Tourismus

Neue App in NRW verbindet Jogging mit Architektur

Schönes Gebäudes, weniger schönes Wetter: Staatssekretär Jan Heinisch (mit rotem Streifen) vom NRW-Ministerium  für Heimat, Bau, Kommunales und Gleichstellung joggt mit gutem Beispiel voran am Landtag.

Schönes Gebäudes, weniger schönes Wetter: Staatssekretär Jan Heinisch (mit rotem Streifen) vom NRW-Ministerium für Heimat, Bau, Kommunales und Gleichstellung joggt mit gutem Beispiel voran am Landtag.

Foto: Kai Kitschenberg

Düsseldorf.   Mit der App „Sight Running NRW“ können Läufer einiges über die Architektur erfahren. 18 Laufrouten gibt es bereits, rund 100 sollen es werden.

Wer beim Joggen nicht nur etwas für den Körper, sondern auch für den Kopf tun will, hat künftig eine neue Möglichkeit: Die Gratis-App „Sight-Running NRW“ soll es ermöglichen, die Jogging-Runde mit einer Stadtführung zu verbinden. Auch Spaziergänger, Inline-Skater, E-Scooter-Fahrer und alle anderen Bewegungsfreudige sollen dank des neuen Angebots auf zunächst 18 Routen in NRW die Städte kennenlernen können.

Wer am liebsten in Parks und auf weichen Waldwegen läuft, hat an der neuen App vermutlich wenig Spaß. Die zwischen sechs und 15 Kilometer langen Routen führen überwiegend durch Innenstädte, auch wenn versucht wird, möglichst viele Parks und schöne Laufstrecken einzubinden.

So wird in Essen eine große Runde durchs Südviertel gedreht, da ist immerhin der Stadtgarten integriert, dazu Aalto-Theater und Moltkeviertel. In Düsseldorf geht es vom Haus der Architektur am Medienhafen zum Landtag und am Rhein entlang wieder zurück. In Duisburg startete die Route am Innenhafen, führt an der Salvatorkirche und durch den Kant-Park zum Dellplatz und wieder am Hafen entlang zurück zum Museum Küppersmühle.

18 Routen gibt es zwischen Aachen und Minden

Vergleichbare Routen gibt es auch noch in Aachen, Arnsberg, Bielefeld, Bochum, Bonn, Burgsteinfurt, Detmold, Dortmund, Gelsenkirchen, Gummersbach, Köln, Krefeld, Mönchengladbach, Minden, Münster. Ziel der Macher ist es, für jede Stadt und jeden Kreis zumindest eine Route anbieten zu können. Das soll in den nächsten drei Jahren geschehen. Wer vorgucken will, kann das auch auf dem stationären Rechner unter www.sight-running-nrw.de.

Federführend bei der Entwicklung war die Architektenkammer NRW, die unter anderem vom Landessportbund und vom Heimatministerium unterstützt wurde. Zudem erhoffe man sich eine enge Zusammenarbeit mit den Städtetouristikern.

Der Idealfall, so Ernst Uhing, Präsident der NRW-Architektenkammer, sei, dass Hotels und Gaststätten auf die neue Appm hinweisen und der Gast dann quasi mit der App laufend die Stadt kennenlernt. Walter Schneeloch, Präsident des Landessportbundes, spricht gar von einem „fantastischen Beispiel für die Verknüpfung des Sportlandes NRW mit dem Kulturland NRW“.

Um in diesen Genuss zu komme, braucht es nur ein GPS-fähiges Handy und die App, die es für iOS wie für Android gibt. In den allgemeinen Infos steht auch etwas zur (meist nicht gegebenen) Barrierefreiheit und zur Wegebeschaffenheit, auch ein Höhenprofil gibt es.

Wenn es dann losgeht, bekommen Läuferinnen und Läufer per Kopfhörer die Hinweise fürs Laufen, an den entsprechenden Orten wird automatisch etwas zu den Bauwerken am Wegesrand erzählt.

Bei Aktualisierung setzt man auf die Nutzer

Der Blick aufs Display soll in aller Regel nicht erforderlich sein. Höchstens, wenn man wegen Baustellen oder Umleitungen von der vorgesehenen Route abweichen muss, sei dies nötig um sich zu orientieren, so die Macher. Bei Umleitungen und Aktualisierungen setzt die Architektenkammer auf das Feedback von Nutzern.

Neue Lauf-App verbindet joggen und Sightseeing in NRW
Neue Lauf-App verbindet joggen und Sightseeing in NRW

Man kann sogar seine eigene Musik im Hintergrund laufen lassen, diese wird dann nach der Info fortgesetzt. Sogar für Touren mit dem E-Scooter und sogar für langsame Fahrradfahrer ist die App geeignet, versichern die Macher. Nur wer schneller ist als 20 km/h hängt seinen Architekturführer ab.


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