Vogelschützer

„NRW ist ein Schwerpunkt für illegale Greifvogeljagd“

Ein Rotmilan: Mehrere dieser Tiere sind in diesem Jahr im Münsterland vergiftet worden.

Ein Rotmilan: Mehrere dieser Tiere sind in diesem Jahr im Münsterland vergiftet worden.

Foto: Patrick Pleul / dpa

An Rhein und Ruhr.  Vogelschützer registrierten in NRW seit Jahresbeginn 2019 neun getötete Tiere. Auch am Niederrhein gab es Fälle von Greifvogelverfolgung.

Habicht, Mäusebussard & Co.: Ein Dutzend Greifvogelarten brüten in Nordrhein-Westfalen, seit wenigen Jahren gehören bekanntlich auch die Seeadler dazu. Alle Arten stehen unter strengem Naturschutz. Trotzdem wird ihnen immer wieder nachgestellt. Das in Bonn ansässige „Komitee gegen den Vogelmord“ hat seit Jahresbeginn neun getötete Greifvögel in NRW gezählt.

In weiteren Fällen wurden Fallen oder vergiftete Köder gefunden – so etwa eine Leiterfalle im Mai bei einem Hühnerhalter in Goch oder im April eine tote, mit Gift versetzte Taube in Rheinberg. Auf dem Gelände in Rheinberg war bereits eine Woche zuvor ein mit dem Pflanzenschutzmittel E605 vergifteter Mäusebussard entdeckt worden. Und im Münsterland - rund um Ahlen im Kreis Warendorf - beschäftigt in diesem Jahr eine Serie von fünf vergifteten Rotmilanen die Vogelschützer.

Vogelschützer vermissen Stabsstelle im NRW-Ministerium

Die bekanntgewordenen Fallzahlen seien zwar zurückgegangen, aber: „NRW ist nach wie vor einer der

Schwerpunkte der illegalen Greifvogelverfolgung“, sagt Axel Hirschfeld vom „Komitee gegen den Vogelmord“ im Gespräch mit der Redaktion (1. August 2019). Von den Medien beachtete Verfahren gegen einen damaligen Jagdfunktionär oder mehrere Vorsitzende von Geflügelzüchtervereinen hätten in den letzten Jahren möglicherweise Wirkung gezeigt – auch wenn die Justiz illegale Greifvogeljagd in der Regel nur mit mehreren hundert Euro Bußgeld ahnde. Ein großer Teil der Verfahren werde allerdings auch durch die Staatsanwaltschaften eingestellt, wie Hirschfeld beklagt.

Die Vogelschützer vermissen die Unterstützung der Anfang 2018 im NRW-Umweltministerium aufgelösten Stabsstelle zur Bekämpfung von Umweltkriminalität. „Die Stabstelle hatte uns sehr geholfen“, sagte Hirschfeld. Das 1975 gegründete „Komitee gegen den Vogelmord“ arbeitet eng mit den Behörden auf allen Ebenen zusammen. Axel Hirschfeld erinnert daran, wie wichtig das Unterbinden der Greifvogeljagd für den Artenschutz sei. Beispiel: Rotmilane und die aktuelle Vergiftungsserie im Münsterland. Mehr als die Hälfte des weltweit noch verbliebenen Rotmilan-Bestandes brüte in Deutschland. „Hier haben wir eine besondere Verantwortung für die Erhaltung der Art“, meint der Vogelschützer.

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