Extra Drei

Der Wahlsonntag in der Redaktion

Foto: Thomas Plaßmann

Wenn Deutschland wählt, ist das auch für Journalisten eine Ausnahmesituation. So richtig geht die Arbeit erst um 18 Uhr los. Und es gibt Pizza!

So ein Wahlsonntag ist auch für eine Zeitungsredaktion immer eine besondere Herausforderung. Mit dem Schreiben können wir ja erst nach 18 Uhr so richtig anfangen. Und auch Kollege Plaßmann weiß erst nach der ersten Hochrechnung sicher, aus welcher seiner Ideen-Skizzen er die Karikatur des Tages zeichnet.

Dann zählt die Uhr gnadenlos die Zeit herunter. Um 19.45 Uhr werfen die Kollegen im Druckhaus zum ersten Mal an diesem Abend die Maschinen an. Dann stehen schon die Lieferwagen an der Rampe, um die Zeitungspakete zum Flughafen zu bringen. Es gibt ja Leser, die wollen auch am Urlaubsstrand nicht auf die gedruckte Heimatzeitung verzichten.

Für uns beginnt die Arbeit von neuem. Die Artikel für die Abonnenten werden dann geschrieben. Ihre Zeitungen werden von 22.30 Uhr abends bis zwei Uhr morgens gedruckt. In Halbstundenrhythmus werden dann die Druckplatten gewechselt, alte durch neue Ergebnisse ersetzt.

Das ist Stress pur. Aber guter Stress. An einem solchen Tag will keiner frei haben. Das liegt viel mehr an der Spannung, die an einem solchen Tag in der Redaktionsluft liegt, als an der leckeren Pizza, die der Chefredakteur dann traditionsgemäß zwischen dem ersten und dem zweiten Andruck bringen lässt.

Und die ist allemal leichter zu verdauen als so manches Wahlergebnis. Muss ja nicht gleich so schlimm enden, wie auf der Karikatur des Tages von Thomas Plaßmann. Der lässt am Montag in der NRZ den TV-Zuschauer nach der Verkündung der ersten Hochrechnung spontan aus dem Fenster kotzen.

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