Kriminalität

Millionenschäden in NRW durch Klau auf dem Bau

Von Werkzeug bis zu großen Bauschmaschinen: Diebe machen auf Baustellen vermehrt große Beute.

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Von Werkzeug bis zu großen Bauschmaschinen: Diebe machen auf Baustellen vermehrt große Beute. Foto: Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Düsseldorf.  Vom Hammer bis zur schweren Maschine: Diebe schlagen tausendfach auf Baustellen zu. Allein 2016 entstand ein Schaden von rund 9,8 Millionen Euro.

Sie lassen Sägen mitgehen, klauen tonnenschwere Stahlplatten, Kabel und kleinere Geräte, ab und zu sogar einen Bagger: Diebe haben im vergangenen Jahr auf Baustellen in Nordrhein-Westfalen Beute im Wert von fast zehn Millionen Euro gemacht. Das Thema macht der Branche zunehmend Sorgen. "Wir haben es vermehrt mit organisierter Kriminalität zu tun", sagte der Sprecher des Bauindustrieverbands NRW in Düsseldorf, Tobias Siewert.

Die Kriminellen sind immer professioneller ausgerüstet. Teils fahren sie sogar mit einem Tieflader vor, um schweres Gerät wie Bagger zu stehlen. Die Bauunternehmer beugen vor mit mehr und höheren Zäunen an Baustellen. "Kameraüberwachungen sind weit verbreitet", sagte Siewert.

Ein Schaden von rund 9,8 Millionen Euro im Jahr 2016

Im vergangenen Jahr wurden aus nicht bezogenen Neubauten, aus Rohbauten, Baubuden oder von Baustellen insgesamt 4832 Diebstähle mit einem Schaden von rund 9,8 Millionen Euro gemeldet, teilte das Landeskriminalamt mit.

Zwar war 2015 laut polizeilicher Kriminalstatistik die Zahl der Diebstähle mit 5808 um fast 1000 Fälle höher als im Jahr darauf. Die Schadenshöhe lag aber mit 9,9 Millionen Euro kaum über dem Niveau von 2016. 2014 gab es 5434 Fälle von Klau auf dem Bau mit einem Schaden von 9,7 Millionen Euro.

Schnellere Gerichtsverfahren zur Abschreckung

Die Bauwirtschaft hatte zuletzt auch die Landespolitik eingeschaltet. Nachdem der frühere Bauminister Michael Groschek (SPD) ein "Jahrzehnt der Baustellen" ausgerufen hatte, hatte der Bauindustrieverband für ein "Jahrzehnt der Sicherheit" geworben.

"Wer neue Wohnungen, Straßen und Leitungen will, muss unsere Baustellen besser schützen", hatte Beate Wiemann, die Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, gefordert. Neben mehr Personal für Polizei und Justizbehörden sei es vor allem wichtig, die Verfahren schneller abzuschließen, um Kriminelle abzuschrecken: "Abschreckung reduziert Diebstahl. Also gilt es, Engpässe bei Polizei und Justiz in Nordrhein-Westfalen zu beseitigen." Wiemann warnte zudem, neben einer Verteuerung könnten sich auch die laufenden Projekte verzögern, wenn Material gestohlen werde. (dpa)

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