Demonstration

Niederlande: Protest gegen Denkmal aus Kolonialzeit in Hoorn

Nach Protesten gegen das umstrittene Denkmal eines Repräsentanten des niederländischen Kolonialreiches war es zu heftigen Unruhen gekommen.

Nach Protesten gegen das umstrittene Denkmal eines Repräsentanten des niederländischen Kolonialreiches war es zu heftigen Unruhen gekommen.

Foto: Peter Dejong / dpa

Hoorn.  Anlässlich einer Demonstration gegen ein Denkmal aus der Kolonialzeit ist es im niederländischen Hoorn zu Ausschreitungen und Festnahmen gekommen.

Nach einer Demonstration gegen ein Denkmal aus der Kolonialzeit im nordholländischen Hoorn ist es zu heftigen Unruhen gekommen. Etwa 200 vorwiegend junge Leute hätten am späten Freitagabend randaliert und die Konfrontation mit der Polizei gesucht, sagte der Bürgermeister der Stadt im Norden von Amsterdam, Jan Nieuwenburg, am Samstag im Radio.

„Sie haben die Demonstration gezielt missbraucht.“ Polizisten wurden mit Steinen, Stühlen und Tischen beworfen. Mobile Einsatzkräfte der Polizei hatten die Innenstadt schließlich um Mitternacht geräumt. 12 Personen wurden festgenommen.

Protest richtete sich gegen Repräsentanten niederländischen Kolonialreichs

Zunächst hatten mehrere hundert Menschen nach Angaben der Polizei friedlich gegen das umstrittene Denkmal des Repräsentanten des niederländischen Kolonialreiches im 17. Jahrhundert, Jan Pieterszoon Coen, protestiert. Etwa 20 Personen hatten zeitgleich für das Standbild demonstriert.

Die Krawalle sind nach den Worten des Bürgermeisters kein Grund, das Denkmal zu entfernen. „Wir können die Diskussion über Gut und Böse führen. Das Nachdenken über die Geschichte steht aber nicht still.“ Die Stadt hatte bereits 2011 auf einem Schild an dem Denkmal die Verdienste aber auch die Gräueltaten von Coen benannt.

Jan Pieterszoon Coen (1587-1629), in Hoorn geboren, war Generalgouverneur der Ostindien-Kolonie. Er gründete das heutige Jakarta. Coen ist auch verantwortlich für ein Massaker auf der Gewürzinsel Banda, das ihm den Beinamen „Schlachter von Banda“ einbrachte. (dpa)

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