Extra Drei

Der geschenkte Gaul

Es macht eine Meldung die Runde, von der selbst Politiker dachten, sie stamme aus der „heute show“: die Gründung eines „Parlamentskreises Pferd“.

Wenn dein Roß ist g’scheiter, als du selber, der Reiter, so lasse dem Rosse die Zügel

und halte dich nur am Bügel.

Nein, ich möchte nicht mit Politikern tauschen, mit Andrea Nahles schon mal gar nicht. Als hätte sie nicht genug um die Ohren, muss sie nun eine Personalie parieren, die eigentlich randständig ist, sich aber geradezu im Aufgalopp verbreitet hat.

Als begeisterte Reiterin hat die SPD-Vorsitzende sich aufgeschwungen, Berufliches und Privates zu verknüpfen und hat, gemeinsam mit drei Parlamentskollegen, den „Parlamentskreis Pferd“ ins Leben gerufen, zu dessen Gründung morgen eingeladen wird. Parteigenossen hielten das zunächst für einen Witz, bis angemerkt wurde, dass es beispielsweise in Bayern heute mehr Pferde als SPD-Wähler gibt.

So kann man herrlich weiterblödeln und sich fragen, ob Andrea Nahles überhaupt noch fest im Sattel sitzen und wer in der GroKo die Zügel in der Hand hat. Geradezu penetrant drängt sich diesbezüglich ein weiser Indianerspruch auf: „Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steige ab.“

Aber wie wir Angela Merkel kennen, wird sie alle Freundinnen und Freunde dazu auffordern, nun eine gemeinsame Lösung zu finden, dann den toten Gaul als alternativlos präsentieren und ihm danach das Vertrauen aussprechen. Im Zweifelsfalle ist der Koalitionspartner schuld, wenn das Pferd sich nicht mehr bewegt.

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