Allwetterzoo

Münsters neuer Großer Ameisenbär Junio steht auf Joghurt

Im Video zerlegt der Große Ameisenbär einen Totholzstapel – auf der Suche nach Insekten. Voraussichtlich ab 5. September ist der neue Bewohner im Zoo in Münster zu sehen.

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Münster.  Junio ist der neue Bewohner im Zoo in Münster. Bald kommt auch ein Ameisenbär-Weibchen hinzu. Im Text finden Sie ein Video von Junio.

Der Allwetterzoo hat einen neuen Bewohner: Der Große Ameisenbär Junio, ein Jahr und zwei Monate jung, ist aus dem Frankfurter Tierpark nach Münster gezogen. Junio wird voraussichtlich ab diesem Donnerstag (5. September 2019) im Gehege gegenüber der Nashornanlage zu sehen sein, teilte der Allwetterzoo mit. Kurator Dr. Dirk Wewers ist ganz hingerissen.

„Junio ist gut angekommen, er war gar nicht nervös“, berichtete Wewers im Gespräch mit der Redaktion. Ein Video zeigt, wie der Ameisenbär im Zoo in Münster auf der Suche nach Insekten einen Totholzstapel zerlegt.

Zunge der Ameisenbären kann bis zu 150 Mal pro Minute hervorschnellen

Große Ameisenbären kommen ursprünglich aus den Wäldern, Sümpfen und Wiesen Mittel- und Südamerikas. Sie werden bis zu 1,30 Meter lang (plus Schwanz) und bis zu 40 Kilo schwer. Typisch ist der röhrenförmige Kopf mit der bis zu 55 Zentimeter langen Zunge im Maul. Bis zu 150 Mal pro Minute kann sie hervorschnellen, um Ameisen und Termiten zu schlecken.

Das ist der Große Ameisenbär Junio im Zoo in Münster

Im Allwetterzoo hat man schon ansatzweise Bekanntschaft mit dieser Zunge gemacht. Gleich nach seiner Ankunft an diesem Montag hat Junio in Münster keine Ameisen, dafür aber Joghurt geschleckt. „Er liebt Joghurt“, erzählt Kurator Wewers. Das Leben besteht freilich nicht nur aus Leckerlis. Junios Grundnahrungsmittel wird ein Spezialfutter für insektenfressende Säugetiere sein – eine Art porridge-ähnlicher Brei, mit Ameisensäure versetzt. Mal wird eine Avocado, mal eine Apfelsine, mal etwas Fleisch beigemischt.

Anfang Oktober soll Junios Gefährtin kommen

Klar ist: Junio soll nicht lange allein bleiben: Voraussichtlich Anfang Oktober stößt Gefährtin Milo aus dem belgischen Zoopark Pairi Daiza (bei Mons) dazu. In Münster hofft man auf Nachwuchs. Große Ameisenbären gelten als gefährdete Art; in Münster will man im Rahmen eines europäischen Zuchtprogrammes am Erhalt der Art mitwirken.

Für die Tierpark-Mitarbeiter in Münster ist im Umgang mit Junio vieles neu; Große Ameisenbären sind für den Allwetterzoo in seiner heutigen Form eine neue Art. Tatsächlich aber hat es diese Tiere im Zoo in Münster schon gegeben – nämlich um 1900 und in den 1960er Jahren, wie ein Blick in alte Akten zeigt. Ernährt wurden die Ameisenbären damals noch mit Kondensmilch und zerkrümelten Hundekuchen. Von Joghurt ist nichts überliefert.

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