Wiederansiedlung

Kurz vor dem Aussterben: Gewässer für Edelkrebse gesucht

Edelkrebse waren früher auf dem Gebiet des heutigen NRW weit verbreitet. Die Tiere können bis zu 18 Zentimeter lang werden.

Edelkrebse waren früher auf dem Gebiet des heutigen NRW weit verbreitet. Die Tiere können bis zu 18 Zentimeter lang werden.

Foto: Harald Groß / Edelkrebsprojekt NRW

An Rhein und Ruhr.  In NRW gibt es nur noch Mini-Bestände des Edelkrebses. Ein gemeinsames Projekt von Nabu und Fischern sucht Gewässer für eine Wiederansiedlung.

Er versteckt sich gerne, gräbt Wohnhöhlen: Edelkrebse sind höchst selten gewordene Bewohner der Flussgründe in Nordrhein-Westfalen. Lediglich Restbestände der Scherentiere gibt es noch, zum Beispiel in einigen Oberläufen im Sauer- und Siegerland. Jetzt sucht dass Edelkrebsprojekt NRW Gewässer für die Wiederansiedlung.

„Der Edelkrebs fühlt sich auch im klassischen Karpfenteich wohl“, sagt Projektleiterin Marina Novak. Wichtig aber: Im Wiederansiedlungsgewässer (oder in der Nähe) dürfen keine eingewanderten amerikanischen Krebsarten vorkommen. Sie hatten Mitte des 19. Jahrhunderts die Krebspest mit nach Europa gebracht, die den heimischen Edelkrebsvorkommen ganz massiv zugesetzt hat. Wichtig auch: Im Sommer muss das Gewässer mehr als 15 Grad warm werden, sonst klappt es mit der Fortpflanzung nicht.

Edelkrebse können bis zu 15 Jahre alt werden

Edelkrebse waren einst im Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen weit verbreitet. Sie spielten sogar für die Fischerei eine Rolle. Heute stehen sie hier auf der Roten Liste, gelten als vom Aussterben bedrohte Art. Beim Edelkrebsprojekt werden die Tiere gezüchtet, um die schmalen Bestände durch Wiederansiedlung zu stützen. Hinter dem Projekt stehen der Fischereiverband NRW und der Naturschutzbund (Nabu).

Die Krebse können bis zu 15 Jahre alt und bis zu 18 Zentimeter lang werden (die Scheren nicht gerechnet). Sie sind meist bräunlich. Immer wieder gibt es aber auch Tiere mit rotem, grünen oder gar blauem Schimmer. Wer ein Gewässer für Wiederansiedlung vorschlagen will, hier ist die Kontaktadresse: Edelkrebsprojekt NRW, Marina Nowak, Neustraße 7, 53902 Bad Münstereifel, Tel.: 01577 6216374, E-Mail: info@edelkrebsprojektnrw.de.

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