Karneval

Als Westfale zum ersten Mal beim rheinischen Karneval

In Düsseldorf ist einfach alles rund um Karneval eine Nummer größer.

Foto: Federico Gambarini

In Düsseldorf ist einfach alles rund um Karneval eine Nummer größer. Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf.   Bisher dachte ich, dass es da, wo ich herkomme, Karneval gibt. In Düsseldorf ist aber alles anders. Der persönliche Blick über den Tellerrand.

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„Da, wo ich herkomme, gibt es auch Karneval“, sage ich trotzig. Bei den Kollegen in der Redaktion sorgt das nur für schiefe Blicke und lautes Gelächter. Wo ich herkomme, ist Menden im Sauerland, östlich von Dortmund. Zugegeben: nicht gerade die Welthauptstadt – und schon gar nicht die Landeshauptstadt.

Aber bei uns gibt es auch jedes Jahr zu Karneval einen Zug und sogar ein Festzelt. Nachdem ich nun aber den Rosenmontag an der Kö verbracht habe, merke ich tatsächlich erst, wie lächerlich die Aussage auf meine Düsseldorfer Kollegen gewirkt haben muss. Am Rhein ist Karneval schließlich mehr als eine Nummer größer...

Menden ist sogar eine Karnevalshochburg

Der gleichen Meinung ist auch Lena, die seit vier Jahren in Düsseldorf studiert und tatsächlich aus der Nähe meiner Heimatstadt stammt. „Menden ist bei uns in der Gegend die Karnevalshochburg“, sagt sie. „Aber das ist kein Vergleich zu Düsseldorf. Hier ist alles viel geiler.“ Deshalb ist der Rosenmontagszug für sie schließlich auch zum alljährlichen Pflichtprogramm geworden.

Genau das ist er auch für die Gruppe um Hansi, Bärbel, Eddy und ihre Freunde. Sie stehen mit ihrem selbst gebauten Wagen seit 15 Jahren an Rosenmontag exakt an derselben Stelle – ihrem „Treffpunkt“. Ihr Gefährt ist mir direkt ins Auge gesprungen. Warum? Es bietet nicht nur genug Platz fürs Brötchen schmieren, für eine Musikanlage und ein üppiges Bierfass, es verfügt durch einen Benzinmotor und ein Stromaggregat sogar auch noch über die nötige Elektrik. Solche Wagen kenne ich sonst nur vom 1. Mai. Ob ich auch ein Bier möchte? – „Sehr gerne! Ach, nein. Ich arbeite ja.“ Das habe ich kurz vergessen. Das kann an Rosenmontag an der Kö schnell passieren.

Leider zu wenig Zeit

Während des Zochs – eine Vokabel, die ich mir als allererstes eingeprägt habe – bin ich natürlich gespannt auf die Werke von Jacques Tilly. Wahnsinn! So etwas habe ich noch nie in echt gesehen. Schade, dass ich in meinen rund zwei Stunden an der Kö noch nicht einmal den ganzen Umzug sehen konnte.

Aber was genau zeichnet denn jetzt den Karneval in der Landeshauptstadt aus? Die Düsseldorferin Deborah antwortet auf meine Frage wie aus der Pistole geschossen: „Die Stimmung, die Leute und das friedliche Miteinander.“ Michi, der mit ihr zusammen am Straßenrand steht, stammt aus der Nähe von München und stellte direkt fest: „Ich war am Samstag in Köln, das war gut. Aber hier ist es viel besser.“ Gut, dann kann ich mir die Fahrt ja sparen.

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