Digitaler Kirchgang

Studie: Online-Gottesdienste sind "nicht mehr wegzudenken"

Online-Gottesdienste (auf dem Foto bei den Katholiken im Dom zu Münster) werden gut angenommen. Eine Studie mehrerer protestantischer Landeskirchen zeigt: Viele Christen wollen, dass die digitalen Angebote bleiben -  auch wenn nach Corona die Kirchen wieder ganz gefüllt werden können.

Online-Gottesdienste (auf dem Foto bei den Katholiken im Dom zu Münster) werden gut angenommen. Eine Studie mehrerer protestantischer Landeskirchen zeigt: Viele Christen wollen, dass die digitalen Angebote bleiben -  auch wenn nach Corona die Kirchen wieder ganz gefüllt werden können.

Foto: Achim Pohl / Bischöfliches Generalvikariat Münster

An Rhein und Ruhr.  Vor allem 41- bis 60-Jährige nutzen das Angebot. Corona-Lockdown im Frühjahr hatte für regelrechten Schub gesorgt,

Mit Blick die bevorstehende Weihnachtszeit und die wohl auch dann noch nötige Corona-Vorsicht richten sich die Kirchen in Deutschland darauf ein, dass Online-Gottesdienste da eine große Rolle spielen werden. Eine an diesem Freitag (18. September 2020) veröffentlichte Studie mehrerer protestantischer Landeskirchen zeigt: Der "digitale Kirchgang" kommt gut an, die große Mehrheit der Befragten (knapp 83%) will das Angebot nicht mehr missen.

Mehr als 80% der Studienteilnehmer hatten den Angaben zufolge mindestens vier Online-Gottesdienste besucht, ziemlich genau ein Drittel war zehnmal oder sogar öfter dabei. Und knapp zwei Drittel aller Befragten nutzten das Angebot auch nach dem Ende der Lockdown-Phase - obwohl wieder Gottesdienste mit beschränkter Teilnehmerzahl in Kirchen möglich sind.

Nur 5% fanden digitale Gottesdienste "kühl"

"Freundlich" (68,2%), "ermutigend" (53%), oder "einladend" (49,5%) - so beschreiben die meisten der insgesamt 4767 Studienteilnehmer die erlebten Online-Gottesdienste. Vor allem bei 41- bis 60-Jährigen kommen die Übertragungen und Aufzeichnungen gut an. 13,3% der Befragten allerdings nahmen die Gottesdienste als "distanziert" war. Etwa 4% fanden sie "traurig", etwa 5% "kühl".

Die Befragung war - natürlich online - von Mai bis Juli dieses Jahres erfolgt. Die Teilnehmer stammten aus den Landeskirchen Baden und Württemberg, Hannover, Hessen und Nassau sowie aus der Rheinischen Landeskirche (zu der auch die Rhein-Ruhr-Region mit dem Niederrhein gehört). Mit 2,45 Millionen Mitgliedern zwischen Emmerich und Saarbrücken ist sie die zweitgrößte deutsche Landeskirche.

Übertragungen sollten nicht zu lange sein

"Online-Kommunikation ist auch im gottesdienstlichen Kernbereich der Kirchen nach Corona nicht mehr wegzudenken", stellt Professor Holger Sievert von der Hochschule Macromedia in Köln fest. Er hatte die Studie wissenschaftlich begleitet. Die Lockdown-Phase im Frühjahr hat Online-Gottesdiensten einen regelrechten Schub gegeben - nur 2,8% der Befragten hatten vorher regelmäßig daran teilgenommen.

"Anhand der Studie können Gemeinden nun ihre digitalen Gottesdienste besser für die verschiedenen Zielgruppen planen“, sagte der rheinische Präses Manfred Rekowski. Den Ergebnissen zufolge sollten die Gottesdienste nicht zu lang sein (unter 45 Minuten) lang sein und einen Mix aus klassischer und moderner Musik bieten. Übertragen werden soll am besten aus einem „sakralen Kirchraum“, meinen 61,5% der Befragten. 38,5% wollen interaktiv beteiligt zu werden - z. B. über Chats oder Mails.

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