahe Antwort verlange, da sei es nötig, an vielen Rädern zu drehen. Die Ministerin drängt darauf, dass weniger Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden – präziser und genauer dosiert.

Lob für Kooperation von Bauern und Wasserversorgern

Ein anderes Thema waren die erhöhten Nitratwerte im Grundwasser, für die sich Deutschland eine Rüge vom Europäischen Gerichtshof eingefangen hatte, hohe Strafzahlungen drohen (die NRZ berichtete). NRW plant bis Jahresende eine eigene Verordnung mit Extramaßnahmen für Risikogebiete wie den Niederrhein, wo der Gülleeinsatz stärker reglementiert werden soll. Die Ministerin erwägt, die Kontrollen zu intensivieren („Wir werden uns das anschauen“) und will mit dem Nachbar Niederlande über Gülleimporte reden – ebenso mit besonders betroffenen Kreisen wie Viersen. Reduziert werden soll der Mineraldünger.

Heinen-Esser scheint entschlossen, Fortschritte zu erzielen. Ausdrücklich lobte sie die Kooperationen von Bauern und Wasserversorgern. In Trinkwasserschutzgebieten arbeiten nrw-weit gut 11 600 Landwirte mit Versorgern zusammen und optimieren ihren Düngereinsatz. „Das wollen wir weiter fördern und ausbauen“, sagt die Ministerin.

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