Extra Drei

Kunst auf Rezept

Sie fühlen sich krank, sie gehen zum Arzt. Und was verschreibt er Ihnen? Einen Besuch im Museum. Kunstgenuss ist nämlich gut für Körper und Seele.

Sie fühlen sich nicht gut? Irgendwie ausgebrannt? Geschwächt? Eine Erkältung droht? Der Kreislauf schwankt? Gehen Sie zum Arzt!

Kann allerdings sein, dass er Ihnen keine Tabletten verschreibt, sondern einen Besuch im Kunstmuseum. Ja, das geht, zumindest, wenn Sie in Montreal wohnen. Da gibt’s das nämlich jetzt auf Rezept. Denn Kunst gucken soll gesund sein und glücklich machen. Dazu gibt es sogar wissenschaftliche Studien. Für Ehepartner und Kinder gilt die Verschreibung gleich mit.

Ob allerdings jedes Kunstwerk dem seelischen und körperlichen Wohl so zuträglich ist? Stellen Sie sich vor, Sie vertiefen sich in einen Hieronymus Bosch und was sehen Sie? Bizarre Gestalten - halb Mensch, halb Ungeheuer - und Gruppensex vor merkwürdigen Landschaften. Oder nehmen Sie Dali und seine zerinnenden Uhren. Oder Picassos berühmte Frauenporträts: eckige, zerstückelte Köpfe und Augen dort, wo sonst die Ohren sind. Davon bekommt man doch Alpträume, die einen um den Schlaf bringen - was wiederum gar nicht gut ist.

Aber vielleicht hängen in Montreals Museen nur erbauliche Bilder von putzigen Katzen und kleinen Kindern.

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