Kolonialgeschichte

Niederlande: Zentralbank untersucht ihre Rolle in Sklaverei

Angeregt durch die Anti-Rassismus-Proteste in den USA nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd ist auch in den Niederlanden die Debatte über die Sklaverei- und Kolonialgeschichte aufgeflammt.

Angeregt durch die Anti-Rassismus-Proteste in den USA nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd ist auch in den Niederlanden die Debatte über die Sklaverei- und Kolonialgeschichte aufgeflammt.

Foto: Sem van der Wal / dpa

Amsterdam.  Die niederländische Zentralbank untersucht ihre eigene Rolle in der Sklaverei. Anschließend will die Bank über weitere Schritte entscheiden.

Die niederländische Zentralbank (DNB) wird ihre Rolle in der Sklaverei untersuchen lassen. Das teilte die Bank nun in Amsterdam mit. Historiker sollten untersuchen, welche Rolle die im 18. Jahrhundert gegründete Bank sowie ihre damaligen Direktoren und Präsidenten gespielt haben. Anschließend werde die Bank über „mögliche weitere Schritte“ entscheiden.

Die Bank folgt einer ähnlichen Untersuchung der Bank of England. Die hatte sich im vergangenen Monat für ihre Rolle in der Sklaverei entschuldigt. „Wir sind uns der heutigen Diskussion über die niederländische Sklavereigeschichte bewusst“, schreibt die DNB.

Niederlande führt Debatte über Sklaverei- und Kolonialgeschichte

Angeregt durch die Anti-Rassismus-Proteste in den USA nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd ist auch in den Niederlanden die Debatte über die Sklaverei- und Kolonialgeschichte aufgeflammt. Die Niederlande hatten erst 1863 als eines der letzten Länder die Sklaverei in ihren Kolonien verboten.

Die Zeitschrift Vrij Nederland hatte über die Beziehung von niederländischen Banken zum Sklavenhandel berichtet. Danach hatte das Familienunternehmen von einem der ersten Präsidenten der Bank Kredite an Plantagen-Eigentümer vergeben und finanziell profitiert.

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