Millionen-Investitionen auf alten Bergbauflächen

Im Ruhrgebiet.   Land und Kommunen sind sich einig: Das Ruhrgebiet braucht dringend mehr Gewerbeflächen. In Essen, Oberhausen, Mülheim und anderen Städten gibt es kaum noch Areale, die neu entwickelt werden könnten. Mit einer wichtigen Ausnahme: Industriebrachen. Daher werden Hunderte Hektar ehemalige Bergbauflächen erschlossen und neu aufbereitet. Das Interesse von Investoren ist riesig, versichern die Entwickler.

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Land und Kommunen sind sich einig: Das Ruhrgebiet braucht dringend mehr Gewerbeflächen. In Essen, Oberhausen, Mülheim und anderen Städten gibt es kaum noch Areale, die neu entwickelt werden könnten. Mit einer wichtigen Ausnahme: Industriebrachen. Daher werden Hunderte Hektar ehemalige Bergbauflächen erschlossen und neu aufbereitet. Das Interesse von Investoren ist riesig, versichern die Entwickler.

Vor drei Jahren einigten sich das Land NRW, der Regionalverband Ruhr (RVR) und der RAG-Konzern darauf, in die Verwandlung von Bergbauflächen in Gewerbe- und Wohngebiete zu investieren. Es geht um rund 1000 Hektar in 17 Städten in NRW. Für mehrere Flächen gibt es Planungen beziehungsweise laufende oder schon abgeschlossene Baumaßnahmen. Großes wird sich tun auf dem Gelände des früheren Bergwerkes West in Kamp-Lintfort. Die Stadt hat bekanntlich den Zuschlag für die Landesgartenschau 2020 erhalten. Die Entwickler blicken auch auf die Fläche der gerade erst geschlossenen Zeche Auguste Victoria in Marl und die letzte noch aktiven Zeche Prosper Haniel in Bottrop.

Vorzeigeprojekt Lohberg

Drei Jahre nach der Unterschrift unter die „Bergbauflächen-Vereinbarung“ sind 200 Hektar vermarktungsfähig und davon 100 Hektar vermarktet, sagte Hans-Peter Noll, Chef der RAG Montan Immobilien, gestern. Aus seiner Sicht ein großer Erfolg. Schließlich dauere eine solche Standortentwicklung üblicherweise bis zu 15 Jahre. Von Landesseite flossen seither rund 75 Mio Euro Fördermittel, die RAG selbst investierte 60 Mio. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, versicherte Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD). Allein auf den Flächen, deren neue Nutzung schon geregelt ist, könne mit privaten Investitionen von 400 Mio Euro gerechnet werden.

Ein Vorzeigeprojekt ist das „Kreattivquartier“, das zurzeit auf dem alten Zechengelände im Dinslakener Stadtteil Lohberg wächst. Neben Kunst und Gewerbe entsteht auf 8 Hektar ein klimaneutrales Wohnquartier. Mehr als 16,4 Mio Euro Landesmittel sind bisher bewilligt. Bürgermeister Michael Heidinger (SPD) lobte die Zusammenarbeit der Partner. Weitere Beispiele: Auf dem Gelände von „Niederberg“ in Neukirchen-Vluyn entstand ein kleiner Stadtteil für 900 Bürger. Aus „Auguste Victoria“ in Marl soll ein riesiges Industrie- und Gewerbegebiet werden. Die Fläche der Zeche Sterkrade in Oberhausen ist vorgesehen für Wohnen, kleinteiliges Gewerbe und Grünflächen.

Überall im Revier werden alte Zechengebäude abgerissen, Schadstoffe beseitigt und Erschließungsstraßen gebaut. Weil es, wie RVR-Direk-torin Karola Geiß-Netthöfel sagt, gerade im mittleren Ruhrgebiet einen „riesigen Flächenengpass“ gibt. Laut Wirtschaftsförderer Rasmus C. Beck schrumpften die noch freien Gewerbeflächen im Ruhrgebiet von 2400 Hektar im Jahr 2013 auf zuletzt 2150 Hektar. Investitionen in ehemalige Bergbauflächen seien „Investitionen in die Zukunft der Region“, sagt Karola Geiß-Netthöfel.

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