Extra 3

Opponieren statt Regieren

stephan hermsen
  

stephan hermsen  

Das wissen wir doch von Kindern in der Trotzphase: „Ich will aber nicht!“ lässt sich viel besser schreien als zu formulieren was man genau will...

Von Franz Müntefering, dem legendären SPD-Generalsekretär, stammt der Satz: „Opposition ist Mist“. Allerdings stammt er auch aus einer Zeit, als die SPD noch Wahlen gewann. Heute wissen wir: Regieren ist noch viel größerer Mist. Weil: Wer regiert, macht Fehler. Wer keine Macht hat, macht keine Fehler. Das ist wie beim Fußball: Ballbesitz ist da mittlerweile auch nicht mehr das Maß der Dinge.

Die Landtagswahlergebnisse zeigen ja: Regieren schafft nur Verdruss, führt dazu, dass der Wähler wandern geht und im Zweifel der Opposition nachläuft. Es wird einem einfach nicht gedankt.

Ein kluger Kopf wie Christian Lindner hat das rechtzeitig erkannt. Beinahe hätte man die FDP im Bund ja in die Pflicht genommen, doch er hat seine Partei auf der Seereise nach Jamaika noch so gerade vor dem Untergang bewahrt. Und was soll man sagen: Das Wahlergebnis in Hessen bewahrt die Liberalen schon wieder knapp vorm Regieren. In den Hinterzimmern der Partei soll man angeblich schon darüber nachgrübeln, wie man auch mit mehr als 50 Prozent der Stimmen Oppositionspartei bleiben könnte, so als Partei der Bessernegierenden.

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