Spenden an die AfD

AfD-Frontmann Reil beteuert: „Ich kenne die Gönner nicht“

Er geht weiter davon aus, dass die Spenden für ihn rechtmäßig waren: Guido Reil, Karnaper Ratsherr und Mitglied des AfD-Bundesvorstands.

Er geht weiter davon aus, dass die Spenden für ihn rechtmäßig waren: Guido Reil, Karnaper Ratsherr und Mitglied des AfD-Bundesvorstands.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Essen.   Die großzügigen Spender für den Landtagswahlkampf Guido Reils im Jahre 2017 bleiben im Dunkeln. Guido Reil will die Namen selbst nicht kennen.

Insgesamt 29 Spender-Namen, von Bautzen bis Bangkok führt der soeben veröffentlichte Rechenschaftsbericht der „Alternative für Deutschland“ auf, doch s e i n e Gönner bleiben weiter im Dunkeln: Guido Reil, Frontmann der AfD, Karnaper Ratsherr und Nummer 2 der Kandidatenliste seiner Partei für Europa, wird nicht müde zu betonen, dass er nicht weiß, was alle anderen vermeintlich zu wissen glauben: wer denn jene Spender sind, die vor knapp zwei Jahren seinen Landtags-Wahlkampf im Essener Norden durch großzügige Plakataktionen mitfinanziert haben.

„Ich habe eine Freistellungserklärung unterschrieben, dass andere meinen Kopf auf ihre Plakate drucken dürfen. Das war’s“, betonte Reil jetzt auf Nachfrage, ob er denn jüngste Informationen über die AfD-Spender bestätigen könne. Danach sollen die über die schweizerische Goal AG gesammelten Geldgeber seiner Plakate größtenteils mit jenen 14 Privatpersonen identisch sein, die der Bundestagsverwaltung als Gönner von Alice Weidel präsentiert wurden, der Co-Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion.

Spender sind „Deutsche oder EU-Staatsbürger“

Achselzucken bei Reil: Als Mitglied im Bundesvorstand der AfD, hat er sich nach eigenem Bekunden nur schlau gemacht, welchen Wert die Plakat-Kampagne hatte, die ihn als eine Art „Türöffner“ für den Wechsel enttäuschter SPD-Anhänger zur AfD präsentierte: „Im Herzen Sozi. Deshalb bei der AfD“, hieß es unter anderem auf großformatigen Werbewänden. Den Wert gibt Reil nach Rücksprache mit der Bundesgeschäftsstelle mit „deutlich weniger als 50.000 Euro“ an.

Er gehe nach wie vor davon aus, dass die Spenden rechtmäßig waren. Im AfD-Rechenschaftsbericht für 2017 heißt es verklausuliert, es hätten mehrere Personen Kosten „für den Direktwahlkampf eines heutigen Mitglieds des Bundesvorstands anlässlich einer im selben Jahr stattfindenden Landtagswahl übernommen“. Diese seien „nach unserem Wissensstand deutsche Staatsangehörige oder EU-Staatsbürger, jedoch keine Parteimitglieder“.

Leserkommentare (12) Kommentar schreiben