Extra 3

Die Siegerin im Supermarkt

Heute parieren die meisten Kunden und beeilen sich an der Kasse. Doch was wäre, wenn man bockte... und gemächlich einpackte wie einst im Tante Emma-Laden?

Foto: Oliver Berg

Heute parieren die meisten Kunden und beeilen sich an der Kasse. Doch was wäre, wenn man bockte... und gemächlich einpackte wie einst im Tante Emma-Laden? Foto: Oliver Berg

Erinnern Sie sich noch an die gute alte Omi, die an der Kasse seelenruhig ihre Pfennige rauskramte? Und wenn wir sie alle unterschätzt hätten?

Durch die deutschen Supermärkte geht ein Ruck - und keiner schreit auf! Schon lange zahlte der moderne Kunde mit Karte. Das war bequem und eröffnete obendrein eine kostbare Verschnaufpause. Während die Lesegeräte einige Sekunden grübelten, konnte die gestresste Hausfrau ihre aufgetürmten Einkäufe geordnet in den Wagen räumen. Jetzt muss sie Wurst und Müsli werfen: Der digitale Fortschritt macht Dampf, seit einiger Zeit setzt sich eine neue Generation Lesegeräte durch. Kaum steckt die Karte, zack, ist abgebucht, die nächste bitte. Mehr Umsatz, schneller, scheucht uns das Gerät unhörbar. Der Kunde pariert am Fließband, rafft Lebensmittel im Akkord. Knäckebrot, Marmelade und Yoghurts haben es eiliger als Sebastian Vettel.

Stopp! Könnten die EC-Lesegeräte bitte wieder runterschalten? Während man neben Schockbild-Zigarettenschachteln atemlos packt und packt, grübelt man, lieber Minister, wie sehr das Einkaufen auf der Überholspur der Gesundheit schadet. Oder ist es die gerechte Strafe? Weil früher alle geschimpft haben, über die Omi, die an der Kasse Pfennig um Pfennig aus dem Portemonnaie kramte und so „furchtbar!“ den Verkehr aufhielt. Nun ist sie fast ausgestorben und bleibt im kollektiven Gedächtnis als Bremsklotz. Dabei war sie doch vor allem eins: Cool!

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