Apotheken

AvP-Skandal: Staatsanwaltschaft lässt Räume durchsuchen

Die Insolvenz des Abrechnungsdienstes AvP setzte Tausende Apotheken auch an Rhein und Ruhr unter Druck.

Die Insolvenz des Abrechnungsdienstes AvP setzte Tausende Apotheken auch an Rhein und Ruhr unter Druck.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Düsseldorf.  Ermittlungen gegen fünf Mitarbeiter des Düsseldorfer Unternehmens. Vorwurf: Untreue, Bilanzfälschung und Insolvenzverschleppung.

Im Fall des insolventen Apotheken-Abrechnungsdienstleisters AvP gab es am Donnerstag Durchsuchungen in 15 Firmen- und Privaträumen. Die Verdachtsliste ist lang. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Insolvenzverschleppung, Bilanzfälschung, Urkundenfälschung, Betrug bzw. Beihilfe zum Betrug und Untreue gegen fünf Beschuldigte. Die AvP-Insolvenz hatte Auswirkungen auf Tausende Apotheken auch an Rhein und Ruhr.

Die Schwerpunktabteilung für Wirtschaftsstrafsachen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt in dem Fall. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat im September 2020 Strafanzeige gestellt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestehe zum jetzigen Zeitpunkt der Verdacht, dass Erträge verbucht worden seien, die es tatsächlich nicht gegeben habe.

 

AvP: Runde 3500 Apotheken waren Kunde

Zudem soll die wirtschaftliche Lage des Unternehmens auf dem Markt besser dargestellt worden sei als sie war. Darüber hinaus soll der Insolvenzantrag nicht rechtzeitig gestellt worden sein. Die Beschuldigten sollen sich an den Firmenkonten auch während der bereits eingetretenen Insolvenz bedient haben.

Beschuldigt werden nun fünf Personen, die den Informationen zufolge zur Führungsebene der Unternehmensgruppe AvP gehörten oder Mitarbeiter der Unternehmensgruppe waren. Zwischenzeitlich beschränkte sich die Zahl der Beschuldigten auf zwei. Nach der Auswertung der Beweismittel, insbesondere nach Vernehmungen, sind die Durchsuchungen am Donnerstag veranlasst worden. An welchen Orten die Durchsuchungen stattgefunden haben, sagt die Staatsanwaltschaft auch auf Anfrage nicht.

Die AvP hatte das Zahlungsgeschäft der Apotheken mit den Krankenkassen übernommen, rund 3500 Apotheken waren Kunde der Düsseldorfer Firma.

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